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REVIEW Ghostbusters

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Dritter Film? Ja, nein, vielleicht, Autowerbung oder liegt es vielleicht schon vor mir? Wer weiß? Sinn macht es auf jeden Fall, den dritten Teil als Spiel heraus zu bringen, schließlich sieht Harold Ramis mittlerweile aus wie der Alm-Öhi, Bill Murray sieht aus wie der Gruftwächter und Dan Akroyd sieht aus, als ob er Bill Murray gefressen hätte. Auf jeden Fall sollten die Geisterjäger endlich mal ein Spiel bekommen, das dem Franchise gerecht wird. Frühere Versuche waren da eher im Versuchsstadium stecken geblieben, wie der Videogamenerd in seinem Dreiteiler eindrucksvoll dargelegt hat.

There's something wrong... nein, nein, das kann ich besser

Ghostbusters The Game startet viel versprechend. Alle Darsteller der Filme sind dabei inklusive Janine, das Logo erscheint frühzeitig und die offizielle Titelmusik ertönt, wenn auch nur für fünf Sekunden. Anschließend versetzt euch das Spiel in die Rolle von... gute Frage. Und ab hier beginnt die Talfahrt.

Ihr steuert einen neuen Rekruten im Team der Ghostbusters (Strike 1). Er hat keinen Namen, weil, und zieht euch das rein, Peter befürchtet, dass er sowieso innerhalb der nächsten paar Tage bei einem Unfall sterben wird so wie der "last guy". (Strike 2). Noch einmal, der neue Rekrut wird dazu missbraucht, gefährliche, ungetestete Geräte zu testen, bei denen eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass sie ihn töten. Vielleicht bin ich kein Maßstab, aber ich würde bei einer solchen Begrüßung am neuen Arbeitsplatz schreiend aus der Stadt rennen. Es stellt die Ghostbusters in kein gutes Licht, wenn sie einen jungen Mann als leicht ersetzbare Laborratte behandeln, deren Tod bereits im Plan fest einkalkuliert ist. Vom rechtlichen Standpunkt mal ganz zu schweigen. Und der neue Mann macht keinen sonderlich hellen Eindruck, wenn er sich darauf einlässt. Aber hey, die haben Dental. Also, was soll's?

Es hilft nicht, dass der Neue nicht nur keinen Namen hat, sondern auch keine Stimme. Wieder mal haben wir es mit Mr. Generic zu tun, der nix zu sagen hat, aber dafür umso dümmere Gesichter macht. Seine Gesten und Mimiken sind so bescheuert, dass man meinen könnte, Lego Ghostbusters zu spielen. Da fehlen höchstens noch die Soundeffekte. Als wäre das nicht schlimm genug sieht der Mann auch noch so dermaßen langweilig und nichts sagend aus, dass er in der Kategorie Unscheinbarkeit nur noch von einem Kubikliter reiner Luft übertroffen würde. Bisschen Persönlichkeit, bisschen Charakter? Zuviel verlangt? Was, hatte Murray Angst, dass er nicht mehr der Star ist?

SpielFilmSpiel... Film

Der Rest der Story ist geschrieben von Ramis und Akroyd, was nicht verwundert, haben die beiden doch auch den ersten Kinofilm geschrieben und das Spiel übernimmt nahezu geschlossen alles aus diesem (Strike 3). Die Bücherei, das Hotel, Slimer, den MarshmallowMan, die Bibliothekarin, man könnte meinen, dass die beiden einfach nur die Notizen zum ersten Film ausgekramt und leicht modifiziert haben. Anspielungen und EasterEggs sind das eine und für Fans sicherlich auch gewünscht, aber mehr als Ghostbusters 1.5 hätte es dennoch sein dürfen. Anscheinend haben Akroyd und Ramis auch keine Ahnung, was den Unterschied zwischen Spiel und Film ausmacht. Einen Film sieht man, ein Spiel spielt man. Die Entscheidung, den Spieler als Neuling zu casten führt dazu, dass man sich niemals wirklich als Teil des Ghostbustersteam fühlt. Man läuft hinterher und sieht und hört zu, was die echten Geisterjäger machen. Versteht ihr, so wie einem Film. Man ist quasi die laufende Kamera. Viele, lange Videosequenzen und das ununterbrochene und gegen Ende durchaus auch mal nervige Gequatsche eurer Kollegen während der Missionen unterstützen diesen Eindruck.

