Damit es im spärlich besuchten Spiele-Thread nicht untergeht, hier noch mal mein Eindruck zu
Pneuma (Xbox One)
Vorweg: Das ist tatsächlich meine erste Berührung mit diesem Genre. Habe noch nie zuvor ein derartiges Rätsel-Ego-Adventure gespielt. Kann also leider keine Vergleiche ziehen und bin rätseltechnisch ein ziemlicher Neuling (ist sicher erwähnenswert, um den Schwierigkeitsgrad einschätzen zu können).
Also, visuell ist Pneuma fantastisch. Logisch, weil hier die Unreal Engine 4 werkelt, bei der vor allem die fabelhafte Beleuchtung heraussticht, und es zudem eine sehr schöne Architektur besitzt. Ansonsten sind die Umgebungen, was die Details angeht, eher steril gehalten. Vereinzelte Grafikfehler (bspw. unruhiges "Flackern" einzelner Texturen) gibt es auch selten. Aber ok, ist ja auch nur ein "kleiner" Indietitel, weshalb ich, vor allem in Anbetracht der sonstigen Grafikpracht, gerne über solche minimalen "Qualitätsprobleme" hinwegsehe.
Die Musik ist bisher ebenfalls angenehm. Die Off-Stimme hingegen ist eher penetrant "charmant".

Labert mehr oder weniger durchgehend, gibt manchmal dezente Hinweise, philosophiert ansonsten aber frei herum. Und zwar in einer recht "schnellzüngigen" Weise. Habt ihr schon mal Zero Punctuation gesehen? Kommt der Stimmlage hier erstaunlich nahe.

Von daher kann ich verstehen, dass dieser Spielaspekt häufiger kritisiert wird. Ich muss jedoch zugeben, dass ich die vorwitzige Philosophiererei irgendwie sympathisch finde, da sie im Kontrast zur ansonsten sehr ruhigen und hypnotisierenden Präsentation steht.
Zum Gameplay: Du betrittst ein Gebiet, in dem der Ausgang verschlossen ist und musst selbigen öffnen. Meist indem du auf einen "Schalter" schaust. Die Türen öffnen sich nämlich nur, wenn du sie (bzw. ihre jeweiligen Schalter) anguckst. Im Grunde ist das auch schon der Witz daran. Die Aufgabe besteht nun also darin, dich irgendwie durch das Level "zu gucken". Durch Anschauen lässt du beispielsweise auch Maschinen laufen oder beeinflusst Objekte. Es geht also eigentlich nur darum, die perfekten "Blickwinkel" zu finden, aus denen du alle benötigten Ereignisse auslösen kannst. Klassische Schalter oder Kisten-Verschiebe-Rätsel sind es also nicht unbedingt. Es geht vielmehr um das clevere Beobachten.
Beispielrätsel aus den ersten 10 Spielminuten: Eckiger Raum, eine verschlossene Türe, ein Hebel, drei Säulen. In zweien ein Loch, auf der dritten das "Schalter-Auge", das du anschauen musst, um die Tür zu öffnen, die sich (aus der Screenshotperspektive betrachtet) links hinter dir befindet. Ab zum Schalter, damit die Augen-Säule so hochfahren, dass man das Auge durch die beiden Löcher hindurch sehen kann und fertig. Weil sich die Tür aber nur bei Blickkontakt mit dem Auge öffnet und zudem in deinem Rücken befindet, heißt es rückwärts durch den Ausgang gehen, während du auf den Schalter starrst.
Bisher läuft das Ganze noch sehr simpel ab. Konnte jedenfalls problemlos durch die verschiedenen Abschnitte marschieren und die Rätsel ohne größere Umschweife erledigen. Wenn man den Kern des Gameplays erfasst hat und über ein wenig logischen Menschenverstand verfügt, ist es fast schon zu einfach. Bin gespannt, ob der Schwierigkeitsgrad noch anzieht. Wäre wünschenswert, auch in Hinblick auf die damit verbundene Spielzeit. Bin nach nur einer Stunde nämlich schon in Kapitel 4 (von 7, inkl. Prolog). Wenn ich also weiter so anstandslos durch die Rätsel latschen kann, dann sehe ich in insgesamt maximal 3 Stunden den Abspann, was schon ein wenig enttäuschend wäre.
Vor allem, weil die Welt wirklich ansehnlich und entspannend ist und mir die vorwitzige "Götter-Story" sogar recht gut gefällt.
Eindruck nach der Hälfte des Spiels in wenigen Worten: Hübsch, stimmungsvoll, erstaunlich sympathische Geschichte, witzige, aber bisher sehr simple Rätsel, (zu?) kurze Spielzeit.
Und noch ein paar Screenshots, weil's so sexy aussieht

: