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REVIEW [Review]Gravity Rush Remastered

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Kat ist eine junge Frau mit einer Katze. Man kann den Japanern viel vorwerfen, aber der Name ist bei denen Programm. Nun ja, das ist alles etwas vereinfacht. Die Heldin aus Gravity Rush erwacht ohne Erinnerungen in einer Stadt namens Hekseville neben einem Wesen, das aussieht und mauzt wie eine Katze, den Namen Dusty erhält und Kat die Fähigkeit verleiht, die Schwerkraft nach Belieben für sich zu verändern.



Hekseville wird von Wesen namens Nevi angegriffen während gleichzeitig eine weitere mysteriöse Frau mit ähnlichen Kräften wie Kat ausgestattet die Stadt unsicher macht. Ulkigerweise ist Ravens Begleiter kein Rabe, sondern eine Krähe. Ich hab's auch nicht kapiert.



Plottwists greifen an und am Ende ist es an Kat, die Stadt vor dem Untergang zu bewahren. Die Veränderungen der Umwelt Kats sind nicht vorhersehbar und neue Charaktere treten immer wieder zu Tage, was die Story wenig berechenbar und damit bis zum Schluss interessant macht. Ein wenig mehr Erklärung zu den Hintergründen, nicht zwingend zu Kat, aber vor allem zu Dusty und Raven. wären wünschenswert gewesen, aber in wenigen Wochen erscheint ja schon Teil 1.



Highlight des Spiels dürfte zweifelsohne die Protagonistin sein. Kat ist jung, hübsch und aufreizend, sexy aber nicht zu freizügig gekleidet. Sie ist extrem sympathisch, immer hilfsbereit, aber gleichzeitig unerfahren, höchstgradig naiv und teilweise sogar ein wenig dumm, allerdings nicht auf eine nervige, sondern eine liebenswerte Art und Weise, was nur sehr schwer hinzukriegen ist.



In Gesprächen werden wir oft Zeuge ihrer Gedanken und nicht selten lässt sie sich von Nichtigkeiten ablenken, häufig von Kommentaren zu ihrem Äußeren. All dies macht Kat aber unglaublich lebensecht und lässt sie wie einen Menschen wirken anstatt einen unbezwingbaren Superhelden. Sie mag Monstern rechts und links den Arsch versohlen und praktisch Naturgesetze aushebeln können, aber ihre Sorgen und Nöte sind die gleichen wie unsere, auch wenn sie so manchem vielleicht ein wenig zu "girly" erscheinen mag.



Die fast unmögliche Gratwanderung zwischen tougher Heldin und naivem Blondchen schafft Kat jedenfalls perfekt,was sie für mich zu einer der erinnerungswürdigsten Heldinnen der letzten Jahre macht. No Nonsense Protagonistinnen haben wir nun mehr als genug bekommen, aber wenige davon nehmen sich das Recht heraus, neben ihrem Heldendasein auch noch glaubhaft weiblich und jugendlich sein zu dürfen.



Der Ton des Spiels ist insgesamt überaus humorvoll und stark augenzwinkernd. Es geht nicht in Richtung Parodie, das Spiel nimmt sich selber aber nie zu ernst, was der gesamten Story nur gut tut. Es fällt so auch leichter, den klischeebeladenen Ausgang der erinnerungslosen Heldin zu schlucken.



Gravity Rush nutzt eine Phantasiesprache, eine Entscheidung, die ich nie verstanden habe. Wenn aus Budget Gründen eine Lokalisierung vom Japanischen ins Englische nicht geht, fein, aber warum die gesamte Welt zum ablenkenden Lesen von Untertiteln zwingen? Sprache kann auch Barriere sein, warum also zusätzliche Hindernisse zwischen Spieler und Story aufbauen?



Letztlich spielt es hier aber nur eine sehr untergeordnete Rolle, da locker 95 % der Geschichte in Form halbbewegter Standbildern mit Texteinblendungen, ähnlich wie ein Comic oder eine Graphic Novel oder in Form von Sprachblasen erzählt wird. Dies dürfte alles auch nicht zuletzt der PS Vita Herkunft geschuldet sein.



