Wolverine
Comichelden sind cool. Nicht umsonst gibt es allein im Marveluniversum mehr Menschen mit übernatürlichen Fähigkeiten als normale Bürger, sodass für jeden Fan ein Held nach seinem Geschmack dabei sein dürfte. Auf nicht vielen Listen allerdings dürfte James Howlett aka Logan aka Wolverine stehen. Dabei kann er soviel gar nicht. Es kann Leute verprügeln und... ... naja, das war's. Es sei denn, man zählt einen ausgeprägten Geruchssinn dazu. Es ist eher das Wie, auf das es ankommt. Und mit einer kaltschnäuzigen Einstellung und einer nie geahnten Leidenschaft für das Zufügen von Schmerzen konnte Wolverine schnell die Herzen der Fans gewinnen. Kein Wunder, dass Logan auch das Kino rockt und dem entsprechend auch die heimischen Konsolen.
Sag mal, von wo kommst du denn her?
X-Men Origins: Wolverine ist eine Adaption des gleichnamigen Kinofilms, der zeitgleich mit dem Spiel raus kommt. In beiden wird der Werdegang Logans näher beleuchtet und unter anderem wird der Weapon X Fabrik ein Besuch abgestattet. Das bringt schon mal ein kleines Problem mit sich, denn genau dieser Handlungsstrang wurde auch bereits im letzten Wolverine Spiel X-Men 2: Wolverine's Revenge für PlayStation 2 und Xbox thematisiert, sodass man diesbezüglich wenig neues geboten bekommt. Zusätzlich aber werden weitere Szenen wie eine ausgedehnte Mission in Afrika präsentiert. Im Gegensatz zu Wolverine's Revenge, das ebenfalls Hugh Jackmans Konterfei auf der Packung präsentierte, dann aber ingame weder optisch nach dem Sexiest Man Alive modelliert war noch von ihm gesprochen wurde (dafür von Mark Hamill), ist Origins voll lizenziert und der Ingame Wolverine sieht tatsächlich nach Jackman aus. Es ist ebenso das dritte X-Men Spiel insgesamt, dass Jackmans Gesicht auf dem Cover hat und mit ähnlichen Namen und fast identischem Aussehen ( X-Men 2: Wolverine's Revenge, X-Men: The Official Game, X-Men Origins: Wolverine) dürften weniger eingefleischte Fans leicht verwirrt sein. Den Stil des Films hat man gekonnt mit etwas übertriebener Comicaction vermischt. Strukturiert ist die Story im Grunde in zwei Hälften, eine davon die angesprochene Afrikamission vor Logans AdamantiumOP und dann der Gegenwart, wo Logan Jagd auf seinen Bruder macht, der später als Sabretooth bekannt werden sollte. Das Game springt gerne hin und her, macht aber einen guten Job bei den Übergängen, sodass man immer weiß, wo man gerade ist. Lediglich gegen Ende verliert die Story ein wenig den roten Faden und man fragt sich, ob das die Reise wirklich wert war.
Origins ist ein ThirdPerson Hack'n'Slay im Stile eines God of War/Ninja Gaiden mit einzelnen Plattform- und minimalen Rätseleinlagen eines Tomb Raider light. Die Level sind anfangs extrem gradlinig, öffnen sich dann später aber. Der Weg jedoch ist fast immer klar dank Logans animalischer Instinkte, die euch per Druck auf oben auf dem Digikreuz alle wichtigen Elemente der Umgebung sowie den Weg markieren, ähnlich wie auch schon in Wolverine's Revenge. Verlaufen ist also fast unmöglich. Ab und an müsst ihr wie in Dead Space Batterien finden und von einer Tür zur nächsten tragen, weil die Dinger scheinbar so teuer sind, dass man eine Batterie für jeweils zehn Türen verwenden muss. Hier und da muss ein Teleporterrätsel gelöst oder eine Kiste verschoben werden, um eine Erhöhung zu erreichen, aber damit enden die Abenteuereinlagen auch schon. Zudem sind sie nie wirklich anspruchsvoll, sondern dienen eher als Ablenkung zwischendurch. Unsichtbare Wände verhindern dabei, dass Logan auf Vorsprünge klettert, auf die er nicht klettern muss, obwohl es keinen zwingenden Grund gibt, warum er es nicht tun können sollte. Plattformeinlagen unter Zeitlimits gehören dabei ganz klar zu den Schwachpunkten des Spiels, zumal Logans Sprünge nicht immer präzise genug sind, um
Können wir nicht drüber reden?
