Kann übrigens auch nicht verstehen, wieso manche der Serie attestieren, dass "wenig passiert".
Klar, wenn man "viel passieren" an Krach-Bumm-Peng und krassen WOW-Wendungen festmacht, passiert tatsächlich recht wenig (OK, WENN eine Wendung kommt, dann aber so richtig aus dem Nichts und in die Eier

). Aber da der Fokus der Bücher auch nicht darauf liegt (bei vielen Schlachten oder Actionszenen wird absichtlich zu Beginn der Schlacht "ausgeblendet" und erst wieder danach weitererzählt) ist es absolut löblich, dass man den selben Ansatz bei der Serie auch gewählt hat.
GoT dreht sich eben um die Charaktere, ihre Entwicklung (die teils subtil ist und imo viel besser mit Hintergrundwissen aus den Büchern verstanden werden kann) und die Auswirkungen politischer Aktionen, Intrigen, schlauen Einfädelungen und Schicksal auf die Welt. Wer pompöse High-Fantasy und Schlachtengetöse will, muss halt Herr der Ringe schauen.
Ich bin in der Serie zwar erst bei Staffel 2 (Folge 10 hab ich noch nicht geschaut) und bislang fand ich keine einzige Folge auch nur annähernd langweilig oder langatmig, im Gegenteil. Von mir aus könnte jede Staffel ruhig noch länger gehen... Grade Stannis' Geschichte in Staffel 2 fand ich extrem gedrängt. Kaum weiß man so einigermaßen, wer Melissandre ist, stehen sie auch schon in Blackwater Bay

Das wird natürlich in einem 900-Seiten Buch viel besser rübergebracht, ebenso wie der Verlauf der Schlacht an sich.
Aber trotz den Vereinfachungen gegenüber den Büchern find ich die Serie absolut grandios, da kann mir selbst ein Herr der Ringe gestohlen bleiben, der mein bisheriger heiliger Gral der Fantasy war. Nur leider kann ich da nicht mal annähernd mit den Schicksalen der kompletten Gefährten mitfühlen, wie ich es bei GoT mit Tyrion, Arya, Sansa oder Dany alleine kann...