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REVIEW Force unleashed

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Star Wars Force Unleashed

Star Wars ist schon ein Phänomen. Wer sich mal die Zeit nimmt, auf Jedipedia etwas einzulesen, wird feststellen, dass die Welt schon fast als Parallelrealität verstanden wird. Figuren der Zeitgeschichte, Wissenschaft, Technologie, Kampftechniken, Geografie, Politik, all dies hat sich in etwas über 30 Jahren zu einer eigenen Kultur entwickelt. Natürlich war anno 1977, als A New Hope in die Kinos kam, nichts von alledem geplant und so wird einfach alles in die zahlreichen Löcher gestopft, die die Filme hinterlassen haben. Zum Glück sind das einige.


Immer zu zweit sie sind…

Also so ganz genau nimmt das mit den Zwei dann nun doch keiner, oder? Dooku hat mindestens einen Schüler trainiert, obwohl er selbst unter Sidious der Schüler war. Und auch Mr. Skywalker sr. hat da seine eigenen Pläne. In TFU spielt ihr die Lücke zwischen Episoden III und IV nach. Darth Vader hat sich langsam an sein neues Outfit gewöhnt und trainiert einen ehemaligen Jedi, der Namen und Hintergrund hat, zunächst mal aber einfach als The Apprentice (Der Schüler) bekannt ist. Im Auftrag Vaders unternimmt ihr nun die Rolle des Jedijägers, der möglichst ohne Zeugen zu hinterlassen diejenigen Jedi ausrottet, die die Order 66 überlebt haben. Die Wichtigkeit des Schülers für die Ereignisse der alten Trilogie werden die meisten dabei so wohl nicht geahnt haben, allerdings liegt es am Spieler, in welche Richtung ihr den Schüler treiben wollt. Je nach euren Entscheidungen im Spiel gelangt ihr zu einem anderen Ende der Story, was einen hohen Wiederspielwert mit sich bringen sollte. Da es aber reicht, den letzten Spielstand zu laden und eure Entscheidung eine binäre ist, ist diese Chance leider vertan. Zwar ist auf Grund der Filme nur ein Ende wohl als kanonisch zu betrachten, andererseits bleiben bei so viele Quellen Widersprüche im Star Wars Universum ohnehin nie aus, also könnt ihr das halten wie ihr wollt. Die Story ist insgesamt sehr gut erzählt und extrem spannend mit vielen Highlights und einigen äußerst überraschenden Wendungen.

Achtung! Massive Spoiler: Storyanalyse!!!

Hayden Blackman muss man einfach ein Kompliment machen. Wo Lucas versagt, nämlich beim Schreiben von Dialogen und Zeichnen von Charakteren, trumpft Blackman voll auf. Nach eigener Aussage hat Lucas durchaus einen Teil dazu beigetraten. Er hat dem Team eine Reihe von Vorgaben gemacht, unter anderem, dass der Schüler unebdingt einen Sidekick und ein Loveinteresst haben müsse. Mit anderen Worten, Lucas kommt eines Tages ins Büro und haut den Leuten eine Liste mit billigen Klischees um die Ohren. Wenn sich jetzt noch jemand wundert, warum die Prequel Trilogie Mist ist, hier habt ihr die Antwort. Das Faszinierende ist, dass es Blackman dennoch gelungen ist, eine tolle Geschichte rund um diese Figuren zu schreiben.