Hauptaugenmerk liegt natürlich klar auf den Kämpfen und hier ist Logan ganz in seinem Element. Er verfügt über eine Standardattacke, einen Uppercut, einen Griff, kann sowohl am Boden als auch in der Luft kämpfen und natürlich alle Attacken nach Belieben kombinieren. Die Umgebung kann zu schnellen Kills eingesetzt werden und Logan beherrscht einen Schnellfinisher, der knifflig auszuführen ist, aber oft zum sofortigen Erfolg führt. Darüber hinaus hat er auch noch vier Spezialattacken im Repertoire, darunter die berühmte Rageattacke. Blocken und Ausweichen beherrscht er ebenso wie Konterattacken und Angriffe direkt aus der Ausweichrolle heraus. Ihr seht also, das Moveset ist umfangreich und tief. Dabei ist die beste Aktion noch nicht einmal benannt. Per Druck auf R1 könnt ihr Gegner anvisieren und dann per Druck auf L1 einen Hechtsprung aus bis zu 30 Metern ansetzen. Die kurze Reichweite der Krallen ist damit egalisiert. Die allermeisten Gegner haben dieser Attacke wenig entgegen zu setzen und zu sehen, wie Logan sich durch die Luft auf die Gegner katapultiert, wird tatsächlich nie langweilig.
Das Positive zuerst: Das tiefe und abwechslungsreiche Kampfsystem geht sofort flüssig von der Hand und in Nullkommanichts schnetzelt ihr euch mit Logan durch die Feinde, dass es nur so eine Pracht ist. Die Kämpfe sind schnell und extrem martialisch. Logan macht keine Gefangenen, sondern hinterlässt ein Blutbad sondersgleichen. Die Steuerung reagiert präzise und immer wie gewünscht, Attacken gehen nie ins Leere und die diversen Finisher sind ein wahrer Augenschmaus. Das Beste ist, dass Logan dieses Level an Badassness beibehält, will heißen, er wird nicht später mit Gegnern konfrontiert, die urplötzlich gegen alle seine coolen Moves gewappnet sind (The Force Unleashed lässt grüßen.) Zwar kommen später stärkere Feinde, aber Logan bleibt einfach eine Urgewalt, mit der sich niemand anlegen sollte. Die verschiedenen Gegner sorgen aber dafür, dass Logan gezielt seine Fähigkeiten einsetzen sollte. Bei manchen ist Kontern die effektivste Methode während bei anderen Logans animalische Sinne eingesetzt werden müssen, da diese sich unsichtbar machen können. Während des Kämpfens fühlt man sich immer wie eine losgelassene Kampfmaschine und nichts anderes sollte Logan auch sein. Das haben die Entwickler absolut auf den Punkt gebracht.
Knoten inne Finger
Das tiefe Kampfsystem bringt aber ein Problem mit sich. Die Steuerung ist ein wenig überladen. Für eine Hechtrolle müssen beispielsweise drei Tasten bedient werden. Block, Ziel anvisieren und der linke Stick. Im Falle der PS3 heißt das L2, R1 (oder R2, was dann aber auch die Spezialattacken aktiviert) und der linke Stick. Wer direkt danach zum Sprung ansetzen will, muss dann R1 und L1 folgen lassen, wer eine Spezialattacke ansetzen will, muss zu R2 und den vier vorderen Tasten greifen. Bei den schnellen Gefechten kann es auch nach längerer Spielzeit durchaus passieren, dass man sich verheddert und die falsche Kombination an Schultertasten drückt.
Beim Leveldesign haben sich die Entwickler leider ein wenig zu sehr am Kopiergerät aufgehalten. In Afrika muss derselbe Turm drei Mal erklommen werden, in der Gegenwart müsst ihr dutzende Male die dämlichen Batterien durch die Gegend tragen. Gleiches gilt für die Gegner, nicht so sehr für die Standardgegner, wohl aber für die Zwischenbosse, die alle auf die gleiche Art besiegt werden. Auf die Dauer wird das "Auf den Rücken springen und kratzen" doch etwas eintönig. Standardgegner erscheinen in verschiedenen Varianten, lassen sich dann aber doch in grob vier Kategorien unterteilen, was das Game auch dankenswerterweise für euch macht. Gegner in Afrika und in der Gegenwart sehen zwar anders aus, sind aber im Grunde die gleichen Typen mit anderen Skins.
Können wir weitermachen? Der nächste wartet schon.
Etwas besser sind die richtigen Bossgegner, von denen es leider viel zu wenige und diese nur gegen Ende des Spiels gibt. Gerade hier ist das Pacing völlig daneben. Die ersten sechs Stunden kommt praktisch gar nichts außer irgendwelchen übergroßen Monstern, die alle mit der gleichen lahmen Taktik zu besiegen sind (siehe oben), dann werden nicht weniger als drei Bossgegner, von denen vorher nie die Rede war, unmittelbar hinter einander gereiht, sodass man schon fast glaubt, man spielte ein Beat'emUp. Dazu kommt dass, wie in The Force Unleashed, das vermeintliche Highlight sich als äußerst enttäuschend heraus stellt. In The Force Unleashed war es noch das Herunterziehen des Stardestroyers, hier ist es der Kampf gegen den Sentinel. Zwar ist dieser lange nicht so nervig und frustrierend wie das Star Wars Pendant, aber wirklich gut gelungen ist der Kampf wieder nicht. Zuerst hackt ihr nur gegen die Füße und der Rest ist eine mehr oder weniger selbst ablaufende, minimal beeinflussbare Videosequenz. Wo wir davon reden, hin und wieder entzieht sich Logan der Kontrolle des Spielers und führt eine kurze gescriptete Aktion selber aus, meist um im Level voran zu schreiten. Dies geschieht so willkürlich und ohne Warnung, dass ich teilweise erst mitten in der Aktion oder sogar erst danach bemerkt habe, dass ich überhaupt keine Kontrolle mehr über Logan habe. Zudem sind die einzelnen Level allesamt etwas arg lang geraten. Gerade im verschneiten Wald nach der Weapon X Fabrik verbringt man gefühlte Ewigkeiten, aber ebenso kann man gegen Ende auch den Dschungel nicht mehr sehen. Mehr und kürzere Level und damit mehr Abwechslung wären hier schön gewesen.