Ghosts of War

Das wirkt sich auch auf das Leveldesign aus. Ghostbusters ist strunzlinear und stark gescriptet. Der Rest des Gameplays ist ein Gears of War Klon ohne Coversystem (ja, das geht, Moment, ich erklär das sofort). Ghostbusters ist in erster Linie ein ThirdPersonShooter. Ihr steuert euren Bubi aus der Über-die-Schulter Perspektive mit den beiden Sticks, feuert mit den Triggern, wechselt Waffen mit dem Steuerkreuz und habt sogar den RoadieRun und, zwar keine Rolle, aber immerhin einen Seitensprung als Ausweichmanöver zur Verfügung. Das Gefühl der Steuerung ist nahezu identisch zu Gears, wobei es sicherlich schlechtere Dinge über einen TPS zu sagen gibt. Und um mal mit dem Bitching für einen Moment aufzuhören, das eigentliche Geisterfangen haben die Entwickler absolut auf den Punkt gebracht. Zuerst weicht ihr die Gegner mit dem Standard Protonenstrahl auf. Anschließend greift ihr sie mit der sekundären Funktion des Strahlers und schleudert sie ein wenig durch den Raum, um sie weich zu kochen. Sodann werft ihr per Knopfdruck die Geisterfalle aus und zieht den Geist über diese. Während die Falle den Geist hinunter zieht, versucht ihr ihn in der Mitte des Sogs zu halten, damit er nicht wieder auskommt. Es ist ein recht langer Prozess und das ist gut so. Jeder Geist ist eine kleine Herausforderung und nachdem er endlich in der Falle ist und diese sich rauchend schließt, stellt sich sofort ein befriedigendes Gefühl ein. So und nicht anders muss sich das Ghostbusten anfühlen. Umso bedauerlicher ist es daher, dass es so viele Gegner im Spiel gibt, die nicht gefangen werden können/müssen/dürfen/sollen/wollen... was auch immer. Diese müssen dann einfach mit einer der vier Varianten des ProtonenPacks beschossen werden bis sie aufgeben. Und in diesen Szenen ist das Game dann auch nur ein simpler ThirdPersonShooter ohne sonderlich große Highlights, trotz unkonventioneller Waffen.

Es entschädigen dafür aber die extrem abwechslungs- und actionreichen Setpieces, wobei das Highlight leider extrem früh kommt. Ein Fight gegen den MarshmallowMan aber bleibt ein Traumerlebnis für jeden echten Geisterjäger. Auch surreale Effekte und Weltenverschiebung halten die Spannung auf einem konstant hohen Level und lassen nie Langeweile aufkommen. Als weitere Abwechslung kommt mehrfach das PKE Messgerät zum Einsatz, das auch wie ein Metall-Detektor durch audio-visuelle Signale zum nächsten Geist/Geheimnis oder ähnlichem führt.

Bill me, Bill Muray!


Im späteren Spielverlauf erhaltet ihr außerdem immer neue Geräte und Erweiterungen für euer Protonenpack, so zum Beispiel den Slimestrahler aus dem zweiten Film. Je nach Gegner ist Umschalten sehr wichtig, um optimal gerüstet zu sein. Zudem lassen sich die verschiedenen Modifikationen des Packs aufleveln mit Geld, das ihr durch das Busten von Ghosts erhaltet. Im Gegenzug gibt es einen Malus für Kollateralschäden, die ihr unterwegs anrichtet. Hier gibt es leider eine kleine Diskrepanz zwischen Gewinn und Schadensersatz. Ein gefangener Geist = +300 Dollar. Den Strahler einmal versehentlich auf das Piano gerichtet = -600.000 Dollar. Das scheint aber irgendwie keinen großen Einfluss zu haben, denn trotz alledem konnte ich alles aufleveln, was ich wollte.