Das Schwierige an der Story ist sicherlich, dass das Ende durch die Filme IV bis VI in weiten Teilen vorbestimmt ist. Vader und der Imperator überleben, das ist bekannt. Der Tod des Schülers ist ebenso unumgänglich, um seine Abwesenheit in den Filmen zu erklären. Klar, wenn er der mächtigste Machtanwender aller Zeiten ist, ist es fraglich, wieso er in Episode IV nicht die Rebellion leitet und wieso Leia sich als letzte Hoffnung an den alten Ben Kenobi halten muss. Normalerweise hätte es zu den Ereignissen ab Episode IV ja nie kommen dürfen, schließlich hatte der Schüler ja sowohl Vader als auch den Imperator besiegt am Boden und hätte das Imperium an Ort und Stelle besiegeln können.
Unlogisch bleibt natürlich, wieso der Schüler ein Lichtschwert durch den Rücken, das Vakuum im Weltraum sowie den Sturz in die Tiefe überstehen konnte und dann durch ein paar Blitze stirbt. Unlogisch bleibt, wieso General Kota am Ende verhindert, dass der Schüler Sidious tötet, wenn er zu Beginn des Spiels in der Tie-Fighter Werft noch zum Schüler gesagt hat, er könne ihn nicht leben lassen. Also er (Kota) darf einen Jungen töten, aber dieser Junge darf dann später nicht das größte Übel der Galaxis töten? Und wie oft noch soll der Imperator besiegt am Boden liegen, nur um im richtigen Moment mit den Blitzen zu kommen? Hier ist es besonders witzig, weil der Schüler keine zehn Sekunden zuvor haargenau das voraus gesagt hat.

Ähnlich wie Mace Windu in Episode III stirbt er also den "Weil es das Drehbuch so sagt"- Tod, den unbefriedigensten Tod überhaupt. Natürlich lassen die Aussagen des Imperators sowie Kotas am Ende und die Machtstärke des Schülers den Schluss zu, dass er als Machtgeist weiter existiert. Fundiert ist diese Annahme allerdings nicht.
Wenn auch so die Abwesenheit des Schülers erklärt wird, was aber machen Kota, Juno und Proxy nach den Ereignissen? Wie wird deren Abwesenheit ab Episode IV erklärt? Gar nicht und das sind eben die Probleme und Ungereimtheiten, die entstehen, wenn man eine epische Geschichte mitten im Nichts anfängt und dann alle möglichen Episoden Jahre später davor setzt.

Etwas ärgerlich ist auch die Tatsache, dass das ganze "Darth Vaders geheimer Schüler"-Szenario nach schlappen drei Missionen in den Papierkorb geschmissen wird und ihr fortan als etwas unterwegs seid, was sich wohl am ehesten als Grauer Jedi beschreiben lässt. Die interessante Ausgangslage ist somit schnell hinfällig. Ein Spiel über die Sith ist es also letztlich nicht geworden. Auch die Beziehung des Schülers zu seiner Pilotin wird nie im Ansatz ausgeführt. Zwischen den beiden passiert rein gar nichts. Dabei wäre dies die einzige Möglichkeit gewesen, den plötzlichen Sinneswandel des Schülers zu erklären. Schließlich hat er sein ganzes Leben lang nur Tod und Schmerz kennen gelernt. Daher wäre es nur logisch gewesen, wenn Rache sein einziges Ziel gewesen wäre anstatt plötzlich die Galaxis befreien zu wollen.
So gut die Story ist, sie leidet einfach am Star Wars Syndrom. "We make it up as we go along." Beim Versuch, Löcher zu füllen, verstricken sich die Entwickler in Widersprüche. Wie kann es auch anders sein, wenn anno 2008 ein Charakter vorgestellt wird, der urplötzlich elementar sein soll für eine Geschichte, die anno 1977 zum ersten Mal in die Kinos kam? Dies zeigt einmal mehr, dass Lucas niemals einen großen Plan für Star Wars hatte, sondern nur ein paar lose Ideen, welche heute Dollarzeichen in den Augen gewichen sind.