Nur eine Fleischwunde
Regenerierende Gesundheit ist zwar mittlerweile Standard, Sinn macht sie allerdings selten. In Halo wurde noch mit dem Energieschild operiert, dass sich erneuerte, später ignorierte man dieses Problem einfach und so kann heute jeder Soldat alle Schusswunden binnen weniger Sekunden heilen, wenn er sich einfach nur in die Ecke duckt. Im Falle von Wolverine macht dieses Gesundheitssystem ausnahmsweise mal wieder richtig Sinn, schade nur, dass es auf Grund des übermäßigen Gebrauchs wie reiner Genrestandard wirkt. Schön ist, dass Logan auch optisch Schäden nimmt, die sich dann wieder heilen, allerdings hat Logans Aussehen keinen Bezug zu seiner Gesundheitsleiste. So kann seine Leiste voll sein, obwohl er mit offenem Torso unterwegs ist. Hier hat man klar eine Chance vertan ohne HUD nur mit visuellen Hinweisen zu operieren.
Ebenfalls erlaubt euch das Game, Logan aufzuleveln. Gesundheit und Power erhöhen sich regelmäßig durch automatisches Hochleveln, zusätzlich jedoch könnt ihr durch Auffinden von DNA Strängen weitere Puntke zu eurer Gesundheit hinzufügen. Bis zu drei Slots erlauben es euch, "Perks" nach eurem Belieben zu setzen, die eine Stärkung bestimmter Fähigkeiten mit sich bringen. Ihr könnt wählen ob ihr lieber mehr Gesundheit habt oder schneller auflevelt. Zudem könnt ihr mit Punkten Logans Stärke erhöhen oder neue Fähigkeiten kaufen. Des Weiteren sammelt ihr auch noch Erfahrung im Kampf mit einzelnen Gegnern. Je öfter und origineller ihr gegen einen Gegnertyp gewonnen habt, desto besser sind eure Reflexe im Umgang mit diesen Gegnern, was sich darin äußerst, dass ihr ab sofort mehr Schaden an diesen anrichtet. Ihr seht also, auch hier gibt es einiges, was das Game ermöglicht, allerdings relativiert sich dieses auf den ersten Blick komplizierte und tiefe Auflevel- und Upgradesystem, denn in der Praxis läuft nahezu alles vollautomatisch. Da die Gegner auch stärker werden, hat man irgendwie niemals wirklich das Gefühl, dass irgendwas davon einen wirklich relevanten Einfluss auf das Spiel hat, das dank Logans Power auch auf dem Standardschwierigkeitsgrad kaum Widerstand leistet. Einzig neue Spezialattacken oder eine (noch) schnellere Gesundheitsregeneration machen das Game noch etwas einfacher. Insgesamt wirkt das System etwas überladen im Hinblick auf den minimalen Effekt, den es ingame tatsächlich hat. Wieder eine verschwendete Möglichkeit, dem Spiel etwas mehr Tiefe zu verleihen. Womöglich aber wollte man gerade eine Filmumsetzung nicht zu tief gestalten um, ihr wisst schon wen, nicht zu verschrecken.
Mit 12 bis 15 Stunden ist das Game für heutige Verhältnisse erstaunlich lang, wenngleich es sich teilweise wie schon erwähnt etwas hinzieht. Das Finale ist ein klein wenig enttäuschend und auch das Ende ist etwas seltsam. Bonusinhalte wie neue Kostüme sollen zum Weiterspielen motivieren, diese Kostüme allerdings werden nicht in den vorgerenderten Videos gezeigt.
Lego-Technik
Technisch deckt das Game von grandios bis unzumutbar alles ab. Logan selbst sieht klasse aus und Jackman ist sofort wieder zu erkennen. Gleiches gilt für Creed oder andere Nebencharaktere. Raven hingegen fällt da wieder in den Typ Plastikgesicht. Animationen sind zahlreich und butterweich und gerade Logans Kampfmoves fügen sich nahtlos ineinander. Seine Gegner brauchen sich da nicht zu verstecken. Die Umwelt bietet einiges an zerstörbaren Objekten und Logan kann an den meisten Oberflächen Kratzspuren hinterlassen. Zudem ist das Game wunderschön brutal und erlaubt es Logan, diverse Körperteile seiner Gegner abzutrennen. Schwankend ist die Qualität der einzelnen Level, von denen Afrika am besten gefällt, gefolgt vom Schneefeld. Es fallen die Laborräume etwas ab, die einfach nie so wirklich etwas her machen. Das ist der Natur der Sache geschuldet, aber warum lässt man dann das halbe Spiel in diesen Räumen spielen? Ein ähnliches Verschulden traf auch Killzone 2, dessen technische Brillianz in eintönigen und langweiligen Umgebungen erstickt wurde. Grafisch imposant sind wie erwähnt auch Logans Schadenstexturen am Körper. Interessant hier: Auch sein Shirt zerreißt realistisch, bis es ganz verschwindet. Hin und wieder und vor allem nach Cutszenes aber erscheint es wieder wie von Geisterhand. Seine Hose im Gegenzug nimmt überhaupt keinen Schaden.
