Nach dem Beenden von Teil 5 nun mit
Resident Evil 6 (PS4) begonnen. Ich weiß nur noch, dass ich damals zum Release nach der Leon-Kampagne entnervt aufgehört habe, vielleicht noch ein paar Minuten in die Chris-Kampagne gespielt, aber das war es dann auch. Ansonsten ist es jetzt beim Spielen eher so, dass man sich an viele Stellen wieder erinnert, als hätte man irgendwelche schlimmen Erinnerungen verdrängt, welche nun wieder getriggert werden.
Dieses Spiel ist anstrengend. Aber nicht im Sinne von "es ist richtig fordernd", sondern es ist eine einzige, andauernde und spielbare Panikattacke. Das geht schon mit dem Prolog los, wenn einem wie aus dem Nichts alles in's Gesicht explodiert. Lärm und QTEs, es bleibt kaum Zeit irgendwas vom Gespielten überhaupt mal für eine Sekunde zu verarbeiten. Die eigentliche Kampagne fängt dann recht gemächlich und atmosphärisch an, macht nach einer halben Stunde aber mit gleichem Chaos weiter.
Es ist einfach zu viel von allem. Und over the top ist in diesem Fall noch milde ausgedrückt. Sei es nun die Steuerung mit ihrer seltsamen Waffen- und Item-Auswahl, bei der man ständig am Messer vorbei und in der nächsten Sekunde wieder vergessenen, richtigen/falschen Richtung die Waffen durchzirkeln muß. Oder die QTEs, welche gefühlt jede Minute andere sind, selbst wenn einen nur ein Zombie packt. Mal mit den Sticks rütteln, mal R2 im richtigen Moment drücken, mal die X-Taste hämmern. Oder das ständige Entreißen der Spieler-Perspektive durch unzählige Zwischensequenzen, teilweise mitten in einer Aktion oder QTE, oder dem forcierten Kameraschwenk auf den nächsten Zielpunkt oder ein Event in der Spielwelt, bei dem die Kamera mitten im Geschehen einfach so versucht wegzudrehen.
Man weiß absolut nicht was mit einem geschiet, der NPC-Begleiter ist teilweise einfach weg, steht schon an der nächsten Tür, hat wahrscheinlich irgendwas gerufen, was vom Chaos wieder mal überstrahlt wurde. Da ist so ein fetter Schwabbel-Zombie im kleinsten Raum, in Panik fummelt man durch die Items, Brandgranate oder Remote-Bomb, egal was man auswählt, es wird eh das Falsche sein, und schon hat einen der Specko gepackt und man rüttelt wie ein Bekloppter an den Sticks, was gefühlt nichts bringt, weil man trotzdem eine Haufen Health verliert. In der nächsten Sekunde wird man von einem Zombie angesprungen, schon wieder wildes Gedrücke auf dem Pad. Oder man stolpert wieder über irgendwelche rumliegenden Zombies, von denen man einen Moment später billig angesprungen wird, obwohl sie sich vorher nicht mal anschießen ließen. Schon wieder wildes Rütteln am Pad.
Da gab es eine Stelle recht am Anfang in der Stadt, man versucht ein paar NPCs an einer Tankstelle zu helfen. Man rennt also hin ud eine Schießerei entbrennt. Jedes normale Spiel würde nun erst Mal warten bis man den NPCs geholfen hat. Resident Evil 6 hingegen geht mitten in der Schießerei in eine Sequenz, in der ein neuer Gegner vorgestellt wird. Das Spiel geht dann aus der Sequenz wieder zurück in die Schießerei an der Tankstelle, wärend der neue Gegnertyp im Rücken des Spielers angekrochen kommt. Wo sind hier die Prioritäten? Man rennt also Richtung Gegner und kümmert sich um ihn, und was passiert wenn man ihn erlegt hat? In einem sofortigen Kameraschwenk kommt ein Rettungswagen angeschossen und zermalmt alles was irgendwo im Bereich des neuen Gegners steht. Wie zum Teufel soll man auf so was reagieren? Und solche Dinge passieren ständig in dem Spiel.
Dabei wird einem ja auch nichts vom Spiel beigebracht, die Steuerung nur rudimentär, Schießen und Laufen. Dinge wie an die Wand lehnen und aus der Deckung schießen, oder dass man einen Ausweich-Move hat, aber nur im Zielen-Modus, und auf dem Boden liegend auch noch weiterschießen kann, keinerlei Erwähnung vom Spiel. Oder wie man den Feuermodus wechselt. Dass die Balken unter dem Health die Stamina sind. Das Health-System mit dem Mischen und die Pillendose wird null in einen Kontext gesetzt. Man hat einfach nie das Gefühl komplett die Kontrolle über des Spiel zu haben und nur Opfer einer Inszenierung zu sein.
Bin echt gespannt ob ich das mental bis zum Ende durchhalte. Die Chris-Kampagne soll ja noch schlimmer sein.
