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Alexicious schrieb:http://media.buch.de/img-adb/28989584-00-00/einsteins_versprechen.jpg
Wird mit "Der Schatten des Windes" von Zafon verglichen. Muss noch reinlesen, erscheint im Oktober!

Alexicious schrieb:http://media.buch.de/img-adb/28989584-00-00/einsteins_versprechen.jpg
Wird mit "Der Schatten des Windes" von Zafon verglichen. Muss noch reinlesen, erscheint im Oktober!
nofix schrieb:kennt jemand dieses Buch? Lesenswert? Die Kritiken bei Amazon sind ganz gut
[ama]http://www.amazon.de/dp/3570304108/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1313608688&sr=8-1[/ama]
das lag bei uns zum mitnehmen rum und ich hab es vorsichtshalber mal eingepackt, da hochwertig gebunden ^^


1942 denunziert die Hilfsarbeiterin Rosa Schwarz ihren jüdischen Ehemann wegen früherer vermeintlich antinazistischer Aktivitäten, zeigt ihre beiden ältesten Kinder bei der Gestapo an und bringt die fünf jüngeren in ein Heim der Israelitischen Kultusgemeinde. Michael Schwarz wird nach Auschwitz deportiert und ermordet. Alle sieben Kinder kommen nach Theresienstadt, überleben schwer gezeichnet die Zeit im KZ und kehren nach der Befreiung durch die Rote Armee nach Wien zurück. Ein besonders dramatischer Fall, aber nur einer von vielen: Im Dritten Reich stand Denunziation auf der Tagesordnung, und das nicht allein durch Gestapo-Spitzel und NS-Blockwarte. Freiwillig zeigten Privatpersonen Nachbarn, Bekannte, im schlimmsten Fall sogar Familienmitglieder – vor allem in den Monaten von "Anschluss" bis Novemberpogrom 1938 – wegen deren Jüdischseins, später wegen der von den Nationalsozialisten eingeführten Strafbestände "Heimtücke", "Hören von Fremdsendern", "Rassenschande" und Ähnlichem an. Den Behörden wurde so die Legitimation für Bestrafung, Verfolgung und oft auch Ermordung der denunzierten Personen in die Hände gespielt. Der Politikwissenschafterin Nina Scholz und dem Historiker und Psychotherapeuten Herbert Dohmen bieten die sorgfältig aufgearbeiteten Zuschriften der Bevölkerung an Gauleiter Josef Bürckel, die NS-Gerichts- und die Nachkriegsakte des Volksgerichtshofes Wien Grundlage für eine Studie, die tiefe Einblicke in die Macht der kleinen Leute zulässt. Neben der Frage, welche Funktion die – durchaus nicht uneingeschränkt gutgeheißene, dem Ideal vom "aufrechten deutschen Charakter" widersprechende – Denunziation für das Regime erfüllte, in welchem Ausmaß die "freiwilligen Helfer" zur Kräfteeinsparung und Stabilisierung der NS-Herrschaft beigetragen haben, untersuchen Scholz und Dohmen auch die "andere", die individuelle Seite: die Bedeutung der Denunziation für die Denunzianten, die Motive, aus denen heraus Menschen andere, allzu oft nahe stehende Menschen verrieten. Repräsentative und außergewöhnliche Fällen wie jener von Rosa Schwarz und ihren sieben Kindern werfen ein Licht auf das soziale, politische und kulturelle Gefüge der Gesellschaft und legen die Fähigkeit des Menschen zur Unmenschlichkeit bloß.

Könntest du dazu paar Titel nennen? Würde mich echt interessieren.rancid schrieb:naja.. da is bei mir auch ne gute portion recherche dabei. wir planen fürs nächste jahr ein projekt gegen rechts, das auf diese thematik abzielt. im prinzip hat sich da ja wenig geändert, was denunziation angeht. ob es nun einzelne leute sind oder die medien im grossen maßstab. ich wühl mich da grad durch einige bücher durch, die das thema haben, abgerundet durch literatur über hamburg im 3.reich... da kommt einem permanent die galle hoch. aber ich will das projekt so fundiert wie möglich haben..


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