Nicht ganz so brilliant ist der Sound. Musik fällt nicht weiter auf während das Voicacting von den OriginalSchauspielern des Films stammt, allen voran Jackman als Logan. Etwas anderes wäre angesichts des offiziellen Status des Games auch nicht akzeptabel gewesen. Die Performance der Darsteller ist meistens recht gut, allerdings ist der Ton insgesamt und vor allem in den Videos viel zu leise. Phrasen überschneiden sich mit Cutszenes und Gespräche gehen in der Action unter.
Um 12 wird gegessen, ob fertig oder nicht
Leider Gottes merkt man dem Game genau hier den Zeitdruck an, ja rechtzeitig zum Kinostart im Regal stehen zu müssen. Das Game strotzt nur so vor lauter Bugs und Glitches. Die meisten sind kleinerer Natur, aber Logan bleibt zum Beispiel ständig an der Umgebung hängen, hat Probleme, wenn es um minimale Höhenunterschied geht und rutscht oft genug durch Steine und Wände durch. Manche Leichen, vor allem größerer Gegner, verlieren zu schnell ihre Kollisionsabfrage. Ständig ruckelt das Spiel, wenn der Ansturm an Gegnern zu groß wird. Ladezeiten sind recht häufig und pausieren beim Streaming auch mal kurz das Spiel... inklusive Einblendung "streaming". Sorry, das ist kein Streaming, das ist einfach nur normales "loading". Streaming wäre, wenn es unbemerkt im Hintergrund passieren würde. Typisch für die Unreal Engine 3 gibt es ein häufiges Nachladen von Texturen, obwohl das Game schon läuft. Kurz vor einer Cutszene stockt das Game kurz wie bei einem Absturz. Umgekehrt läuft der Übergang Cutszene zu Gameplay hingegen flüssig. Zwei heftige Fehler zwangen darüber hinaus zum Neustart. Einmal flog Logan einfach durch den Boden ins Datennichts und kam nicht mehr raus, ein anderes Mal stürzte einfach der Sound ab und es war nur noch ein lautes Kratzen zu hören. Das Spiel ist nicht völlig kaputt, aber es ist auch nicht ganz fertig geworden.
Fazit: Ich bin noch besser in dem, was er tut
Wolverine fängt ganz stark an, lässt dann aber minimal nach. Das Kampfsystem ist rasend schnell, leicht zu beherrschen und fühlt sich einfach so brutal an wie es aussieht. Logan ist ein Monster und genau dieses Gefühl bringt das Game perfekt rüber. Nichts und niemand steht noch, wenn Logan fertig ist. Ein perfekter Mix aus Verteidigung, Angriff und Spezialfähigkeiten lassen sofort das Gefühl aufkommen, man sei Wolverine. Der große Umfang beeindruckt ebenfalls. Leider stellen sich nach etwa der Hälfte des Games leichte Ermüdungserscheinungen ein, denn obwohl das Kampfsystem frisch bleibt, so tun dies die Gegner leider nicht. Dieselben Heinis in den überlangen, gleich aussehenden Leveln verlangen oftmals dieselben paar Moves und sterben in denselben paar Todesanimationen. Sprungeinlagen und die nervige Powercellschlepperei nerven mehr als dass sie das Game auflockern, die Bosse treten nahezu geschlossen am Schluss auf und das Auflevelsystem wird durch seinen Automatismus beinahe irrelevant. Technische Fehler und Probleme lassen auf fehlenden Feinschliff schließen.
Dennoch: Für eine Filmumsetzung ist hier mit ungewöhnlich viel Liebe zum Projekt gearbeitet worden und man hat alles daran gesetzt, ein authentisches Wolverine-Erlebnis zu schaffen, was an der kompromisslosen und kommerziell nicht förderlichen 18er Freigabe der UK Version, verbunden mit der Streichung der deutschen Veröffentlichung, gut zu erkennen ist. Mit Logan den Bildschirm zu leeren und den Boden rot zu tränken macht einfach Spaß. Wer ansatzweise Fan ist von brutalen, schnellen Actiongames oder Freund des Mutanten mit den Selbstheilungskräften, der sollte von diesem Spiel nicht enttäuscht werden. Es hätte mit ein wenig mehr Feinschliff und Zeit etwas besser werden können, aber angesichts seines Status als Lizenzprojekt hätte es auch viel, viel schlechter werden.
