So unterschiedlich können Meinungen sein. Ich schätze
@KaKuns Meinung immer sehr und wie bei Master-Dan und so finde ich es geil, wie man sich in einer Spielwelt verlieren kann. Aber für mich ist das leider hier kaum nachvollziehbar.
FFXV hat ohne Übertreibung für mich die schlechteste Spielwelt, die ich je in einem Rollenspiel erleben durfte. Das Wort wird gerne in dem Zusammenhang abwertend verwendet, aber nie hat es so gut gepasst. Kulissenhaft. In Rollenspielen reist man um die Welt und erlebt ihre kleinen und großen Geschichten. Gerade JRPGs machen das für gewöhnlich sehr plakativ. Da hat man immer das Dorf, das vom Erzabbau lebt, voller rauer Typen, aber jetzt wird die Mine von Monstern belagert und das Dorf leidet darunter. Und dann hat man die königliche Stadt voller arroganter Adligen. Final Fantasy hatte immer sehr spezielle und für ein JRPG ungewöhnliche Regionen. Gerade VI und VII hatten bei seinen Städten immer sehr interessante Hintergründe, die immer eine persönliche, regionale und weltpolitische Geschichte erzählten. Im Westen ist man etwas subtiler, am Boden geblieben, aber auch hier haben Orte eine Vergangenheit, ihre Probleme und Hoffnungen. Und Spiele wie Fallout zeigen wunderbar wie man auch ohne Worte mit einem durchdachten Arrangement toten Plätzen Leben einhaucht. Da bist du in einer Fabrik und dort sind Leichen, dort deaktivierte Roboter und du kannst den vergangenen Konflikt fast schmecken, schon bevor du in die Logs abtauchst.
FFXV hat davon nichts. Es ist seit wenigen Stunden Krieg, aber das ist allen egal. Die Geschichte des Ortes ist die Geschichte der anderen Orte. Es gibt das Crow's Nest, ein Diner und dort wird Essen serviert. Töte Monster und bekomme Geld. Wenn du mal einen Charakter in dieser Welt triffst (aber keine Sorge, das wirst du nur selten), dann ist er strunzdebil und zeichnet sich durch zwei Merkmale aus. Dave, Kriegsveteran, Dog Tags. Schrullige Oma, schrullige Oma, Frösche. Häßlicher Typ im Anzug, Edelsteine, keine Ahnung. Cindy, Arsch und Titten. Und das ist dann die Geschichte eines Ortes, wenn er denn überhaupt einen nennenswerten Charakter hat. Das ist weniger als Stereotyp. Das sind Charaktere, die nur für eine schlechte Nebenquest geschrieben ("geschrieben", was für eine Übertreibung) worden sind.
Man erfährt nichts über die Welt, ihre Bewohner und Regionen abseits der Main Story und dort auch nicht wirklich.
Aktuell spiele ich noch Tyranny und Trails of Cold Steel II. Zwei ganz unterschiedliche Rollenspiele, die beide sehr viel Wert darauf legen die Welt und ihre Geschichte zu präsentieren. Und ich erwarte nicht halb so viel. Wenn ich bei Pokémon nach Lavandia oder so komme, gibt es dort einen Geisterturm und die Bewohner haben Angst vor den Geistern. Das ist mehr Hintergrund als mir die Spielwelt von FFXV in 20 Stunden Spielzeit vermitteln konnte.
Und spätestens wenn Zombies aus den Dropships fallen, ist es Zeit für eine kleine Anmerkung von Entwickler-/Autorenseite.
Aber ne, in der Story geht der Shit ab und in der offenen Welt spielt ständig Fiesta-Musik zu hintergrundlosen Fetchquests. Was für eine Verschwendung des verheißungsvollen Szenarios.