Spoiler Ende:


*kchhh* Ich bin dein Prolog *kchhh*

Wahrscheinlich wisst ihr schon, dass ihr den Anfang mit Darth Vader bestreiten werdet. Nun ist Darth Vader ein sehr besonderer Charakter. Durch seine Rüstung ist er in seiner Bewegung und der Machtausübung limitiert. Er kann nicht schnell rennen, nicht hoch springen, keine spektakulären Bewegungen mit dem Schwert ausführen und Machtblitze kann er wegen seiner künstlichen Arme und der Rüstung ebenfalls nicht wirken. Zu oft wird dies in Medien unterschlagen und im offiziellen Spiel zu Episode III hat man sich auch nicht wirklich groß darum gekümmert. Man sieht also, bei einer Implementierung von Darth Vader in ein Spiel gibt es jede Menge Fehler, die man machen kann. Die Entwickler von Force Unleashed haben keine gemacht.
Auf Kashyyk nehmt ihr es mit einem Haufen Wookies auf bevor ihr euch einem der letzten Jedi stellt, der das Zölibat der Jedi auch nicht soo genau genommen hat. Statt der Machtblitze benutzt Vader den berühmten Machtwürgegriff, er kann maximal ein wenig zügiger laufen, ist aber ansonsten recht langsam unterwegs, so langsam, dass er als Hauptcharakter schnell nerven würde, aber genauso und nicht anders bewegt sich Vader nun mal. Er hält das Schwert mit einer Hand vor dem Körper, seine Schläge sind nicht prunkvoll, sondern kurz und langsam, dafür umso kräftiger. Vielleicht springt er noch etwas zu hoch, aber das kann man verschmerzen. Kurz, die Genauigkeit und Treue zum Ausgangsmaterial lässt schon im Prolog erahnen, dass hier Leute am Werk waren, die was von Star Wars verstehen. Das gibt uns eine neue Hoffnung.


Seit wann haben Jedi Kinder?

Gesteuert wird der Schüler aus der Perspektive der dritten Person zunächst ganz normal mit den beiden Sticks, wobei die Kamera auf Wunsch invertiert werden kann. Mit X nutzt ihr das Lichtschwert, Y ist für die Machtblitze zuständig, B für Forcepush und A schließlich springt. Das klingt danach, als hättet ihr nur eine Taste für Nahkampfattacken und somit nur eine geringe Anzahl an Kombos, dem aber ist nicht so. Ihr könnt alle Attacken miteinander mischen und so zwei Hiebe mit einem schönen Blitz oder einem kräftigen Forcepush beenden. Auch im Sprung könnt ihr attackieren und habt auf diese Weise schon zu Beginn ein recht breites Arsenal an Manövern zur Verfügung. Weitere Aktionen wie Lichtschwertwurf und ein Energieschild kommen noch dazu und erweitern das eh schon tiefe Arsenal. Eine der wichtigsten Kräfte aber ist und bleibt Forcegrip. Ähnlich wie in Second Sight, PsiOps oder Legacy of Kain: Defiance könnt ihr Gegner und Gegenstände per Druck auf RT anheben und mit den Sticks durch den Raum bewegen. Gleichsam können sie als Schilde oder als Wurfgeschosse benutzt werden, was dank Havok Engine Raum für jede Menge Kettenreaktionen bietet. Im Laufe des Spiels erlernt unser Schüler einiges an neuen Moves und levelt immer weiter auf bis hin zu dem Punkt, an dem er regelrecht lächerlich stark wirkt. Dadurch bleibt das Spiel auch auf höheren Schwierigkeitsgraden eher einfach. Der Schüler ist im Vergleich zu dem, was man bisher in Star Wars kannte, fast schon zu stark. Wo Yoda an die Grenze seiner Kräfte geht, um einen X-Wing aus dem Sumpf zu holen, schmeißt der Schüler mit Tie-Fightern um sich und haut Sternenzerstörer aus dem Himmel. Um es mal hart zu sagen: Der Schüler ist ein Todesstern auf zwei Beinen.
Allerdings ist er nicht unsterblich und die Laserschüsse der Soldaten können der Gesundheitsleiste schon gewaltig zusetzen, wenn man nicht aufpasst. Also spielt man wie folgt: Man hält schön die Blocktaste und wehrt die Blasterangriffe mit dem Schwert ab. Soweit so gut. Nur, solange ihr im Block steht, könnt ihr keine Moves nutzen mit Ausnahme des Forcegrips. Ferner könnt ihr euch nicht wie in Ninja Gaiden bewegen, sodass ihr den Block erst lösen müsst, um zum Angriff über zu gehen. Was aber funktioniert ist, trotz Blocks einen Gegenstand mit der Macht zu greifen und in Richtung Feinde zu schleudern. Der Rest ist Physik und genau hier ist das größte (und einzige) Problem des Spiels. Dazu kommt das Autoaim, mit dem man erstmal umgehen muss. Denn das Autoaim greift nur diejenigen Gegenstände, die der Schüler im Blick hat, nicht die, die die Kamera im Blick hat. Das gilt es zu berücksichtigen, insbesondere da man, siehe oben, sich im Block nicht bewegen kann. So können Gegenstände rechts und links vom Schüler nicht gegriffen werden, solange man den Schüler nicht in diese Richtung gedreht hat. Das ist etwas schade und auch nicht unbedingt von der Quelle hergegeben, denn hatte Darth Maul nicht in Episode I in einer Szene einen Gegenstand hinter seinem Rücken mit der Macht gegriffen?