Comichelden sind cool. Nicht umsonst gibt es allein im Marveluniversum mehr Menschen mit übernatürlichen Fähigkeiten als normale Bürger, sodass für jeden Fan ein Held nach seinem Geschmack dabei sein dürfte. Auf nicht vielen Listen allerdings dürfte James Howlett aka Logan aka Wolverine stehen. Dabei kann er soviel gar nicht. Es kann Leute verprügeln und... ... naja, das war's. Es sei denn, man zählt einen ausgeprägten Geruchssinn dazu. Es ist eher das Wie, auf das es ankommt. Und mit einer kaltschnäuzigen Einstellung und einer nie geahnten Leidenschaft für das Zufügen von Schmerzen konnte Wolverine schnell die Herzen der Fans gewinnen. Kein Wunder, dass Logan auch das Kino rockt und dem entsprechend auch die heimischen Konsolen.
Sag mal, von wo kommst du denn her?
X-Men Origins: Wolverine ist eine Adaption des gleichnamigen Kinofilms, der zeitgleich mit dem Spiel raus kommt. In beiden wird der Werdegang Logans näher beleuchtet und unter anderem wird der Weapon X Fabrik ein Besuch abgestattet. Das bringt schon mal ein kleines Problem mit sich, denn genau dieser Handlungsstrang wurde auch bereits im letzten Wolverine Spiel X-Men 2: Wolverine's Revenge für PlayStation 2 und Xbox thematisiert, sodass man diesbezüglich wenig neues geboten bekommt. Zusätzlich aber werden weitere Szenen wie eine ausgedehnte Mission in Afrika präsentiert. Im Gegensatz zu Wolverine's Revenge, das ebenfalls Hugh Jackmans Konterfei auf der Packung präsentierte, dann aber ingame weder optisch nach dem Sexiest Man Alive modelliert war noch von ihm gesprochen wurde (dafür von Mark Hamill), ist Origins voll lizenziert und der Ingame Wolverine sieht tatsächlich nach Jackman aus. Es ist ebenso das dritte X-Men Spiel insgesamt, dass Jackmans Gesicht auf dem Cover hat und mit ähnlichen Namen und fast identischem Aussehen ( X-Men 2: Wolverine's Revenge, X-Men: The Official Game, X-Men Origins: Wolverine) dürften weniger eingefleischte Fans leicht verwirrt sein. Den Stil des Films hat man gekonnt mit etwas übertriebener Comicaction vermischt. Strukturiert ist die Story im Grunde in zwei Hälften, eine davon die angesprochene Afrikamission vor Logans AdamantiumOP und dann der Gegenwart, wo Logan Jagd auf seinen Bruder macht, der später als Sabretooth bekannt werden sollte. Das Game springt gerne hin und her, macht aber einen guten Job bei den Übergängen, sodass man immer weiß, wo man gerade ist. Lediglich gegen Ende verliert die Story ein wenig den roten Faden und man fragt sich, ob das die Reise wirklich wert war.
Origins ist ein ThirdPerson Hack'n'Slay im Stile eines God of War/Ninja Gaiden mit einzelnen Plattform- und minimalen Rätseleinlagen eines Tomb Raider light. Die Level sind anfangs extrem gradlinig, öffnen sich dann später aber. Der Weg jedoch ist fast immer klar dank Logans animalischer Instinkte, die euch per Druck auf oben auf dem Digikreuz alle wichtigen Elemente der Umgebung sowie den Weg markieren, ähnlich wie auch schon in Wolverine's Revenge. Verlaufen ist also fast unmöglich. Ab und an müsst ihr wie in Dead Space Batterien finden und von einer Tür zur nächsten tragen, weil die Dinger scheinbar so teuer sind, dass man eine Batterie für jeweils zehn Türen verwenden muss. Hier und da muss ein Teleporterrätsel gelöst oder eine Kiste verschoben werden, um eine Erhöhung zu erreichen, aber damit enden die Abenteuereinlagen auch schon. Zudem sind sie nie wirklich anspruchsvoll, sondern dienen eher als Ablenkung zwischendurch. Unsichtbare Wände verhindern dabei, dass Logan auf Vorsprünge klettert, auf die er nicht klettern muss, obwohl es keinen zwingenden Grund gibt, warum er es nicht tun können sollte. Plattformeinlagen unter Zeitlimits gehören dabei ganz klar zu den Schwachpunkten des Spiels, zumal Logans Sprünge nicht immer präzise genug sind, um
Können wir nicht drüber reden?