Gameplaytechnisch bietet Gravity Rush einen Mix aus Nahkampf und Plattforming, wobei erst die Kombination aus beidem den Reiz ausmacht. Kat verfügt über eine Serie stylischer Kicks, um die Nevi (andere Gegner finden sich hier nicht, dies dürfte sich im zweiten Teil gemessen an der Demo auch ändern) zu erlegen, aber ihre besondere Fähigkeit ist wie erwähnt das Verändern der Gravitation. Per Druck auf R1 könnt ihr Kat schweben lassen, ein zweiter Druck legt den Schwerpunkt der Anziehungskraft auf wo immer ihr grad hinschaut. So könnt ihr die Decke zum Boden machen. Auf diese Weise lässt sich die Stadt auch problemlos überqueren. Wer die Steuerung einmal raus hat, kann daher auf sehr stylische Art von einem Ort zum anderen fliegen, auch wenn Kat technisch gesehen nicht fliegt, sondern horizontal fällt. Eine Energieleiste limitiert hierbei die Dauer des "Fluges", sie füllt sich aber schnell wieder auf, auch bereits im freien Fall, und kann wie Gesundheit und Angriffsstärke aufgelevelt werden, sodass diese Limitierung zu vernachlässigen ist. Problematisch ist an einigen Stellen allerdings die Kamera, die bei den ständigen Perspektivenwechseln durchaus Schwierigkeiten haben kann, die Übersicht zu wahren.



Upgrades werden durch Orbs freigeschaltet, die man sammeln kann. Mir persönlich wären Erfahrungspunkte für Missionen und besiegte Gegner wie immer lieber, aber das Spiel gewährt genug Orbs, sodass man den Großteil der Fähigkeiten aufleveln kann. Das Sammeln der Orbs erinnert etwas an Crackdown oder inFamous, mit einem gewichtigen Unterschied. Dank Kats Fähigkeiten sind ihr eigentlich keinerlei Grenzen gesetzt, was ihre Bewegungsfreiheit betrifft. Was ihr sehen könnt, könnt ihr ganz simpel erreichen. Einfach Schwerkraft ändern und hin schweben. Eine Herausforderung bietet das Sammeln nicht wirklich.



Gravity Rush bietet 21 Hauptmissionen, drei Sidemissionen (zuvor als DLC für die Vita Version erhältlich) und eine Reihe von Challengemissionen. Insgesamt ist der Umfang für ein ehemaliges Handheldspiel sehr beeindruckend. Dies gilt auch für die Vielfalt der Missionen. Obwohl das Spiel im Grunde nur eine wirkliche Spielmechanik hat, zieht der Entwickler eine ganze Menge an Abwechslung hieraus. Level und Missionen können gerade freaky werden und einige Missionen trennen Kat und Dusty, wodurch Kat (und damit der Spieler) gezwungen wird, umzudenken. Allerdings ist es selten empfehlenswert, einem Spiel das beste Alleinstellungsmerkmal zu nehmen. Die Szenen ohne Gravitationskräfte sind schwerlich die Highlights des Spiels.



Abwechslung bieten auch die Gegner, die in allen möglichen Formen und Größen kommen und jeweils eine andere Strategie erfordern, auch wenn diese Strategie jeweils eine Form von "Wie treffe ich am besten die Schwachpunkte?" ist.



Die DLC Sidemissionen sind ebenfalls unterschiedlich ausgestaltet, wobei die Militärmissionen im zweiten Abschnitt den absoluten Tiefpunkt des Spiels darstellen. Meine Stimme ist jetzt noch heiser vom Schreien. Durch diese Missionen lassen sich neue Kostüme für Kat freischalten, allesamt der Kategorie Fetish-Wear entnommen.



Gravity Rush wurde von Bluepoint portiert, die gleiche Firma, die auch die Uncharted Remaster auf die PS4 gebracht hat. Es ist schon erstaunlich wie gut das Spiel auf die PS4 passt. Natürlich kann das Spiel die Herkunft nicht leugnen. Die stylische, aber durch eine extrem geringe Fernsicht gekennzeichnete Grafik, die vielen kurzen Missionen, die textbasierte Story, all dies spricht für ein Spiel, welches zunächst auf einem transportablen System entwickelt worden war.



Durch das einzigartige Spielprinzip, die extrem nahbare und sympathische Heldin und die sich stetig weiter entwickelnde Story unterhält das Spiel über ein dutzend Stunden lang bis zum Ende. Es ist gleichzeitig eines der ganz wenigen, deren Neuveröffentlichung auf der PS4 einen Sinn machen. So kommen mehr als die drei Schnösel, die sich damals eine PS Vita haben andrehen lassen, in den Genuss dieses interessanten und sympathischen Spiels.



Ich jedenfalls bin positiv überrascht und freue mich nun auf den Nachfolger, der hoffentlich einige Probleme ausmerzt, jetzt wo keine Handheldversion mehr geplant ist.
 
Wundert mich ja, dass Du mehrfach die Abwechslung hervorhebst. Mir hat das Spiel auf Vita damals ja auch sehr gut gefallen, aber fehlende Abwechslung war für mich klar der größte Kritikpunkt. Die Story war auch Mus.
 
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