Was für ein geiler Film!
104 Minuten mit fettem Grinsen im Kino gesessen und dann war er plötzlich vorbei.

Hätte mir noch 2 weitere Stunden daon geben können.
Das Schöne daran ist, dass The Expendables nicht einfach nur ein Altherren-Abend ist, wo die Jungs ein fast totes Genre feiern. Nein, da hat jeder 100% gegeben, um das bestmögliche Ergebnis zu bekommen. Unterm Strich reicht der Streifen nicht an die ganz großen Titel des Genres heran (Stirb Langsam, Terminator 2 etc.), aber er spielt definitiv vorne mit.
Zu verdanken ist das natürlich in erster Linie dem Cast, der das Charisma in Lastwagenladungen von der Leinwand schüttet. Jeder genießt hier seinen Part allen voran Dolph Lundgren, der seinen versifften Gunnar regelrecht zelebriert (Warnschuss!

).
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Umstand, dass das eben alles mehr oder weniger reine Actiondarsteller sind, die nie was anderes gemacht haben. Demzufolge können sie auch weitestgehend auf Stunt Doubles verzichten, was in den ganzen Fights klar zur Steigerung der Qualität beiträgt. Und da ist ordentlich was los. Zwar wird nie ein richtig ausschweifender Kampf geboten, aber das Gezeigte ist richtig dreckig und äußerst gekonnt in Szene gesetzt. Jason Statham hat hier die besten Szenen (Kunststück, er ist ja auch das Nesthäkchen der Truppe

) und er begeistert mit herrlichen CQC-Einlagen, wo er die Gegner richtig geil mit Fäusten, Messern und Pistole zerlegt.
Einzig Jet Li wird nicht ganz so gut in Szene gesetzt, weiß dafür aber mit einiger Selbstironie zu gefallen.
Im Grunde ist es zum Heulen, dass Stallone erst jetzt sein Talent als Regisseur entdeckt bzw. nutzt. Man sieht ihm im Film schon an, dass er nicht mehr so flott unterwegs ist. Diverse Sprints kommen schon etwas zäh daher. Aber was er an Ballaballakawumm inszeniert, ist einfach nur geil. Der Mann weiß genau, was sein Publikum sehen will und er geht da auch keine Kompromisse ein. Lediglich den Einsatz der Wackelkamera finde ich etwas misslungen. Aber wahrscheinlich sollte damit auch die doch etwas nachlassende Leistungsfähigkeit des einen oder anderen Darstellers kaschiert werden. Im Kino war das etwas störend, aber gemäß meiner Bourne-Erfahrung gehe ich davon aus, dass das im Heimkino bei kleinerer Diagonale nicht mehr so auffallen wird.
Beim Materialverschleiß werden hingegen keine Gefangenen gemacht. Wenn Stallone und Statham den Hafen anfliegen, möchte man einfach nur mitgröhlen. Sprengsätze werden im Dutzend billiger verbraten und zur Not setzt man halt mal das halbe Set in Brand.

Und auch beim Gewaltfaktor gibt es keine halben Sachen. Kommt zwar in der Hinsicht nicht an John Rambo heran, aber zimperlich ist was anderes.
Garniert wird das Ganze dann noch mit einer schönen Prise Humor. Seien es jetzt trockene Sprüche, bekloppte Dialoge (die Nummer von Jet Li wegen seiner Größe

) oder einfach hilariöse Actionszenen - man hat oft was zu lachen, wenn man auf sowas abfährt.
Und das Beste zum Schluss: Der Film verzichtet auf so ziemlich jeden überflüssigen Scheiß. Logik? Pff! Tiefe Charaktere? Doppel-Pff! Lovestory? Is' nich'. Es geht einfach nur vorwärts - mal mehr mal weniger schnell. Entsprechend verfliegt die Zeit beim Schauen. Reife Leistung!
Unterm Strich bleibt ein hammergeiler Film für Freunde des hirntoten Actiongenres. Ein nie dagewesener Cast (Na van Damme - hat's Spaß gemacht, Unisol Regeneration auf einem bulgarischen Schrottplatz zu drehen?), brachiale und kompromisslose Action, Humor und 100%ige Machoattitüde lassen die Leinwand beben und den Testosteronspiegel steigen. Lediglich die Wackelkamera kam etwas störend rüber, weshalb ich einen Punkt abziehe. Ansonsten nur geil!
Hoffentlich kommt von Stallone noch mehr in der Richtung. Die BR ist ein Release-Kauf!
9/10 Warnschüsse