Hauptaugenmerk liegt natürlich klar auf den Kämpfen und hier ist Logan ganz in seinem Element. Er verfügt über eine Standardattacke, einen Uppercut, einen Griff, kann sowohl am Boden als auch in der Luft kämpfen und natürlich alle Attacken nach Belieben kombinieren. Die Umgebung kann zu schnellen Kills eingesetzt werden und Logan beherrscht einen Schnellfinisher, der knifflig auszuführen ist, aber oft zum sofortigen Erfolg führt. Darüber hinaus hat er auch noch vier Spezialattacken im Repertoire, darunter die berühmte Rageattacke. Blocken und Ausweichen beherrscht er ebenso wie Konterattacken und Angriffe direkt aus der Ausweichrolle heraus. Ihr seht also, das Moveset ist umfangreich und tief. Dabei ist die beste Aktion noch nicht einmal benannt. Per Druck auf R1 könnt ihr Gegner anvisieren und dann per Druck auf L1 einen Hechtsprung aus bis zu 30 Metern ansetzen. Die kurze Reichweite der Krallen ist damit egalisiert. Die allermeisten Gegner haben dieser Attacke wenig entgegen zu setzen und zu sehen, wie Logan sich durch die Luft auf die Gegner katapultiert, wird tatsächlich nie langweilig.
Das Positive zuerst: Das tiefe und abwechslungsreiche Kampfsystem geht sofort flüssig von der Hand und in Nullkommanichts schnetzelt ihr euch mit Logan durch die Feinde, dass es nur so eine Pracht ist. Die Kämpfe sind schnell und extrem martialisch. Logan macht keine Gefangenen, sondern hinterlässt ein Blutbad sondersgleichen. Die Steuerung reagiert präzise und immer wie gewünscht, Attacken gehen nie ins Leere und die diversen Finisher sind ein wahrer Augenschmaus. Das Beste ist, dass Logan dieses Level an Badassness beibehält, will heißen, er wird nicht später mit Gegnern konfrontiert, die urplötzlich gegen alle seine coolen Moves gewappnet sind (The Force Unleashed lässt grüßen.) Zwar kommen später stärkere Feinde, aber Logan bleibt einfach eine Urgewalt, mit der sich niemand anlegen sollte. Die verschiedenen Gegner sorgen aber dafür, dass Logan gezielt seine Fähigkeiten einsetzen sollte. Bei manchen ist Kontern die effektivste Methode während bei anderen Logans animalische Sinne eingesetzt werden müssen, da diese sich unsichtbar machen können. Während des Kämpfens fühlt man sich immer wie eine losgelassene Kampfmaschine und nichts anderes sollte Logan auch sein. Das haben die Entwickler absolut auf den Punkt gebracht.
Knoten inne Finger
Das tiefe Kampfsystem bringt aber ein Problem mit sich. Die Steuerung ist ein wenig überladen. Für eine Hechtrolle müssen beispielsweise drei Tasten bedient werden. Block, Ziel anvisieren und der linke Stick. Im Falle der PS3 heißt das L2, R1 (oder R2, was dann aber auch die Spezialattacken aktiviert) und der linke Stick. Wer direkt danach zum Sprung ansetzen will, muss dann R1 und L1 folgen lassen, wer eine Spezialattacke ansetzen will, muss zu R2 und den vier vorderen Tasten greifen. Bei den schnellen Gefechten kann es auch nach längerer Spielzeit durchaus passieren, dass man sich verheddert und die falsche Kombination an Schultertasten drückt.
Beim Leveldesign haben sich die Entwickler leider ein wenig zu sehr am Kopiergerät aufgehalten. In Afrika muss derselbe Turm drei Mal erklommen werden, in der Gegenwart müsst ihr dutzende Male die dämlichen Batterien durch die Gegend tragen. Gleiches gilt für die Gegner, nicht so sehr für die Standardgegner, wohl aber für die Zwischenbosse, die alle auf die gleiche Art besiegt werden. Auf die Dauer wird das "Auf den Rücken springen und kratzen" doch etwas eintönig. Standardgegner erscheinen in verschiedenen Varianten, lassen sich dann aber doch in grob vier Kategorien unterteilen, was das Game auch dankenswerterweise für euch macht. Gegner in Afrika und in der Gegenwart sehen zwar anders aus, sind aber im Grunde die gleichen Typen mit anderen Skins.
Können wir weitermachen? Der nächste wartet schon.
Etwas besser sind die richtigen Bossgegner, von denen es leider viel zu wenige und diese nur gegen Ende des Spiels gibt. Gerade hier ist das Pacing völlig daneben. Die ersten sechs Stunden kommt praktisch gar nichts außer irgendwelchen übergroßen Monstern, die alle mit der gleichen lahmen Taktik zu besiegen sind (siehe oben), dann werden nicht weniger als drei Bossgegner, von denen vorher nie die Rede war, unmittelbar hinter einander gereiht, sodass man schon fast glaubt, man spielte ein Beat'emUp. Dazu kommt dass, wie in The Force Unleashed, das vermeintliche Highlight sich als äußerst enttäuschend heraus stellt. In The Force Unleashed war es noch das Herunterziehen des Stardestroyers, hier ist es der Kampf gegen den Sentinel. Zwar ist dieser lange nicht so nervig und frustrierend wie das Star Wars Pendant, aber wirklich gut gelungen ist der Kampf wieder nicht. Zuerst hackt ihr nur gegen die Füße und der Rest ist eine mehr oder weniger selbst ablaufende, minimal beeinflussbare Videosequenz. Wo wir davon reden, hin und wieder entzieht sich Logan der Kontrolle des Spielers und führt eine kurze gescriptete Aktion selber aus, meist um im Level voran zu schreiten. Dies geschieht so willkürlich und ohne Warnung, dass ich teilweise erst mitten in der Aktion oder sogar erst danach bemerkt habe, dass ich überhaupt keine Kontrolle mehr über Logan habe. Zudem sind die einzelnen Level allesamt etwas arg lang geraten. Gerade im verschneiten Wald nach der Weapon X Fabrik verbringt man gefühlte Ewigkeiten, aber ebenso kann man gegen Ende auch den Dschungel nicht mehr sehen. Mehr und kürzere Level und damit mehr Abwechslung wären hier schön gewesen.
