Mantis
Ich bin für Werder.
Niemand soll seine Sorgen niederlegen wenn er denn wirklich welche hat, aber bei den Lokführerstreiks seh ich die ehrlich gesagt grade nicht.
Theoretisch muss ich an fünf Tagen pro Woche jeweils 7 Stunden und 48 Minuten arbeiten. In der Realität sind meine Schichten erheblich länger. Ich kenne Kollegen, die regelmäßig bis zu 60 Stunden pro Woche arbeiten und mehr als 1.000 Überstunden angehäuft haben. Die verfallen nicht, sondern werden von Jahr zu Jahr immer mitgeschleppt.
Abfeiern kann man die Überstunden selten, weil es schlicht an Mitarbeitern fehlt. Die Bahn bietet an, die Stunden in ein Langzeitkonto zu übertragen, damit sie zumindest auf dem Papier nicht mehr existieren. Dann sagt man, ich sei "meiner Arbeitszeit voraus". Ich könnte so zum Beispiel 500 Stunden früher in Rente gehen – in 35 Jahren! Das ist doch der blanke Hohn.
Das größte Problem ist aber die fehlende Wertschätzung. Für Überstunden und Extraschichten bekommt man nicht mal mehr ein Dankeschön. Es ist selbstverständlich geworden, dass man bis zur Erschöpfung arbeitet. Vor ein paar Jahren erhielten bayernweit alle Lokführer im Güterverkehr ein Dankesschreiben für die geleisteten Überstunden, daran angeheftet war ein Gutschein für die Kantine – im Wert von 2,80 Euro! Eine Frechheit. Der Gutschein hat viele erzürnt, einige haben ihn aus Protest zurückgegeben.
http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2013-08/bahn-arbeitssituation
Also ich bin ehrlich, würde es bei mir bei der Arbeit so zugehen - ich wäre unzufrieden. Möchte einer sagen, er fänd das geil? Bitte melden!
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