Foren Aktuelles Erstellen Mitglieder Anmelden

REVIEW Resistance 3 [Review]

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Wozu die Langeweile einen so treibt. Die Dürre ist derzeit so groß, dass ich doch glatt die gesamte Resistance Reihe nachgeholt habe (in weniger als einer Woche). Teil 1 ist mehr als schlecht gealtert und wirkt grafisch wie ein Spiel der letzten Generation. Kaum vorstellbar, dass Sony damit seinerzeit den Kauf einer 600 Euro teuren Hardware rechtfertigen wollte. Teil 2 war nun eine Zusammenstellung von allem, was schlecht an heutigen Shootern ist. Fokus auf überspektakuläre Actionszenen ohne Sinn und Verstand, limitiert auf zwei Waffen, regenerierende Gesundheit, damit verbunden ein komplettes Fehlen der Spielbalance und eine Anhäufung von Spielszenen zwischen unfair und absurd, Resistance 2 ist ein Vorzeigewerk in Sachen Spieldesign, das verboten gehört. Wer hätte da gedacht, dass Resistance 3 einer der besten Shooter dieser Generation ist? Aber ich schätze, irgendwo muss das Talent der Ratchet und Clank Spiele ja auch mal durch scheinen.

Und der Sieger des Wettbewerbs: „Langweiligster Name aller Zeiten“ ist...

Nathan Hale ist tot und Gott sei Dank, mit ihm stirbt der schweigsame, kahlköpfige Marine, der die Welt rettet, weil... er ist unsere einzige Hoffnung. Neuer Hauptcharakter ist Joseph Capelli, ein Mann, dem eine mehr als wichtige Rolle in Teil 2 zukam. Schlussendlich war es auch er, der Hale am Ende des zweiten Teils erlöste. Bereits in 2 hatte Capelli mehr Persönlichkeit als Hale und dieser Trend setzt sich fort.

Die Chimera haben die Menschheit ziemlich im Griff. In Untergrundbehausungen versuchen die Überlebenden, halbwegs so etwas wie ein Leben zu führen, immer gewappnet für den nächsten großen Kampf. Als Dr. Malikov aus dem zweiten Teil ein Wurmloch zu schließen versucht, entschließt sich Capelli, auf dringendes Anraten seiner Frau Susan, ihn zu begleiten. Capelli ist zunächst nicht begeistert, ändert aber seine Meinung in der Hoffnung, seinem kranken Sohn helfen zu können.

Anders als die üblichen FirstPersonShooter (und die Vorgänger) ist Resistance 3 kein Militärshooter. Es verzichtet weitgehend auf Superlative zu Gunsten einer bedrohlichen Atmosphäre von Verzweiflung und Hoffnung. Toll präsentierte Cutszenes verstärken diesen Eindruck und eine Bootsfahrt durch einen nebligen Sumpf ist inszenatorisch deutlich nachhaltiger als der xte, einstürzende Wolkenkratzer. Capelli hebt sich wohltuend vom stummen No-Name-Soldaten ab und auch die NPC sind keine im Militär-Jargon brüllenden Codenamen, sondern echte Menschen. Nun wollen wir nicht übertreiben, Resistance 3 ist beileibe nicht die beste Story, die je erzählt wurde, nicht einmal die beste, die je im Shootergenre erzählt wurde. Verglichen mit den vielen Militärshootern, die in jüngerer Zeit unsere Konsolen dominiert haben, spielt Resistance 3 aber locker im oberen Drittel mit, auch wenn sich Überraschungen etwas in Grenzen halten und das Ende einiges an Fragen offen lässt. Das letzte haben wir von Resistance wohl eher noch nicht gesehen. Sollte sich die Qualität aber halten, kann mir das nur recht sein.

Schaden, der bleibt

Ich bin großer Fan von regenerierender Gesundheit. Nichts ist schlimmer, als mit einem Prozent Gesundheit vor einer Horde feindlicher Truppen zu stehen. Nun hat das aber, je nach Spiel mehr oder auch weniger ausgeprägt, zu folgendem Problem geführt. Spieleentwickler müssen nicht mehr länger über Balancing nachdenken. Ist doch egal, wenn ein einzelner Treffer 95 % der Gesundheit abzieht, wen interessiert, wenn zehntausend Gegner gleichzeitig ankommen, was soll's, wenn Gegner eine Treffsicherheit von 99% aus 300 Metern Entfernung haben? Einmal durch gepustet und der Spieler ist doch wieder okay. Kaum je wurde das deutlicher als in Resistance 2, was teilweise an puren Sadismus grenzte.

