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Was haltet ihr von Amazon aus unternehmerischer und unternehmensethischer Sicht?

Was haltet ihr von Amazon aus unternehmerischer und unternehmensethischer Sicht?

  • Wirtschaftlich sehr klug, ethisch nicht ok!

    Stimmen: 10 23,8%
  • Warum sollen sie die gegebenen Gesetzte nicht nutzen?

    Stimmen: 10 23,8%
  • Jeder Bürger nutzt Schlupflöcher in Gesetzen dann haben Unternehmen dazu auch das Recht.

    Stimmen: 4 9,5%
  • Amazon sollte wegen seiner hohen Gewinne eine Vorreiterrolle in Sachen Arbeitnehmerbehandlung und Bz

    Stimmen: 12 28,6%
  • Mich interessiert das nicht.

    Stimmen: 10 23,8%

  • Umfrageteilnehmer
    42

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Gerri

FSV Mainz 05!
Ich lager mal die Diskussion aus dem Amazon.de Scnäppchenthread aus.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-82244914.html

Systematisch beschäftigt Amazon Arbeitslose auf Probe und eine Zeitlang ohne Bezahlung - auch wenn sie schon früher für den Online-Riesen gearbeitet haben.
 
Hat er wieder gefailt:D

Hab das schon vor einem Monat oder so im Boulevardthread gepostet und dort hat es keinen interessiert.
Und so geht es wohl dem Gros der Amazon-Kunden auch.

Sie wollen günstig Produkte erwerben und denen ist es egal wie das zustande kommt.

Hat ja schon wer angesprochen das Amazon wohl die derzeitigen Preise und die ganzen Aktionen (mehrere Cyber Mondays, Blitzangebote, der Adventskalender usw.) nicht machen könnte wenn man nicht irgendwo irgendwie etwas spart.
Möglich das man auch so über die Runden kommen könnte, nur wenn es sich vom Gesetz her anbietet wäre Amazon ja "schön blöd" das nicht anzunehmen.
Ja, Ethisch nicht gerade zustimmend aber erlaubt.

Und diese Vorgehensweise ist seitens der Bundesagenturen für Arbeit auch nicht gern gesehen.
Im Text steht jedoch auch das sie keine Statistiken führen.
Also eine einbauen und schon war es das.
Andere Firmen werden dieses Schlupfloch nämlich bestimmt auch in Anspruch nehmen.
 
Unternehmensethik bestimmt sich in Deutschland nach dem DCGK. Allerdings entfaltet dieser i.d.R nur für börsennotierte AG Wirkung und selbst da nur auf der ersten Ebene der Muss-Vorschriften nach § 161 AktG. Nun ist Amazon keine AG, sondern eine S.a.r.l. und damit ohnehin nur mit der GmbH vergleichbar.
Höchstrichterlich geklärt ist nun auch unbestritten das die Gründungstheorie innerhalb der EU maßgeblich ist. Gründung in Luxembourg, ergo kein deutsches Recht maßgeblich im Hinblick darauf.

Unabhängig davon hat eine moralische Instanz auch nichts mit Unternehmensethik zu tun. So etwas gibt es außerhalb des genannten DCGK höchstens im Rahmen der Kontrollorgane (obligatorisch für AG, fakultativ für GmbH außerhalb der Mitbest.Ge.) und wird zurecht nicht von Externen Instanzen beeinflusst.

Allenfalls kommt für amazon in Deutschland damit eine moralische Verwerflichkeit aus dem Blickpunkt eines objektiven Dritten in Betracht, der allerdings völlig losgelöst von unternehmerischen Prozessen seine eigenen Moralvorstellungen anlegt. Für die Fragestellung wie sie dort steht aber irrelevant.

Edit: Wenn man sich doch dazu äussern möchte, dann sollte man Ama zugute halten, dass nicht längst eine Umwandlung zur SE stattgefunden hat und damit sämtliche Mitbestimmungsgesetze satzungsrechtlich gekillt worden wären.
 
Ist schon nicht toll, dass das 'Praktikum' häufiger absolviert werden muss und über so lange Zeit unbezahlt bleibt. Aber der Bericht ist spiegeltypisch in einem selten dämlichen, distanzierten depressiv-verzweifelten Ton geschrieben, dass ich doch Amazon etwas in Schutz nehmen muss.

Ich hatte das 'Vergnügen' schon häufiger als Nebenjob in der Logisitik verschiedener Onlinehändler zu arbeiten und Amazon war noch voll in Ordnung. Die Bezahlung ist für diese Art Jobs sehr hoch. Bei Zalando hatten die Festangestellten deutlich weniger. Probezeiten gab es dort auch, aber sogar wenn man die dort wegrechnet und bei Amazon einkalkuliert, dürfte Amazon besser bezahlen. Das Klima ist bei Amazon auch besser (natürlich Jobtypisch trotzdem grottig). In diesen Versandhallen führt man so ziemlich den anspruchslosesten Beruf der Welt aus. Man kann quasi nichts falsch machen und trotzdem gibt es mehr als genug Trantüten. Und dafür gibt es dort einfach keinen Platz. Sowohl bei Zalando als auch bei Amazon hat jeder, der im guten Tempo seine Arbeit erledigt hat, die Möglichkeit gehabt, dort zu bleiben. Und da jede noch so kleinste Tätigkeit gelogt wird, ist auch alles recht fair. Aber der Job ist trotzdem scheiße. :D
 
Gerri schrieb:
was ist eigentlich eine S.a.r.l.?

