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MULTI L.A. Noire

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Ich raffe mich jetzt auch mal zu einem ausführlicheren Eindruck auf, nachdem ich knapp die Hälfte des Spiels hinter mir habe.

Im Laufe dieses Threads dürfte klar geworden sein, dass L.A. Noire genau das Spiel ist, von dem ich schon immer seit Kindheitstagen geträumt habe. Und das fertige Spiel hat mich nicht enttäuscht: Es hätte viel schief gehen können, aber Team Bondi hat über weite Strecken alles richtig gemacht.

Was ist L.A. Noire?

Vor allem ein gelungener Vertreter des klassischen Whodunnit-Genres. Sinn des Spiels ist es fast die ganze Spielzeit über mitzuraten, wer denn nun der Täter ist und wie man ihn überführen kann. Darauf muss man sich einlassen können. L.A. Noires Rätsel sind die Kriminalfälle selbst! In dem Punkt ist das Spiel für mich eine Offenbarung. Wer es liebt bei Krimiserien im Fernsehen mitzuraten, findet sich bei L.A. Noire im Paradies wieder. Das Medium Videospiel ist perfekt für Whodunnit-Geschichten, weil man mit dem Controller in der Hand noch mehr in die Story reingezogen wird und sie auch beeinflussen kann. Dabei geht es beim Gameplay immer nur um ein "Mitraten", wie bei einem guten Kriminalroman oder sonntags beim Tatort vor dem TV. Wer ein Spiel sucht, wo er alle Fälle "selbst" löst, ist hier falsch. Der Spieler begleitet den Ermittler Cole Phelps und rätselt mit, aber er ist nicht die treibende Kraft bei der Ermittlung.
Neben dem guten Whodunnit-Feeling sticht L.A. Noire vor allem durch die detailgetreue Spielwelt hervor. Es ist geradezu atemberaubend wie akribisch das Los Angeles der 1940er rekonstruiert wurde und wie gesellschaftliche Themen der Zeit (ähnlich wie bei der TV-Serie Mad Men) angeschnitten werden. Für mich mit das beste historische Spiel aller Zeiten. Ebenfalls gelungen sind die Charaktere, die in den Kriminalfällen involviert sind. Und einen großen Beitrag dazu leistet die Animationstechnologie, die dafür sorgt, dass ich Spielfiguren in einem Videospiel erstmals als Menschen wahrnehme. Die Gesichtsanimationen sind nicht nur ein lustiges Gameplay-Gimmick, sie tragen zur Atmosphäre und Glaubwürdigkeit der Spielwelt bei. Außerdem geben die Schauspieler den Figuren eine charakterliche Tiefe, wie es sie nur sehr selten in Videospielen gibt. Das gilt leider nicht für Phelps und seine Kollegen. Die Hauptfiguren sind oberflächlich und mit Abstand die schwächsten Charaktere des gesamten Spiels - primitive Hard-boiled-Helden, die nicht wirklich in die Welt von L.A. Noire reinpassen.

Was ist L.A. Noire nicht?

- Ein Puzzle-Adventure: Wie ich weiter oben schrieb geht es nicht um die einzelnen Teilaufgaben an sich. Sie sind simpel. Das eigentliche Rätsel ist der Fall als ganzes: Wer war der Mörder?
- Eine Hommage an den Film Noir: Zumindest stilistisch und ästhetisch ist das L.A. Noire nicht diesem Genre zuzordnen. Auch die entsprechende Charakterentwicklung und -überzeichnung fehlt bisher in der ersten Hälfte des Spiels.
- Ein spannender Thriller: L.A. Noire ist kein Mankell-Roman, kein Film ala Sieben und auch kein Heavy Rain. Das Spiel erzählt keine packende, temporeiche Geschichte mit Storytwists. L.A. Noire macht klassische Kriminalgeschichten erlebbar und wird vor allem Leuten gefallen, die Agatha Christie oder die Fernsehserie Der Alte mögen.

Wenn man mit diesen Erwartungen an das Spiel herangeht, kann man nur enttäuscht werden. Man muss schon bereit sein, sich auf das einzulassen, was das Spiel tatsächlich ist.

Drei wichtige Kritikpunkte, die immer wieder im Forum auftauchen, möchte ich ansprechen:

- Bugs: Gerade die Freezes sind sehr ärgerlich. Ich hatte sie zum Glück nur im Hauptmenü und beim Diskwechsel, aber hier braucht es dringend einen Patch. Ansonsten hat das Spiel kleinere Macken, über die man hinwegsehen kann.
- Steuerung: Hier kann ich die Kritik nicht nachvollziehen. Für ein Spiel bei dem die Kämpfe Beiwerk sind, ist die Steurung solide. Außerhalb der Kämpfe funktioniert sie glänzend und fühlt sich geschmeidiger als in anderen Rockstar-Titeln an. Vor allem die Fahrzeugsteuerung ist einem GTA meilenweit voraus.
- Rahmenhandlung: Die einzelnen Fälle sind durchweg interessant und können es mit einer durchschnittlichen TV-Krimi-Episode aufnehmen. Die Handlung drumherum und der Charakter Phelps sind zumindest zur Hälfte des Spiels aber nicht der Rede wert. Die Rückblenden zum Krieg waren bisher alle sehr schwach. In meinen Augen wäre es besser gewesen, den Blödsinn gleich komplett zu streichen und sich auf das wesentliche zu beschränken: Die Kriminalfälle.

Unterm Strich ist L.A. Noire bisher für mich das interessanteste Spiel dieser Konsolengeneration und eines meiner Lieblingsspiele aller Zeiten.
 