Kicking someone's ass with the force, hieß es immer. Statt dessen fühlt es sich manchmal leider so an, als ob man eher der Force den Auftrag gebe: Kick some ass!, woraufhin die Force sich was überlegt. Ihr greift blind den nächstbesten Gegenstand, drückt den Analogstick so in etwa in Richtung der Gegner, lasst den Frocegripbutton wieder los und wartet ab, was passiert. Oft genug reicht das aus, um die meisten Gegner zu erledigen.

Jedi-Verteidigungsformation einnehmen!

Um den Schwierigkeitsgrad trotzdem einigermaßen fordernd zu gestalten haben die Entwickler den Gegnern einfach jede Menge Verteidigungsmöglicheiten gegen die Macht gegeben. Urplötzlich ist jeder zweite Gegner mit Schilden oder ähnlichem ausgestattet. Eine Schwachstelle hat zwar jeder, aber es wirkt trotzdem gewillkürt, wenn bestimmte Gegner plötzlich gegen Blitze völlig immun sind, dann aber im Lichtschwerthagel untergehen. Noch unlogischer aber ist es, dass die etwas größeren Superstormtrooper nicht per Forcegrip in die Luft gehoben werden können. Der Schüler schmeißt mit Tie-Fightern und holt Zerstörer vom Himmel, aber ein zwei Meter großer Soldat mit Rüstung ist zu schwer?

Sehr bedauerlich ist auch die Darstellung der Brutalität im Spiel. Eines vorneweg: Wir wollen keinesfalls ein Ninja Gaiden 2 aus TFU machen. Dennoch ist es immer schade zu sehen, wie ein Lichtschwert, das nahezu alles durchdringen kann, zu einem simplen Knüppel degradiert wird. Stormtroopers können drei, vier direkte Treffer einstecken und sind immer noch in einem Stück… UND können noch kämpfen. Da kann man schon mal an seinem Schwert wackeln um zu sehen, ob es noch in Ordnung ist. Unverständlich, denn Moves wie Impale, während denen ihr den Gegner durchbohrt gibt es durchaus und auch Doriden und AT-ST können zersiebt werden. Noch schlimmer aber ist die Tatsache, dass Gegner sich innerhalb von drei Sekunden nach Ableben auflösen. Das ist einfach extrem 90er Jahre und wirkt sehr unpassend. Seltsam ist auch, dass die Gegner im Forcegrip nicht sterben können. Solange ihr einen Gegner im Griff habt, könnt ihr ihn mit dem Schwert aufspießen und noch und nöcher mit Blitzen bombardieren, sie bleiben am Leben. Setzt ihr sie dann aber ganz langsam auf dem Boden fallen sie sofort tot um. Äußerst merkwürdig.