Nur eine Fleischwunde
Regenerierende Gesundheit ist zwar mittlerweile Standard, Sinn macht sie allerdings selten. In Halo wurde noch mit dem Energieschild operiert, dass sich erneuerte, später ignorierte man dieses Problem einfach und so kann heute jeder Soldat alle Schusswunden binnen weniger Sekunden heilen, wenn er sich einfach nur in die Ecke duckt. Im Falle von Wolverine macht dieses Gesundheitssystem ausnahmsweise mal wieder richtig Sinn, schade nur, dass es auf Grund des übermäßigen Gebrauchs wie reiner Genrestandard wirkt. Schön ist, dass Logan auch optisch Schäden nimmt, die sich dann wieder heilen, allerdings hat Logans Aussehen keinen Bezug zu seiner Gesundheitsleiste. So kann seine Leiste voll sein, obwohl er mit offenem Torso unterwegs ist. Hier hat man klar eine Chance vertan ohne HUD nur mit visuellen Hinweisen zu operieren.
Ebenfalls erlaubt euch das Game, Logan aufzuleveln. Gesundheit und Power erhöhen sich regelmäßig durch automatisches Hochleveln, zusätzlich jedoch könnt ihr durch Auffinden von DNA Strängen weitere Puntke zu eurer Gesundheit hinzufügen. Bis zu drei Slots erlauben es euch, "Perks" nach eurem Belieben zu setzen, die eine Stärkung bestimmter Fähigkeiten mit sich bringen. Ihr könnt wählen ob ihr lieber mehr Gesundheit habt oder schneller auflevelt. Zudem könnt ihr mit Punkten Logans Stärke erhöhen oder neue Fähigkeiten kaufen. Des Weiteren sammelt ihr auch noch Erfahrung im Kampf mit einzelnen Gegnern. Je öfter und origineller ihr gegen einen Gegnertyp gewonnen habt, desto besser sind eure Reflexe im Umgang mit diesen Gegnern, was sich darin äußerst, dass ihr ab sofort mehr Schaden an diesen anrichtet. Ihr seht also, auch hier gibt es einiges, was das Game ermöglicht, allerdings relativiert sich dieses auf den ersten Blick komplizierte und tiefe Auflevel- und Upgradesystem, denn in der Praxis läuft nahezu alles vollautomatisch. Da die Gegner auch stärker werden, hat man irgendwie niemals wirklich das Gefühl, dass irgendwas davon einen wirklich relevanten Einfluss auf das Spiel hat, das dank Logans Power auch auf dem Standardschwierigkeitsgrad kaum Widerstand leistet. Einzig neue Spezialattacken oder eine (noch) schnellere Gesundheitsregeneration machen das Game noch etwas einfacher. Insgesamt wirkt das System etwas überladen im Hinblick auf den minimalen Effekt, den es ingame tatsächlich hat. Wieder eine verschwendete Möglichkeit, dem Spiel etwas mehr Tiefe zu verleihen. Womöglich aber wollte man gerade eine Filmumsetzung nicht zu tief gestalten um, ihr wisst schon wen, nicht zu verschrecken.
Mit 12 bis 15 Stunden ist das Game für heutige Verhältnisse erstaunlich lang, wenngleich es sich teilweise wie schon erwähnt etwas hinzieht. Das Finale ist ein klein wenig enttäuschend und auch das Ende ist etwas seltsam. Bonusinhalte wie neue Kostüme sollen zum Weiterspielen motivieren, diese Kostüme allerdings werden nicht in den vorgerenderten Videos gezeigt.
Lego-Technik
Technisch deckt das Game von grandios bis unzumutbar alles ab. Logan selbst sieht klasse aus und Jackman ist sofort wieder zu erkennen. Gleiches gilt für Creed oder andere Nebencharaktere. Raven hingegen fällt da wieder in den Typ Plastikgesicht. Animationen sind zahlreich und butterweich und gerade Logans Kampfmoves fügen sich nahtlos ineinander. Seine Gegner brauchen sich da nicht zu verstecken. Die Umwelt bietet einiges an zerstörbaren Objekten und Logan kann an den meisten Oberflächen Kratzspuren hinterlassen. Zudem ist das Game wunderschön brutal und erlaubt es Logan, diverse Körperteile seiner Gegner abzutrennen. Schwankend ist die Qualität der einzelnen Level, von denen Afrika am besten gefällt, gefolgt vom Schneefeld. Es fallen die Laborräume etwas ab, die einfach nie so wirklich etwas her machen. Das ist der Natur der Sache geschuldet, aber warum lässt man dann das halbe Spiel in diesen Räumen spielen? Ein ähnliches Verschulden traf auch Killzone 2, dessen technische Brillianz in eintönigen und langweiligen Umgebungen erstickt wurde. Grafisch imposant sind wie erwähnt auch Logans Schadenstexturen am Körper. Interessant hier: Auch sein Shirt zerreißt realistisch, bis es ganz verschwindet. Hin und wieder und vor allem nach Cutszenes aber erscheint es wieder wie von Geisterhand. Seine Hose im Gegenzug nimmt überhaupt keinen Schaden.
