Bin gerade aus dem Kurzurlaub mit der Family zurück gekommen. Nachdem wir abends wegen unserem Zweijährigen schon zeitig wieder im Hotelzimmer sein mussten, konnte ich ausführlich meine beiden neuesten Errungenschaften für die Switch zocken: My Time at Portia und Steamworld Quest: Hand of Gilgamesh
Portia konnte mich auch nach mehreren Sessions nicht fesseln. Ich kann gar nicht sagen warum? Eigentlich schlägt es ja genau in die selbe Kerbe wie Stardew Valley, was eines meiner absoluten Lieblingsspiele der letzten Jahre ist. Vielleicht macht es schon wieder zu viel gleich, setzt zu sehr auf die bekannte Formel und überrascht mich mit zu wenigen Neuerungen. Vielleicht liegt es auch am katastrophalen technischen Zustand der Switch-Version, keine Ahnung?
Steamworld Quest hingegen finde ich bisher sehr stark. Es spielt sich wie ein klassisches JRPG in liebevoller Comic-Optik. Das Kartenspiel, welches das Kampfsystem darstellt, hält sich angenehm im Hintergrund, ist aber dennoch erfrischend genug, um nicht abgenutzt zu wirken. Klar, nach Slay the Spire und Thronebreaker, ist die Kartenmechanik nicht unbedingt neu. Jeder der drei Helden der Gruppe darf je 8 Karten ins Deck mischen, welches somit aus 24 Karten besteht. Zu Beginn jeder Runde werden Karten gezogen, von denen man 3 pro Runde spielen darf. Einfachere Karten haben weniger beeindruckende Effekte, liefern dafür aber Spezialpunkte. Hat man davon genug gesammelt, darf man dann die besseren Karten ausspielen, die eben diese Punkte wieder verbrauchen.
Außerdem kann man gewisse Karten miteinander kombinieren. Z.B. kann man einen Gegner erst anfällig gegen Feuer machen, um dann den entsprechenden Feuerball auf ihn loszulassen. Schafft man es, in einer Runde, 3 Karten des selben Characters zu spielen, lässt er seinen mächtigen Specialmove los, der von der ausgerüsteten Waffe abhängig ist. Ja, man muss nicht nur ständig sein Kartendeck erweitern und managen, sondern es gibt auch klassischen Loot wie Waffen und Rüstungsteile.
Alles in allem greifen hier viele bekannte Mechaniken gut abgestimmt ineinander, so dass das Endergebnis als eigenständiges Spielerlebnis mit reichlich taktischem Tiefgang bezeichnet werden kann. Gerade das Zusammenstellen des Decks bietet viel Spielraum zum Experimentieren. Man kann Figuren spezialisieren und und ihnen zum Beispiel die Rolle des Tanks, des Heilers, des Damage Dealers zuweisen. Oder man versucht einen Mischkarakter zu bauen. Geht auch. Einzige Limitierung ist eben die Anzahl von 8 Karten, die die Figur ins Deck mischen darf. Die Story ist hingegen bisher reines Mittel zum Zweck. Man muss schon in erster Linie am Gameplay interessiert sein, um mit dem Spiel Spaß zu haben. Das ist dafür aber eben auch erste Sahne.
Edit: Nach einer Woche des Handheld-Zockens, freue ich mich aber auch, dass ich heute Abend wieder auf einem "großen" System ran darf (die ANNO-Zwangspause war nicht leicht)