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NEWS Amazon will zukünftig liefern, bevor der Kunde bestellt hat

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

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Vor wenigen Wochen durften wir uns bereits über Amazon wundern, denn in den USA sollen zukünftig Pakete des Einzelhändlers auch durch unbemannte Drohnen ausgeliefert werden.

Doch es geht noch besser. Denn Amazon wurde nun ein Patent zugesprochen welches vorsieht, dass ein Paket "vorausschauend" an das nächstgelegene Versand-Hub geliefert wird. Wenn z. B. der Cursor eines Kunden längere Zeit auf dem Bestell-Button verharrt, könnte Amazon die Ware an das nächstgelegende Hub liefern, die Versandzeit in einem so grossen Land wie den USA würde verkürzt. Durch diesen Schritt soll das Nutzerverhalten weiter analysiert werden, Versandzeiten verkürzt.

Das Patent sieht sogar vor, dass Pakete an ganze Wohnblöcke ohne Empfängerdaten verschickt werden.

Wie immer bei Patenten bedeutet dies nicht, dass so die Zukunft des Online-Shoppings aussehen muss. Aber Amazon war schon immer dafür bekannt, mehr als die Konkurrenz zu tun...

Quelle: Wall Street Journal
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Naja, sollen sie mal machen. Es gibt sicherlich Daten darüber, wer seine Waren zum Beispiel lange im Warenkorb hat und dann mit einer Wahrscheinlichkeit von X die Ware auch bestellt. Oder wer gerne über den Bestell-Button kreist, dann doch noch drauf klickt.

Aber naja, ob das jemals Marktreife erlangt, steht wohl noch in den Sternen.
 
Ich hab Artikel in meinem Warenkorb die sind da schon seit 5 Jahren oder so :D Und ich hab den Finger auch immer wieder längere Zeit auf Artikel die ich aber trotzdem nie bestelle. Würde bei mir also keinen großen Sinn machen.
 
Ihr habt glaub ich nicht verstanden, was Amazon damit bezweckt :D
Zugegeben, so ziemlich alle Headlines der Meldung sind mehr als irreführend. Knackpunkt ist hier so wie ich das seh eine Verwirrung um die Begriffe "Versandzentrum" (Amazon-eigen) und "Paketzentrum" (gehört dem Logistik-Dienstleister).

Also: Amazon will NICHT schon Sendungen auf den Postweg geben, bevor die einer bestellt.
Das Patent sorgt nur für eine dynamische Lagerhaltung, indem Artikel zwischen den Amazon-eigenen (!!) Versandzentren - also unternehmensintern - so verteilt werden, dass zukünftige Bestellungen schneller abgearbeitet werden.
Sowas ist im Grunde nicht wenig verwunderlich, viele Unternehmen mit komplexen Lagernetz werden irgendwie prädiktiv arbeiten oder die örtliche Lagerhaltung an die örtlichen Kaufgewohnheiten anpassen.
Amazon nutzt halt zukünftig dafür die ganzen Daten, die User auf ihrer Seite generieren. Also Klicks, Wunschlisten, Verweilzeiten auf den Artikeln etc.
Wenn also z.B. festgestellt wird, dass im Gebiet New York eine um 10% höhere Klickrate auf Staubsauger erfolgt als in Kentucky, wird Amazon halt ein paar Staubsauger ins New Yorker Lager karren, grob gesagt.

Das ist aber wiederum nur für Flächenstaaten - USA, China, Kanada, Russland - interessant. Bei uns hier ists ja wurst, in welchem Versandzentrum ein Artikel lagert, der Postversand dauert einen Tag im Normalfall. Wenn aber ein Moskauer etwas bestellt, das nur in Novosibirsk lagert, würde das wohl erheblich länger dauern. Oder ein Kalifornier will was, das in NYC im Lager liegt.


Natürlich versendet Amazon nicht auf Verdacht und übergibt auch der Post keine Pakete auf Verdacht. Das wäre Schwachsinn hoch zehn und würde viel zu hohe Kosten (Versandgebühren, Arbeitszeit im Lager etc) verursachen.

EDIT Andere Möglichkeit: Das Patent sorgt tatsächlich dafür, dass prädiktiv an den Kunden versandt wird. Dann wäre das aber eines der Myriaden Patente, die Firmen halten, um sie zu halten (kann trotzdem wertsteigernd auf das Unternehmen wirken). Und nicht, um sie auch in ein Produkt zu verwandeln.
 
Zuletzt bearbeitet:
Macht ja eigentlich auch Sinn. Sachen, die auch immer zusammenbestellt werden, kann man schon mal vorher zusammenpacken und so noch schneller losschicken. Wobei bei amazon die Versanddauer jetzt nicht gerade das erste ist, was mir als optimierungsbedürftig einfällt.
 
Hab mir mal den englischen Artikel aus dem WSJ durchgelesen.

Amazon lässt das da wohl ziemlich offen, wie weit man im Versandprozess gehen will, aber man erwähnt ausdrücklich, dass Pakete prädiktiv an den Logistiker übergeben werden, evtl. nur mit teilausgefüllten Adressen (z.B. nur PLZ und Ort, der Rest kommt dazu, wenn eine Bestellung eintrifft) und das Paket soll so lange dann im Paketzentrum oder sogar im Fahrzeug lagern.

Gut, dann halt ich das für schöne Theorie, aber nicht (wirtschaftlich) durchführbar. Da haben natürlich UPS, DHL und Konsorten ein Wörtchen mitzureden, bei denen gibts Lagerplatz auch nicht umsonst. Und damit dürften die Kosten für Amazon für sowas dermaßen steigen, dass es sich nie lohnen wird.
Wenn ich mal die Amazon-Newsletter ("Sie interessieren sich für...") als Maß dafür nehme, wie gut sie meine zukünftigen Käufe vorhersehen wollen...Huiuiui, das dürfte ne geringe Trefferquote sein :D
Wie sollte es auch anders sein? Wer klickt denn bei Amazon nur auf Artikel, die er auch kaufen will? Ich such da z.B. nach Büchern, wenn ich die Seitenzahl wissen will. Ich such nach CDs, wenn ich ein Coverbild für den "Was hört ihre gerade?" Thread brauch. Etcpp. Oder ich informier mich über irgendeine Produktklasse, hab aber keine kurz- oder mittelfristige Kaufabsicht.


Von daher denk ich, das ist ein Patent, das man einreicht, um das Corporate Knowledge zu erhöhen und damit den Unternehmenswert zu steigern. Praktisch verwertbar ist das imo nicht.
Bzw. wird man halt die Vorhersagen darauf beschränken, in Flächenstaaten immer passende Artikel in den jeweiligen Versandzentren zu haben.
 
Auf der anderen Seite glaube ich, dass amazon das im Vorfeld schon sehr genau untersucht hat, ob sich das überhaupt lohnt.
Muss nicht sein.
So ziemlich jedes Unternehmen hordet irgendwo Patente, die nicht auf kurz- oder auch nur mittelfristige Umsetzung ausgelegt sind. Und Wirtschaftlichkeitsüberlegungen haben mit dem Patentantrag auch nicht unbedingt was zu tun. Wenn da einer ne Idee hat, die noch niemand vorher hatte, wird das halt erst mal durch ein Patent geschützt und in die Schublade gelegt.
Erstens weiß man nie, was kommt und zweitens... Kostet halt nicht viel für so einen Konzern. Und man zeigt dem Wettbewerb "schaut, wir arbeiten ständig an Innovationen, wir ruhen uns nicht auf unserer Marktführerschaft aus".
Und man hat einen netten Nebeneffekt für die PR, wie man sieht :D
 
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