Uffzah! Ohne jetzt Wikipedia bemühen zu wollen, stell dir vor in ferner, ferner, ferner, ferner Zukunft ist die Menschheit eins mit dem Internet und hat eine über alles wachende KI geschaffen. Alles wird durch die Netzwerksphäre gesteuert, das Leben und Werden des Menschen ist automatisiert, Cyborgs und Roboter, künstliche Menschen haben die menschliche Form von heute überholt.
Irgendwann in dieser langen Zeitperiode hat der Mensch allerdings, durch seine Evolution und wohl auch sein langsames Aussterben, die Kontrolle über diese Netzwerksphäre verloren und so auch die Kontrolle über die Konstrukteure, automatisierte, riesige Baumaschinen, die über die Jahrtausende einfach kreuz und quer weitergebaut haben und um die Erde herum eine Art Megastruktur, eine Dyson-Sphäre erschaffen haben, die bereits sogar den Mond verschluckt hat.
In dieser gigantischen Welt aus Stahl begleitet man einen Agenten der obersten Netzwerksphäre, auf der Suche nach Menschen mit dem Netzwerkgen, das es ermöglicht wieder Kontakt mit der kompletten Netzwerksphäre zu erhalten und die Kontrolle zurück zu erlangen. Das Problem an der Sache ist, das die Schutzwehr der Netzwerksphäre, sozusagen die Firewall, ebenfalls außer Kontrolle geraten ist und auf alles Jagd macht, das irgendwie versucht Kontakt mit der Netzwerksphäre zu erlangen.
Auf Youtube gibt's die komplette Clip-Serie Blame!_Log, welche einen guten Eindruck von der Welt vermittelt:
http://www.youtube.com/watch?v=EunStGCKlSU (Lässt sich leider nicht einbetten)
Uh, das klingt ja extrem interessant. Schade, dass sich dafür nie jemand für eine Anime Umsetzung gefunden hat. :-/
Die Tage nun wieder zwei Serie beendet...
Zum einen
Zetsuen no Tenpesuto/Blast of Tempest und zum anderen
Space Battleship Yamato 2199.
Ein paar Worte zu beiden...
Zetsuen No Tempest/Blast of Tempest
Sehr interessant und auch recht stark begonnen. Besonders durch die etwas verworrene Story, die Rückblenden, dem leichten Anflug von Tiefsinn durch die Grundlage des Animes (Hamlet und The Tempest), dem ansprechenden Soundtrack so wie den etwas aus der Norm fallenden Protagonisten. Die ersten paar Folgen waren stets von einem gewissen "Thrill" begleitet, der einem immer wissen lassen wollte, wie es den nun weiter geht. Hatte schon die Hoffnung einen mal wieder wirklich sehr guten Anime vor mir zu haben und wurde bis zur Halbzeit auch nicht enttäuscht.
Leider aber sollte die Halbzeit (Episode 12) wohl das vorgezogene Finale gewesen sein und nach dem darauf folgenden Recap, ging es in einer Talfahrt weiter. Zum Haare raufen, wie man die Angelegenheit nach einem so gelungenen Start so fies gegen die Wand fahren konnte. Ich fand die Serie jetzt in der zweiten Hälfte nicht unbedingt schlecht, aber auch nicht mehr als höchst durchschnittlich. Im Grunde ging ~90% von dem was mir an dem Anime während der ersten 12 Folgen so sehr gefiel verloren und wurde durch eine schlechte/seichte Love Story und deplatziert wirkenden Slapstick erweitert.
Insgesamt daher leider eine Enttäuschung, auch wenn ich ihn weiterhin als ganz in Ordnung erachte. Die gelungenen, ersten 12 Episoden haben mir aber einen gänzlich falschen Eindruck vermittelt, der danach wie ein Kartenhaus in sich zusammen fiel. Hätte den Anime wohl frühzeitig abgebrochen, wenn die zweite Hälfte der Anfang gewesen wäre.
Space Battleship Yamato 2199
Ja, schon vor längerer Zeit begonnen und immer wieder Happen für Happen angesehen, habe ich ihn nun ganz beendet....leider.
Vorweg: Ich bin sehr anfällig was SciFi angeht und ein sehr, sehr großer Fan von Space Operas.
Legend of the Galactic Heroes und
Cowboy Bebop, die ja beide dem Genre angehören, sind meine absoluten Lieblinge, wenn es um Anime Serien geht.
Das (offenbar inhaltlich etwas abgeänderte/erweiterte) Remake des Yamato Originals (1975) ist die beste Space Opera die mir seit den beiden genannten Serien unter die Augen kam und hat sich damit einen Platz in meiner persönlichen TOP-List verdient.
Man merkt den 26 Episoden, was ihre Produktionsqualität angeht, durch die Bank hinweg an, dass es sich hier um eine OVA-Produktion handelt, für die ein recht üppiges Budget zur Verfügung gestanden haben muss, einschließlich erstklassiger Animatoren (Nobuteru Yūki, Yutaka Izubuchi, Junichiro Tamamori oder Makoto Kobayashi - Hideaki Anno zeigte sich fürs Opening verantwortlich, welches als Hommage an das Original dienen sollte). Dazu noch auch ein sehr westlich geprägter Zeichenstil, wie man ihn von den früheren Anime kennt. Auf optischer Seite bleiben also keine Wünsche offen.
Der OST, der genauso wie die Animationen an das Original angelehnt wurde, kann sich auch hören lassen, ohne allzu aufdringlich zu werden, passt sich aber jederzeit super ans Geschehen an und unterstreicht das Gesehene wunderbar.
Sehr viele nette Ideen, tolle Momente, klasse Einzelepisoden, sympathische Charaktere, die einem auch teils ans Herz wachsen und herrlich befreit von gängigen Anime Klischees. Die Serie wäre eigentlich wie geschaffen für den westlichen Markt und ich hoffe sehr stark darauf, dass sich irgendjemand die Lizenz dafür schnappt und sie auf Blu-ray nach Europa bringt.
Kurzum: Ich bin begeistert und die einzige Kritik die ich daran habe, ist dass die 26 Episoden viel zu wenig waren.
Farewell, Yamato! War eine großartige Reise, mit dir.
PS: Must-see für jeden der etwas für Space Operas übrig hat.