Mit knapp 8 Stunden Spielzeit bietet das Spiel ein eher kurzes Vergnügen, wieder ein Zeichen dafür, dass hier eher für einen Film denn für ein Spiel geschrieben wurde, aber dafür hält das Game das Pacing durch bis zum Schluss. Kleinere Rätsel , bei denen es meist darum geht, die Umgebung zu manipulieren, lockern das Game auf ohne es zu aufzuhalten. Die Lösung für die Rätsel wird euch allerdings meist von euren Kollegen vorgekaut. Einige Bosse fordern euch ebenfalls in etwas trickreicheren Kämpfen heraus, wobei leider der letzte Boss sowohl vom Design als auch vom Gameplay eher eine Enttäuschung ist.

Keine Enttäuschung ist die Technik. Die Ghostbusters sehen ihren realen Vorbildern zum Verwechseln ähnlich, die Level sind actionreich und kommen ohne Tearing oder Ruckler aus und insbesondere die Lichteffekte der Protonenstrahler überzeugen. Zum Glück passen auch die Geistereffekte und die surrealen Umgebungen perfekt ins Spiel, sodass das Ghostbusters Flair immer gewahrt ist. Beim Sound fällt auf, dass der klassische Titelsong nur in den Loadingscreens zu hören ist und im eigentlich Spiel in Vor- und Abspann nur wenige Sekunden lang läuft. Nichts hingegen ist gegen die Stimmen zu sagen, alle Schauspieler legen sich auch 25 Jahre später noch 100% in ihre Rollen rein. Absolutes Highlight sind die Entgegennahmen der Anrufe von Annie Potts als Janine Melnitz. Hier lohnt es sich, ihr einfach mal ein paar Minuten zuzuhören.

Die getestete PS 3 US-Version bot lediglich deutsche Untertitel und zwang zu fast 4 GB Installation, entschädigte dafür aber mit einer niedrigeren Auflösung als die Xbox360 Fassung. Die Xbox360 Fassung ist dagegen in Europa noch nicht erhältlich, da Sony das Spiel zeit-exklusiv hat. Allerdings scheint die US-Xbox360 Fassung codefree UND multilingual zu sein, womit Sonys Deal ein klein wenig an Exklusivität verloren haben dürfte.

Petition: Keine stummen Helden mehr!

Gott, wie ich die hasse! Ob in Dead Space, GTA III, Half Life, mit Abstrichen Bioshock und Saint's Row, stumme Hauptfiguren sind Müll. In den meisten Spielen wird dieser Umstand wenigstens nicht erklärt und warum, das erfährt man in Ghostbusters. Der Anfang ist so dermaßen dämlich und idiotisch, dass sich die Story des Spiels kaum mehr davon erholt. Dass die Autoren hier die sichere Schiene fahren und altbekannte Ideen von vor 25 Jahren wiederholen macht die Sache nicht leichter. Und innerhalb des Tutorials merkt man schnell die extreme Ähnlichkeit der Steuerung zu Gears of War. So startet Ghostbusters mit einem gewaltigen Malus. Glücklicherweise landet das Game kurz vor Ende noch auf den Füßen. Die Steuerung mag geklaut sein, funktioniert aber astrein und die Level sind zwar gradlinig, dafür aber mit einem guten Sinn für Pacing und Action inszeniert. Das Wichtigste aber ist, dass der eigentliche Akt des Geistereinfangens so hervorragend und spaßig umgesetzt ist. Näher kommt man an Beruf wohl nicht mehr ran, es sei denn, es folgt ein zweites Spiel/vierter Film. Zu verbessern gäbe es einiges, wie die Story, manche Gegner und die PS 3 Umsetzung, aber so wie es steht, ist dieses Spiel immer noch gut für Kinder der 80er und im Grunde ein Muss für jeden Fan der Ghostbusters.
 