Eine Körperschaft, die nach dem Recht von Luxembourg gegründet worden ist. Im Prinzip das Pendant zur deutschen GmbH oder zur englischen private company limited. (wobei man letztere eher rausnehmen sollte und mit der UG (haftungsbeschränkt) vergleichen sollte).

edit: Hast du beim schreiben des Textes kein Kopfweh bekommen? Ich bekomms zumindest beim Lesen :ugly:

Ne, war ja auch sehr verkürzt alles und lückenhaft. :D Kopfschmerzen habe ich durch das Wetter seit ner Woche
Außerdem habe ich jetzt Feierabend und damit Zugang zum Bierschrank.
 
Amazon sollte wegen seiner hohen Gewinne eine Vorreiterrolle in Sachen Arbeitnehmerbehandlung und Bzahlung sein.*

Das trifft es ganz gut.Viele Unternehmen stehlen sich heute ganz gern aus ihren Pflichten den Angestellten gegenüber.
 
ein so großes und erfolgreiches unternehmen mit bis dahin gutem image sollte solche praktiken nicht nötig haben und sich eher schämen. hat ja quasi wulf niveau.

pfui amazon, böse böse böse! schäme dich mal für deine taten, ändere sie, entschuldige dich und komm reumütig wieder zurück.
 
Spawn schrieb:
Hab das schon vor einem Monat oder so im Boulevardthread gepostet und dort hat es keinen interessiert.
Und so geht es wohl dem Gros der Amazon-Kunden auch.

Sie wollen günstig Produkte erwerben und denen ist es egal wie das zustande kommt.

Hat ja schon wer angesprochen das Amazon wohl die derzeitigen Preise und die ganzen Aktionen (mehrere Cyber Mondays, Blitzangebote, der Adventskalender usw.) nicht machen könnte wenn man nicht irgendwo irgendwie etwas spart.
Möglich das man auch so über die Runden kommen könnte, nur wenn es sich vom Gesetz her anbietet wäre Amazon ja "schön blöd" das nicht anzunehmen.
Ja, Ethisch nicht gerade zustimmend aber erlaubt.

So sehe ich das auch. Mit diesen ganzen Hamsterkäufen unterstützt man das. Allerdings will ich hier dem Kunden keine Schuld in die Schuhe schieben wenn es ein Unternehmen schafft, auf legale Weise solche Preise zu ermöglichen. Schließlich will jeder seine Produkte zu einem günstigen Preis erwerben.

Ich wünsche mir manchmal, dass ich nicht so "geizig" wäre und bei einem kleineren, mir bekannten Laden meine Produkte kaufe und diesen damit unterstützen würde. Aber auch bei mir ist der niedrige Preis (wie oft bei Amazon) oft Verlockung genug...
 
Amazon hat damit ja nicht angefangen. Irgendwann fallen auch solche Unternehmen und nutzen jede legale Möglichkeit aus.

Wenn man jetzt Amazon als Privatperson boykottiert, darf man fast gar nichts mehr kaufen.
 
Amazon ist ein global tätiges Unternehmen mit einer gigantischen Marktmacht, die haben das eigentlich nicht notwendig. Also aus einer finanziellen Not heraus machen die das bestimmt nicht.

Darum habe ich kein Verständnis dafür.
 
Also ich wohne fast neben den beiden Amazon Firmengeländern. Sind ca. 10km von hier und ich kenne zig Leute die dort arbeiten. Klar, am Anfang ist es recht schwer und man wird richtig gefordert. Mit der Zeit jedoch gewöhnt man sich aber wohl daran. Zudem gibt es bei Amazon ja auch noch jede Menge andere Jobs, außer den des "Pickers". Die sind dann auch wesentlich entspannter. Und wenn die Leute so klug sind und Gesetzeslücken ausnutzen, sind sie nicht schlimmer als die meisten anderen, die das auch machen. Dort fällt es wahrscheinlich nur keinem auf, weil die Betriebe im Vergleich winzig sind. Ist doch bei vielen Betrieben so, dass man erstmal eingestellt wird für ein Jahr. Dann wird der Arbeitsvertrag noch einmal um 1 Jahr verlängert und weil man nach 2 Jahren dann nicht mehr so leicht kündbar ist, wird einfach der Vertrag nachdem 2ten Jahr nicht mehr verlängert und die Leute stehen wieder auf der Straße und haben auch keinerlei Ansprüche. Ist einem ehemaligen Kollegen passiert, der jetzt schon 3 Jahre bei Amazon arbeitet. Er sitzt dort an der Kasse und scannt alle Artikel, die das Lager verlassen. Dafür bekommt er einen recht guten Lohn für lockere Arbeit.

Ich werde Amazon deswegen keinesfalls meiden. Jedes Jahr bestelle ich dort mehr. Dieses Jahr waren es über 120 Bestellungen. Im Jahr davor knappe 100.
 
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