Resistance 3 setzt, nach einem halb-regenerativen Blocksystem und dem Standard Roter-Bildschirm-nach-drei-Treffern nun auf ein althergebrachtes System mit einer abnehmenden Leiste und Medipacks, die im Level verteilt sind. Und siehe da, was wir habe, ist einer der best balancierten und ausgeklügelten Shooter der letzten Jahre. Das gesamte Leveldesign, Gegneraufkommen, Triggerpoints, Checkpoints, Schaden, Trefferquoten, alles ist perfekt auf einander abgestimmt und führt zu einer Herausforderung, die immer Spaß macht und nie frustriert. Man spürt beim Spielen, wie die Entwickler sich Gedanken gemacht haben, was sie dem Spieler zumuten können. Medipacks kommen immer an den richtigen Stellen, Gegnerwellen sind fordernd, aber nie überwältigend, Munition gibt es ausreichend und für fast jeden Gegner gibt es die richtige Waffe als Antwort.

Ich werde Halo nie verzeihen...

Da wir davon reden, ebenso wie die regenerierende Gesundheit hat sich insomniac auch vom Waffenlimit wieder verabschiedet. Capelli kann das gesamte Arsenal auf einmal mit sich herumtragen. Realistisch? Nein. Aber auf der Liste der Dinge, die in Resistance 3 nicht realistisch sind, dürfte die Größe von Capellis Tasche einen Platz unter „ferner liefen“ einnehmen. Die Möglichkeit, immer aus einem vollen Fundus von einem Dutzend Waffen wählen zu können, bringt völlig ungeahnte taktische Möglichkeiten. Im Gegensatz zu Call of Duty (was nehmen wir denn jetzt mal? Das Sturmgewehr oder das andere Sturmgewehr?) habt ihr zu jedem Zeitpunkt die richtige Waffe parat. Normale Sachen wie Shotgun, Assaultrifle, Sniper und Raketenwerfer werden kombiniert mit ChimeraWaffen, allen voran die neue Paradewaffe des Spiels, die Bullseye, die härter, schneller und besser ist als je zuvor. Wie gewohnt kann sie Gegner taggen, woraufhin die Projektile unaufhaltsam um alle Ecke in Richtung Gegner fliegen. Die Auger ist mit an Bord ebenso wie die Magnum mit ihren explodierenden Kugeln. Mir fehlt etwas die Zeitlupe bei der Sniper, was diese Waffe deutlich gegenüber den Vorgängern entwertet. Die neue Marksman läuft der Sniper daher hier etwas den Rang ab. Alle Waffen lassen sich erstmals aufleveln, wie in Ratchet und Clank schlicht durch effektives Benutzen. So kann die Bullseye bis zu drei Gegnern gleichzeitig taggen und die Shotgun erhält Brandmunition. Die Mutator hingegen ist schon beinahe ein halber Godmode.

Das Arsenal ist großartig. Jede einzelne Waffe ist stark, effektiv und individuell und im Laufe des Spiels werdet ihr jede einzelne lieben lernen. Im Hintergrund des Spiels läuft eine Zielhilfe mit, die auch nirgendwo in den Optionen erwähnt wird, wer jedoch drauf achtet, der bemerkt eine leichte Unterstützung, welche jedoch selten dem Spieler wirklich das Zepter aus der Hand nimmt. Resistance 3 ist in Sachen Steuerung weitgehend an die aktuellen Konventionen angepasst, auch das Ducken liegt endlich auf der Kreistaste. Nun muss nicht zwingend jedes Spiel die gleiche Steuerung haben, aber warum ändern, was funktioniert? Zu NES Zeiten sind wir auch mit A gesprungen. Spiele, in denen man mit B springen musste, waren also quasi vom Start weg unspielbar.

Haben die Chimera eigentlich irgendein besonderes Ziel oder töten die nur gerne?

Gegner kommen in verschiedenen Varianten, wobei die Auswahl deutlich besser ist als in den Vorgängern. So kommen die kleinen Krabbler nur noch selten vor während die Chamäleons ganz gestrichen worden sind. Die neuen Gegner sind fast ausnahmslos gelungen. Longlegs mit Snipers sind gefährlich, aber machbar und unsichtbare Scharfschützen sind leichter zu bekämpfen, weil ihre Zielsuchlaser ihre Position freigeben. Lediglich die Raketenwerfer und die Grim (sprich Zombies) gehen leicht ins Nervige über. Diese beiden Gegner haben mich die meisten meiner insgesamt recht wenigen Tode (auf normal) gekostet.

Besser als vorher ist auch das Feedback der Waffen mit besseren Treffereffekten der Gegnern, die gut und gerne auch mal deutlich sichtbare Schäden davon tragen. Resistance 3 geizt nicht mit Blut und fehlenden Köpfen.