Ich habs auch auf der 360 angespielt und muss sagen der Funke sprang nicht so recht über.
Das liegt aber nicht nur am Spiel sondern auch ein wenig an mir, wie schon Bart geschrieben hat ist das Spiel sehr Dialog lastig und ich mit der engl.Sprach nicht so bewandert bin und nur die Untertitel lesen konnte um der Story zu folgen fand ich recht anstrengend.
Ist oft so das ich gerade beschäftigt war einen Geist einzufangen und die Typen labern irgend was daher und Untertitel lesen und Geist fangen passt nicht so recht zusammen.
Also mein Tipp wer mit der engl.Sprache nicht sehr gut bewandert ist kauft die PS3 oder wartet auf die deutsche 360 Version die ja ohne Untertitel auskommen und kompl.lokalisiert sein sollten.
Nach 2 Stunden wanderte meine Spiel wieder zurück in die Videothek.
 
Paypack schrieb:
Ich habs auch auf der 360 angespielt und muss sagen der Funke sprang nicht so recht über.
Das liegt aber nicht nur am Spiel sondern auch ein wenig an mir, wie schon Bart geschrieben hat ist das Spiel sehr Dialog lastig und ich mit der engl.Sprach nicht so bewandert bin und nur die Untertitel lesen konnte um der Story zu folgen fand ich recht anstrengend.
Ist oft so das ich gerade beschäftigt war einen Geist einzufangen und die Typen labern irgend was daher und Untertitel lesen und Geist fangen passt nicht so recht zusammen.
Also mein Tipp wer mit der engl.Sprache nicht sehr gut bewandert ist kauft die PS3 oder wartet auf die deutsche 360 Version die ja ohne Untertitel auskommen und kompl.lokalisiert sein sollten.
Nach 2 Stunden wanderte meine Spiel wieder zurück in die Videothek.

Fail :lol:
 
Das wusste ich allerdings auch nicht. Das Prinzip hab ich allerdings in der Form dann auch noch nicht gesehen.
edit:
stimmt aber. Man muss doppelt umstellen. ERST die Konsole und dann zusätzlich nochmal im Menü. Sorry, aber wer will da denn drauf kommen? Üblich ist nur das Umstellen der Konsole, ganz selten kann man mal im Spielmenü umstellen. Aber beides gleichzeitig? Das dürfte hier einmalig sein.
 
Auf der PS3 hab ich es grad getestet, die Option mit der englische Sprache fehlt, wenn die Konsole auf englisch steht. Steht sie auf deutsch, muss man noch zusätzlich die Sprache im Menü umstellen.
 
Ryuu schrieb:
Auf der 360 muss man im Game selbst nur Englisches Audio ausstellen, schon ist es deutsch. Nix mit Konsole.

ich finde den Menüpunkt bei mir nicht :? die 360 steht auf deutsch ...

Englisch ist eigentlich ganz ok, aber Bill Murray wirkt zum Teil sehr lustlos
 
Hab vorhin nach ziemlich genau 5 Stunden Spielzeit das Ende gesehen und kann das Spiel jedem Fan der Ghostbusters nur empfehlen. :dhoch:
 
Ich hab mittlerweile gute 6,5 Stunden drauf und bin im letzten Level. Hab bisher aber auch alles abgesucht und jeden Geist gescannt, allerdings ist die Luft jetzt raus.
Da ich nicht mehr viel vor mir hab, zock ichs noch durch. Aber nach einiger Zeit fällt schon stark auf, dass das Spiel gameplaytechnisch nicht viel Tiefe hat.
 
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