Naja, das entspricht leider nicht ganz der Wahrheit.
AAA-Produktion heutzutage sind wirklich sehr riskant geworden, die Titel sind heutzutage ein vielfaches teurer als sie noch vor ein paar Jahren waren, die Margen sind dann tatsächlich schmal geworden und für manche Studios kann ein AAA-Spiel, was sich dann nicht so verkauft wirklich das Ende bedeuten.
Wir haben ja die geleakten Zahlen, nur mal als Beispiel Spiderman 2 kostet ca das 4fache von Spiderman 1.
Dabei sieht das weder 4x besser aus, noch ist das 4x so groß oder 4x so gut.
Spiderman 2 müsste sich 7 Mio mal (zum Vollpreis) verkauf um überhaupt den break-even-point zu erreichen, dh erst ab diesem Zeitpunkt kommt überhaupt erst ein Cent an Gewinn in die Kasse. Und wieviele Spiele gibt es schon, die sich so oft verkaufen?
Das muß tatsächlich keine Misswirtschaft sein, die Lage ist momentan einfach so wie sie ist.
Nunja, einfach zu sagen die Situation ist so wie sie ist, damit macht man es sich aber auch sehr einfach. Man sollte schon sehr kritisch hinterfragen wieso die Kosten in den letzten Jahren derart explodiert sind. Denn die technische Qualität der Spiele ist imho nicht im gleichen Verhältnis angewachsen. Und gerade bei Beispielen wie "Spider-Man" kann man nur schwer glauben, dass da keine Misswirtschaft im Spiel ist.
Ich kann es aber verstehen. Produktivität bei Home Office Arbeitern ist im Durchschnitt wohl signifikant schlechter als im Büro, wie mittlerweile auch einige Studien zeigen. Und gerade bei der Spiele-Entwicklung, wo so viel Module ineinander greifen und so viel abgestimmt werden muss stelle ich mir (durchgehendes) HO sowieso ziemlich kompliziert vor. Ich selbst mag zwar die Flexibilität, Home Office nehmen zu können, wenn ich es brauche, aber arbeite ehrlich gesagt viel lieber aus dem Büro.
https://www.businessinsider.com/wfh-workers-less-efficient-than-people-in-office-new-research-2023-8
Wobei man das eben auch nicht pauschalisieren kann. Es wird sicherlich viele Mitarbeiter geben, die das in gewisser Hinsicht ausnutzen und tatsächlich deutlich unproduktiver sind als im Büro. Das kommt aber auch auf die persönlichen Umstände an. Ich persönlich bin z.B. im Homeoffice deutlich produktiver als beim Kunden im Büro. Allerdings bin ich zu Hause auch komplett ungestört, habe keine Familie und eine sehr komfortable Arbeitsumgebung mit großem Schreibtisch, vernünftigen Monitoren und generell sehr guter Ausstattung. Bei z.B. Eltern, die sich zu Hause während der Arbeit noch um ihre Kinder kümmern müssen, sieht das natürlich komplett anders aus. Da ist es klar, dass diese im Büro deutlich produktiver sind. Aber klar, es geht in der Studie ja um den Durchschnitt und da kann das gut hinkommen.
Für Unternehmen ist es da natürlich schwer, eine für alle verträgliche Lösung zu finden. Mit dem Holzhammervorgehen geht Rockstar allerdings auch die Gefahr ein, gute Leute zu verlieren.