Sehr gut dargestellt ist auch die Reise von Haven, Oklahoma bis nach New York, die viele, interessante und abwechslungsreiche Schauplätze bietet. Lediglich die letzten zwei Kapitel gehen wieder in die Richtung generisches Alien-Mutterschiff mit undefinierbaren Schaltflächen, Monitoren, Röhren und einer blau-in-blau Ästhetik, womit sie im Vergleich zu den herunter gekommenen Landschaften des vom Krieg gezeichneten Amerika stark abfallen. Überhaupt enttäuscht das Ende mit dem kompletten Fehlen eines Bosses oder einer besonderen Aufgabe am Ende.

Nach dem Durchspielen der 20 Kapitel (etwa 8 Stunden) kann das Spiel erneut in Angriff nehmen und dabei diverse Cheats und Modifizierer zuschalten. Außerdem behalten die Waffen ihren Status, sodass ihr euer gesamtes Arsenal maximieren könnt. Ich werde mir den Singleplayer definitiv ein weiteres Mal zuführen, wenngleich die Cheats das Spiel ein wenig zu leicht machen dürfen. Sei es drum, ich hab die widerlichen Vorgänger durch gespielt, ich hab mir das verdient.

Technisch ist Resistance 3 ohne Frage der beste Teil der Reihe, was man freilich auf Grund der fortgeschrittenen Zeit schon erwarten durfte. Abwechslungsreiche Szenarien beeindrucken mit ihren verschiedenen Lichteffekten, aber auch der Wind ist fast immer vorhanden. Enttäuschend allerdings ist der Effekt der eigenen Taschenlampe. Warum dieser nicht auf dem Niveau der übrigen Lichteffekte ist, ist mir ein Rätsel. Besonders gut gefallen die Animationen der Gegner und ihre Reaktion auf die Waffe, die ihrerseits hervorragend designt sind. Auch der Sound gefällt, sei es nun die Magnum oder mein absoluter Liebling, die Bullseye. Die Sprecher leisten nahezu durch die Bank einen guten Job, wobei vor allem Robin Atkin Downes als Capelli überzeugen kann. Downes mag namentlich nicht jedem was sagen, allerdings taucht sein Name fast so oft in Credits auf wie Nolan North. Die Erfahrung und Vielseitigkeit kommt seinem Capelli zu Gute. Die Ladezeiten sind etwas launisch. Manchmal dauert es fast eine Minute, dann braucht das Spiel auf einmal keine zehn Sekunden für einen neuen Level. Dafür verlangt es bei jedem Start ein Update, bei dem bereits das erste von vier fast 700 MB frisst. Zu viel für meine Leitung. Für die PS4 muss Sony zwingend ihr Dateisystem überarbeiten. Es kann nicht sein, dass die Xbox360 fast nie mehr als 4 MB braucht während manch ein Sony Spiel (ein exklusives noch dazu) fast weitere 10 % der eigentlichen Spielgröße runter laden will.

Resistance is futile... der war irgendwie unvermeidbar

Spiele zu machen ist schwierig. Und keiner macht sich gerne Arbeit. Das Ergebnis sind zehntausend Spiele, die sich identisch anfühlen, identisch spielen und identisch aussehen. In diese Festung gelangweilter Fließbandware sticht Resistance 3 erfrischend hervor, auch wenn es eigentlich gar nichts so wirklich neu macht. Aber allein der Mut, sich von zwei heute beinahe nicht weg zu denkenden Elementen zu trennen und zurück zu finden zu einer Zeit, in der zwanzig Waffen im Rucksack völlig normal waren, hebt Resistance 3 aus der Masse heraus. Es ist aber nicht nur das. Die einzelnen Waffen sind allesamt klasse designt und machen in Kombination mit fordernden Gegnern jedes Gefecht zu einem Highlight. Atmosphärisch ist Resistance 3 in den ersten zwei Akten erstklassig, danach fällt es ein klein wenig ab. Insomniac nutzt die Erfahrung aus zwei, und das sage ich jetzt einfach mal so hart, misslungenen Vorgängern, eliminiert fast alles, was keinen Spaß gemacht hat, konzentriert sich auf die Stärken, baut diese konsequent aus und liefert einen packenden, technisch wie spielerisch top designten FirstPersonShooter, der eindrucksvoll beweist, dass das Genre lange nicht übersättigt, sondern lediglich in die falsche Richtung gewandert ist. Es zeigt auch, dass Kreativität bei Waffen und Gegnern sowie atmosphärische Settings mehr wert sind als zehn explodierende europäische Großstädte. Nach Resistance 3 und mit den kommenden The Darkness 2 und Max Payne 3 habe ich große Hoffnungen, dass der Begriff Shooter wieder nur ein Oberbegriff für viele unterschiedliche Spiele wird anstelle des jetzigen Synonyms für „Soldat, der Russen abknallt und am Levelende stirbt“.
 