Aber NOCH eine Spur schlimmer ist, dass sich Glasscherben oder ähnliches teilweise schon auflösen, bevor sie den Boden berühren. Was sollen diese ganzen DMM Spielchen, wenn man die Resultate nicht sehen kann? Es ist einfach enttäuschend, dass man nicht einen Raum in Schutt und Asche legen und sich das Massaker anschließend betrachten kann. Es nimmt dem Game sowohl Härte, die ein Spiel über Sith durchaus vertragen hätte als auch Realismus, sofern man natürlich in dem Zusammenhang von Realismus reden kann. Je weiter ihr im Spiel kommt, desto weniger werdet ihr von den ganzen Technikspielchen mitbekommen. Die Euphoriaengine funktioniert zwar durchaus, aber auch nur dann, wenn ihr einen Gegner mal absichtlich sich an Gegenständen festhalten lasst. Ansonsten schnappt ihr euch Gegner und haut sie mit der Macht weg lange bevor sie irgend etwas tun können. Ihr habt auch keine Wahl, da ihr ansonsten unter Beschuss der restlichen Sturmtruppen steht. Von der Euphoriaengine werdet ihr soviel also gar nicht bemerken, außer im ersten Level, wo die Wookies beim Versuch auszuweichen mehr als einmal von der Brücke springen. Andererseits, wenn die Alternative ein Kampf mit Darth Vader ist, ist die Brücke vielleicht gar nicht die dümmste Idee. Dazu kommt aber, dass die DMM Engine nur sehr sporadisch eingesetzt wurde. Der eine Baum kann zerstört werden, der nächste Busch ist unkaputtbar. Oft genug erweisen sich manche Türen und Fenster auch als unzerstörbar und ihr stellt fest, dass ihr hauptsächlich mit den blau markierten Objekten interagieren müsst. Desweiteren fällt auf, dass man auf Grund der Story (geheimer Schüler, also töte ALLE) im Prinzip gegen dieselben Gegner kämpft wie in jedem Jedispiel. Wieder sind die Stormtrooper die Feinde, die ohnehin als die "Bösen" gelten. Wir wollen ja keine Jünglinge umbringen wie Mr. Anakin "Ein-Wort-des-Kanzlers-genügt-und-ich-töte-meine-eigene-Mutter" Skywalker, aber die ganze Ausgangslage als böser Sith unterwegs zu sein wird im Ansatz klein gehalten.


Wo sind diese **** Kristalle?