Kann man die Leute in den Nebenfällen auch verhaften?
Oder kann man die immer nur erschießen!
Kann mich daran errinnern das es bei dem ersten Nebenjob möglich war den Gangster anzuvisieren bis die kleine Uhr voll war und dan blieb er stehen,das ging bis jetzt leider nur bei diesem einen Typen.
Wär schade wenn ich die immer nur töten muß.
 
Man kann auch verhaften, kommt aber auf die Mission an. Hab zumindest noch nicht bewusst einen Warnschuss abgeben können. Das gibt das Spiel wohl vor, wie so vieles...
 
Helloween79 schrieb:
Kann man die Leute in den Nebenfällen auch verhaften?
Oder kann man die immer nur erschießen!
Kann mich daran errinnern das es bei dem ersten Nebenjob möglich war den Gangster anzuvisieren bis die kleine Uhr voll war und dan blieb er stehen,das ging bis jetzt leider nur bei diesem einen Typen.
Wär schade wenn ich die immer nur töten muß.

also man kann sie glaube ich überwältigen im laufen (a drücken) und durch einen warnschuss zum stoppen bewegen. es gibt zumindest für beides je ein achievement.
 
mnk schrieb:
Helloween79 schrieb:
Kann man die Leute in den Nebenfällen auch verhaften?
Oder kann man die immer nur erschießen!
Kann mich daran errinnern das es bei dem ersten Nebenjob möglich war den Gangster anzuvisieren bis die kleine Uhr voll war und dan blieb er stehen,das ging bis jetzt leider nur bei diesem einen Typen.
Wär schade wenn ich die immer nur töten muß.

also man kann sie glaube ich überwältigen im laufen (a drücken) und durch einen warnschuss zum stoppen bewegen. es gibt zumindest für beides je ein achievement.

Jau hab ich auch gesehen,aber wie geschrieben kann ich die bis jetzt immer nur erschießen...leider...
 
@Nasreddin

Als Ergänzung zu deinem schönen Review würde ich noch sagen, auch wer die alten Hitchcock-Filme mag, für den ist L.A. Noire ein Pflichttitel. Der Name von Hitchcock fällt seltsamerweise sehr selten im Zusammenhang mit dem Spiel.

Die berühmte Verfolgungsjagd aus der Anfangsszene von Vertigo ist eindeutig die Vorlage für die Jagden über die Dächer.

[vid]http://www.youtube.com/watch?v=N7sznnL0NZ0&feature=youtube_gdata_player[/vid]
 
@Nasreddin: danke für deine ausführlichen Eindrücke zum Spiel!
ich denke das Spiel wird meine Erwartungen voll und ganz erfüllen, nur wohl nicht exakt meine Träume. aber das gab Team Bondi ja auch nie vor, eigentlich haben sie offenbar fast genau das geliefert, was man sich so vorgestellt hat. mit Ausnahme vom "Noire" im Titel :)
 
Hab grad einen Fall (6, glaub ich beendet). Kurzer Spoiler.

Am Ende verfolgt man ja den Mörder. Man kann ihn zum Stehen bringen mit dem Warnschuss, aber wenn man das nicht schafft, nimmt er ja die Geisel. Dann muss man ihn erschießen. Ich hab ihn erschossen, aber leider ist die Geisel mit drauf gegangen. Daraufhin startet das Game neu. Das ist wohl der große Unterschied zu Heavy Rain. Heavy Rain hätte mich den Rest des Spiels mit der toten Geisel leben lassen.
 
Bart Wux schrieb:
Hab grad einen Fall (6, glaub ich beendet). Kurzer Spoiler.

Am Ende verfolgt man ja den Mörder. Man kann ihn zum Stehen bringen mit dem Warnschuss, aber wenn man das nicht schafft, nimmt er ja die Geisel. Dann muss man ihn erschießen. Ich hab ihn erschossen, aber leider ist die Geisel mit drauf gegangen. Daraufhin startet das Game neu. Das ist wohl der große Unterschied zu Heavy Rain. Heavy Rain hätte mich den Rest des Spiels mit der toten Geisel leben lassen.

und gerade solche Momente macht Heavy rain als Spielerlebnis besser, LA Noire ist auf keinen Fall schlecht aber mich stöhrt es überhaupt nicht einmal eine Pause zu machen und dann vielleicht später wieder einmal einen Fall zu lösen weil einfach ein roter Faden fehlt der durch die Geschichte führt und weil die Darsteller zumindest Phelps keine Emotionen zeigt zumindest sehr selten.
 
Bart Wux schrieb:
Hab grad einen Fall (6, glaub ich beendet). Kurzer Spoiler.

Am Ende verfolgt man ja den Mörder. Man kann ihn zum Stehen bringen mit dem Warnschuss, aber wenn man das nicht schafft, nimmt er ja die Geisel. Dann muss man ihn erschießen. Ich hab ihn erschossen, aber leider ist die Geisel mit drauf gegangen. Daraufhin startet das Game neu. Das ist wohl der große Unterschied zu Heavy Rain. Heavy Rain hätte mich den Rest des Spiels mit der toten Geisel leben lassen.

Klar, und das ganze passiert dir dann 2-3mal und dann wirst du als Strafe wieder zur Streife zurückversetzt oder am besten gleich gefeuert. ;)

Ich finde nicht, dass ein Vergleich zwischen L.A. Noire und Heavy Rain Sinn macht. Beides sind Spiele, die neue Wege gehen und recht gameplayarm sind, aber das wars auch schon an Gemeinsamkeiten.
 
Irgendwie wird es langsam echt frustig. Ich krieg die Verhöre nicht in den Griff. Selbst mit Intuition ist das oftmals nur reine Raterei ins Blaue. Und wenn ich nach Sinn und Logik gehe, klappt es eh nicht.
 
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