Nicht ganz so brilliant ist der Sound. Musik fällt nicht weiter auf während das Voicacting von den OriginalSchauspielern des Films stammt, allen voran Jackman als Logan. Etwas anderes wäre angesichts des offiziellen Status des Games auch nicht akzeptabel gewesen. Die Performance der Darsteller ist meistens recht gut, allerdings ist der Ton insgesamt und vor allem in den Videos viel zu leise. Phrasen überschneiden sich mit Cutszenes und Gespräche gehen in der Action unter.
Um 12 wird gegessen, ob fertig oder nicht
Leider Gottes merkt man dem Game genau hier den Zeitdruck an, ja rechtzeitig zum Kinostart im Regal stehen zu müssen. Das Game strotzt nur so vor lauter Bugs und Glitches. Die meisten sind kleinerer Natur, aber Logan bleibt zum Beispiel ständig an der Umgebung hängen, hat Probleme, wenn es um minimale Höhenunterschied geht und rutscht oft genug durch Steine und Wände durch. Manche Leichen, vor allem größerer Gegner, verlieren zu schnell ihre Kollisionsabfrage. Ständig ruckelt das Spiel, wenn der Ansturm an Gegnern zu groß wird. Ladezeiten sind recht häufig und pausieren beim Streaming auch mal kurz das Spiel... inklusive Einblendung "streaming". Sorry, das ist kein Streaming, das ist einfach nur normales "loading". Streaming wäre, wenn es unbemerkt im Hintergrund passieren würde. Typisch für die Unreal Engine 3 gibt es ein häufiges Nachladen von Texturen, obwohl das Game schon läuft. Kurz vor einer Cutszene stockt das Game kurz wie bei einem Absturz. Umgekehrt läuft der Übergang Cutszene zu Gameplay hingegen flüssig. Zwei heftige Fehler zwangen darüber hinaus zum Neustart. Einmal flog Logan einfach durch den Boden ins Datennichts und kam nicht mehr raus, ein anderes Mal stürzte einfach der Sound ab und es war nur noch ein lautes Kratzen zu hören. Das Spiel ist nicht völlig kaputt, aber es ist auch nicht ganz fertig geworden.
Fazit: Ich bin noch besser in dem, was er tut
Wolverine fängt ganz stark an, lässt dann aber minimal nach. Das Kampfsystem ist rasend schnell, leicht zu beherrschen und fühlt sich einfach so brutal an wie es aussieht. Logan ist ein Monster und genau dieses Gefühl bringt das Game perfekt rüber. Nichts und niemand steht noch, wenn Logan fertig ist. Ein perfekter Mix aus Verteidigung, Angriff und Spezialfähigkeiten lassen sofort das Gefühl aufkommen, man sei Wolverine. Der große Umfang beeindruckt ebenfalls. Leider stellen sich nach etwa der Hälfte des Games leichte Ermüdungserscheinungen ein, denn obwohl das Kampfsystem frisch bleibt, so tun dies die Gegner leider nicht. Dieselben Heinis in den überlangen, gleich aussehenden Leveln verlangen oftmals dieselben paar Moves und sterben in denselben paar Todesanimationen. Sprungeinlagen und die nervige Powercellschlepperei nerven mehr als dass sie das Game auflockern, die Bosse treten nahezu geschlossen am Schluss auf und das Auflevelsystem wird durch seinen Automatismus beinahe irrelevant. Technische Fehler und Probleme lassen auf fehlenden Feinschliff schließen.
Dennoch: Für eine Filmumsetzung ist hier mit ungewöhnlich viel Liebe zum Projekt gearbeitet worden und man hat alles daran gesetzt, ein authentisches Wolverine-Erlebnis zu schaffen, was an der kompromisslosen und kommerziell nicht förderlichen 18er Freigabe der UK Version, verbunden mit der Streichung der deutschen Veröffentlichung, gut zu erkennen ist. Mit Logan den Bildschirm zu leeren und den Boden rot zu tränken macht einfach Spaß. Wer ansatzweise Fan ist von brutalen, schnellen Actiongames oder Freund des Mutanten mit den Selbstheilungskräften, der sollte von diesem Spiel nicht enttäuscht werden. Es hätte mit ein wenig mehr Feinschliff und Zeit etwas besser werden können, aber angesichts seines Status als Lizenzprojekt hätte es auch viel, viel schlechter werden.