Das Leveldesign ist sehr gradlinig, was kein Problem darstellt, da dieses den Spannungsbogen der Story sowie die Action im Spiel aufrecht erhält. Dennoch gibt es genug versteckte Objekte im Spiel, von denen wir im Übrigen gerade bei den Lichtschwertkristallen trotz intensiver Suche fast nichts gefunden haben. Vereinzelte Plattformeinlagen und Rätsel, bei denen ihr die Umgebung mit der Macht manipulieren müsst, bieten vor dem nächsten Gefecht ein wenig Abwechslung. Allerdings gibt es nur sehr wenige Örtlichkeiten, die ihr aufsucht und in einem Move, den wir vom Fach als Devil-May-Cry-Move bezeichnen, müsst ihr zum Schluss des Spiels noch einmal dieselben Level besuchen wie zu Beginn. Bedenkt man, wie kurz das Spiel sowieso ist und wie oft das Game verschoben worden war, stellt sich die Frage, ob die Entwickler nicht vielleicht etwas zu lang mit ihren Engines rumgespielt haben.
Ach ja, das Game ist kurz. Es ist ohne weiteres möglich, das Ende in nur einem einzigen Durchlauf zu sehen. Etwas um die sechs Stunden ist möglich, acht vielleicht realistisch, zehn wäre schon wieder hoch gegriffen. Wer alles kennt, kann das Game ohne Weiteres in um die vier Stunden beenden. Auch mit Achievements werdet ihr regelrecht bombardiert, wobei das Game übrigens jedes Mal kurz ruckelt und stockt. Ein Jammer, dass man diese nervigen Teile nicht optional abschalten kann. Jedenfalls können diese aufploppenden Symbole eine Cutszene durchaus stören. Das Fehlen eine Multiplayermodus ist ärgerlich und man schaut mit Neid auf die Wii-Version. Wieso man diesen Duellmodus für die großen Konsolen weggelassen hat, ist unverständlich. Naja, nicht unverständlich, schließlich wollte man die Wii-Besitzer entschädigen für die technischen Abstriche und so die Versionen gleichwertig machen, aber ist es denn zuviel verlangt, die Versionen für die Xbox360 und die PS3 auch am stärksten zu machen? Immerhin kosten diese Versionen auch das meiste Geld und die Besitzer haben das meiste Geld in die Hardware gesteckt. Ein zweiter Durchgang mit den neu erworbenen Machtkräften und ein alternatives Ende aber halten den Spieler halbwegs bei der Stange. Wer allerdings ein komplett neues Spiel starten will inklusive dem genialen Prolog, der muss auch kräftemäßig wieder von vorne beginnen. Oder er spielt den Prolog nach und wechselt danach wieder den Speicherstand. Umständlich, aber funktioniert.


X B A Y

Unschön fällt leider auf, wie oft ihr im Spiel zu den so genannten QuickTimeEvents gezwungen werdet. Ihr wisst schon, diese Videosequenzen, die nur dann weitergehen, wenn ihr die richtige Taste drückt. Das Gute ist, dass ihr in TFU nicht wirklich bestraft werdet, wenn ihr sie verhaut und die Tastenkombinationen sich nicht ändern, das Schlechte ist, dass sie den Spieler wieder zum halben Zuschauer degradieren und er zusehen muss, wie cool sich der Schüler ohne sein Zutun bewegt. Das Paradoxe daran ist, dass der Spieler von diesen cineastischen Szenen nicht das Allermeiste mit kriegen wird, da er doch ohnehin damit beschäftigt ist, die richtigen Tasten zu drücken. Unser Held hat so viele coole Fähigkeiten wie vielleicht noch kein Protagonist zuvor und die besten Manöver kommen trotzdem aus der Dose. Unverständlich und ärgerlich.

Technik ist natürlich das Flagschiff des Spiels und der Beginn auf Kashyyk ist klasse. Die Wookiewelt ist toll dargestellt, die Animationen sind flüssig und die DMM Engine zeigt sich von ihrer besten Seite. Die Wahl vieler anderer Welten aber ist etwas seltsam, denn die Welten sind hässlich. Nicht technisch schlecht umgesetzt, einfach nur hässlich. Okay, so sieht ein Schrottplatzplanet wohl aus, aber wenn er schon so mies aussieht, warum muss man ihn dann zweimal besuchen? Dafür stimmen die Animationen der detaillierten Charaktere, die vor allem in den Zwischensequenzen auftrumpfen können. Aber auch ingame können die genialen Kampfmanöver des Schülers überzeugen. Natürlich tragen die Physicsengines ihren Teil dazu bei, dass das Spiel technisch gut rüber kommt, wenn auch, wie erwähnt, die eine oder andere Ungereimtheit und sich viel zu früh auflösende Gegner und Gegenstände diesen Eindruck wieder schmälern. Außerdem wird das Spiel öfters durch ein hässliches Tearing geplagt. Gleichfalls ist schade, dass die Zwischensequenzen feststehend sind, will heißen, sie nehmen keine Rücksicht auf die Wahl eures Outfits oder eurer Lichtschwertfarbe. So könnt ihr im Video ein blaues Schwert sehen während ihr eine Sekunde später ingame ein rotes benutzt. Dafür sind die Ladezeiten erfreulich kurz bzw. in den Leveln selbst kaum vorhanden. Allerdings müssen alle Menüpunkte einzeln kurz geladen werden. Das verstehe, wer will.