Und wieder driften wir massiv auseinander. Teil 3 ist IMO der Schlechteste von den Dreien. Viel zu sehr krampfhaft um Abwechslung bemüht, fehlt nahezu komplett der Rote Faden. Das Spiel wirkt wie Flickwerk und nicht wie eine Einheit.
Das Spiel will alles sein und ist am Ende doch nichts.
Klar ist das immer noch besser als viele andere Genrevertreter, doch an den grandiosen 1er konnte man nie mehr anknüpfen.
 
Der 1er? Dieses miese Stück Bioabfall? 1 war doch grauenhaft schlecht...ich erinnere mich noch, mein erster Gedanke, der sich auch über die gesamte Spielzeit gehalten hat, war "Hier hat jemand einen Shooter gemacht, ohne auch nur im Ansatz zu wissen, wie man einen Shooter macht". Rein vom Gameplay her jetzt, die Story fand ich immer schon ansprechender als bei der Konkurrenz, vielleicht, weil sie recht gut Richtung Half Life geht.
 
Stimme Bart in fast allen Punkten bei. Imo ist Teil 3 auch der beste der Reihe und schlägt den schwachen 2er sowieso um Längen. Den 1. Teil finde ich aber bis auf die Technik immer noch gelungen. Vor allem dessen Fahrzeug Level vermisste ich in den Nachfolgern. Würde die Spiele abwechslungsreicher machen. Teil 3 gehört aber trotzdem zu den besten Shootern dieser Generation. Ist einfach toll, wenn man wieder einmal das ganze Waffenarsenal mitführen kann. :dhoch:
 
Oxblood schrieb:
Rein vom Gameplay her jetzt, die Story fand ich immer schon ansprechender als bei der Konkurrenz, vielleicht, weil sie recht gut Richtung Half Life geht.

Genau deshalb. Und das sehe ich auch im Gameplay so. Man hat hier viel mehr Ruhephasen, in denen man durch gespenstisch leere Umgebungen streift.
Natürlich liegen alle 3 Teile recht nahe beieinander.
Sehe RFOM technisch nicht viel schwächer, nur weil dieser ganze Bumpmappingscheiß dort nicht so übertrieben wird. Läuft genauso butterweich in allen Situationen, trumpft dabei mit Massen von Gegnern gleichzeitig auf (dabei all die Waffeneffekte), die eine ebenfalls clevere KI aufweisen.
 
Zhadow schrieb:
Stimme Bart in fast allen Punkten bei. Imo ist Teil 3 auch der beste der Reihe und schlägt den schwachen 2er sowieso um Längen. Den 1. Teil finde ich aber bis auf die Technik immer noch gelungen. Vor allem dessen Fahrzeug Level vermisste ich in den Nachfolgern. Würde die Spiele abwechslungsreicher machen. Teil 3 gehört aber trotzdem zu den besten Shootern dieser Generation. Ist einfach toll, wenn man wieder einmal das ganze Waffenarsenal mitführen kann. :dhoch:

Dem kann ich mich voll und ganz anschließen.
 
Die Fahrzeuglevel in Teil 1 fand ich grausam. So was gehört einfach nicht in einen Shooter. Mir fällt auf Anhieb kein Spiel ein, wo das wirklich gut war. Weder bei GoW oder Halo.
 
silbex schrieb:
Die Fahrzeuglevel in Teil 1 fand ich grausam. So was gehört einfach nicht in einen Shooter. Mir fällt auf Anhieb kein Spiel ein, wo das wirklich gut war. Weder bei GoW oder Halo.

der warthog in halo war quasi DAS ding in dem spiel. von der steuerung angefangen hat das teil einfach bock ohne ende gemacht und wurde sinnvoll in die kampagne eingebaut. also nix gegen den warthog in halo :P
 
Sehr gut, da ich Teil 2 gar nicht so schwer fand, werde ich den 3. Teil gemütlich auf normal zocken können. Gestern schon einmal alles vorbereitet, Updates und Installation dauerten eine halbe Stunde. Da hat der sich über 1 GB gezogen, selbst mit meiner 32mbit Leitung hat es lange genug gedauert. Aber irgendwie scheinen mir die Sony Server auch ziemlich lahm zu sein.
 
So habe jetzt den dritten Teil auch durch und bin vom Ende ehrlich gesagt enttäuscht. Da kommt ja nichts im Bezug auf die Story, einfach bumm und vorbei. Da fand ich die beiden Vorgänger schon besser. Abgesehen davon ist der dritte Teil ein guter Ego Shooter, hatte meinem Spaß damit:).
 
Die Story war schon immer total bekloppt, da wars mir auch völlig egal, ob die aufgelöst wird, oder nicht. Aber der 3. Teil wischt in Sachen Atmosphäre, Abwechslung und Spaß einfach den Boden auf mit den beiden Vorgängern.
 
Zurück
Oben