Nichts anderes als brilliant hingegen ist der Sound. Die typischen Star Wars Töne erklingen zu jeder Zeit aus den Boxen, Blasterfeuer schwirrt euch um die Ohren und das Surren des Lichtschwertes ist euer ständiger Begleiter. Jedes Szenario wird von seinem eigenen Thema begleitet, das sofort Filmflair verleiht. Über allem aber steht die Performance von Sam Witwer, dessen stimmliche Darbietung vielleicht die beste ist, die es je in einem interaktiven Medium zu hören gab. Jedes Wort, das er sagt, ist perfekt gesprochen, der Situation angepasst und voller Ausdrucksstärke und Emotion. Hätte man ihn für die Rolle des Anakin Skywalker gecastet, dann wäre die neue Trilogie auf Augenhöhe mit der alten gewesen. Er allein trägt die Story des Spiels. Dabei wäre das gar nicht nötig, denn auch der Rest der Darsteller ist gut aufgelegt, wenn es auch schade ist, dass einige der bekannten Charaktere im Spiel nicht von ihren Schauspielern gesprochen werden. An der Zeit kann es nicht liegen, schließlich waren Organa und Palpatine doch erst vor kurzem in ihren Rollen in Episode III zu sehen. Eine deutsche Synchronisation findet sich ebenfalls auf de einheitlichen DVD, die sowohl das USK wie auch das BBFC Logo trägt, welche im Vergleich zum Original zwar etwas einbüßt, für eine Videospielsynchronisation aber immer noch sehr stark ist.
Allerdings merkt man irgendwie den fehlenden Feinschliff. So steht am Ende jeder Mission, man habe einen Lichtschwertkristall freigeschaltet, aber im Lichtschwertmenü sind nach wie vor alle Kristalle gesperrt. Anscheinend hat dies etwas damit zu tun, ob der entsprechende Text durchgehend rot markiert ist oder nicht. Wäre da grün für freigespieltes und rot für verpasstes nicht besser gewesen. In späteren Missionen steht bei den Bonuszielen plötzlich "*Default Text" und in der Missionsabrechnung steht dort NIL. Außerdem wurden später im selben Missions-End-Bildschirm keine besiegten Gegner mehr angezeigt. Es soll nicht unterschlagen werden, dass dieser Fehler beim zweiten Durchgang nicht mehr auftrat. Hier wurde alles wieder korrekt angezeigt. Trotzdem ist das ärgerlich und eines so wichtigen Spieletitels unwürdig.


Fazit: Vader, ich bin dein Vater!

Über die meiste Zeit ist TFU einfach brilliant. Kleinere Macken wie das automatische Zielsystem und die vielen QTEs trüben den Spielspaß nur minimal. Das Spiel sieht gut aus, erzählt eine tolle, wenn auch fragwürdige Story, die vor allem Star Wars Fans lieben werden und wenn man halbwegs gut ausgerüstet ist macht es einen Heidenspaß mit der Macht aufzuräumen.

Was dem Game dann aber letztlich eine höhere Wertung kostet ist vor allem der extrem geringe Umfang. In 5:54 Stunden konnten wir beim ersten Versuch durch das Spiel rennen trotz der einen oder anderen Stelle, die uns sogar noch etwas aufgehalten hatte. Ein zweiter Durchgang ist bis auf eine einzige Szene identisch, dieselben Locations werden alle zweimal besucht und ein Mehrspielermodus glänzt durch Abwesenheit. Das ist schwach. Das, was da ist, ist klasse und macht Lust auf mehr. Aber es ist schlichtweg viel zu wenig da.

Der Text ist nahezu uneditierbar, weil er meine CPU zu 100% auslastet. Sind das evtl. die Smileys?
 
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