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Elterndasein und Erziehung

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Falls es so einen Thread bereits gibt bitte ich um Nachsicht. Über die Suche habe ich nichts in dieser Richtung gefunden.

Da viele von uns Nachwuchs haben, wird es sicherlich vereinzelt auch Probleme geben. Vielleicht kann man sich diesbezüglich austauschen oder Tipps geben / bekommen.

Meine Jungs sind 10 und 12 Jahre alt. Insbesondere der ältere macht seit einer Weile Probleme. Und zwar so richtig. Mitunter wissen wir nicht mehr weiter.

Ende 2020 haben wir uns getrennt und die Jungs leben bei der Mutter. An den Wochenenden und in den Ferien ist einer von beiden bei mir (meist im Wechsel). Materiell fehlt es ihnen bei der Mutter an nichts. Sie leben dort in einem Haus mit Garten, haben eigene Zimmer, eigene Konsolen, Inline Skates usw.

Seit ein paar Monaten schießt der ältere komplett quer. In der Schule totale Verweigerung. Sehr wahrscheinlich wird er in der sechsten Klasse sitzen bleiben. Sein letztes Zeugnis bestand fast nur aus 5er. In Klassenarbeiten gibt's mittlerweile 6er, leere Arbeitshefte bis hin zu zerstörten und zerrissenen Materialien. Zu Hause fällt er durch Respektlosigkeit auf, brüllt herum, ist beleidigend und lässt sich nichts mehr sagen. Neulich wurde er sogar erwischt wie er mit Feuer gespielt hat. Aus der Schule kommen regelmäßig E-Mails. Neulich mussten wir erfahren, dass er ein Kind aus einer anderen Klasse regelrecht mobbt und dieser sich nicht mehr zur Schule traut.

Sucht man das Gespräch, blockt er ab und macht dicht. Ich würde ihn am liebsten mal zu einem Psychologen schicken, aber der Vorschlag scheint bei der Mutter nicht auf Gegenliebe zu stoßen.

Hat hier jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Bin für jegliche Tipps und Ideen offen.
 
Falls das mit dem Psychologen/Therapie für die Mutter erstmal zu viel ist, dann mal mit dem Schwoolworker eventuell ein Gespräch suchen oder noch eher mit dem schulpsychologischen Dienst, die zumindest beratend tätig werden können (die geben keine Therapien, sondern schauen sich die Sache an, können einem schon erste professionelle Tipps geben). Gilt wohl als Erstes nach der Ursache zu suchen, weshalb er so reagiert, was ihn belastet etc.

Und jep, ein guter Verein kann Gold wert sein.
 
Zuletzt bearbeitet:
HeyHo :)!

Das "Gefällt mir" gibt's für Deine Offenheit @Nimble . Find ich ehrlich klasse von Dir, dass Du ohne Schönfärberei erzählst, auch wenn die aktuelle Situation Eures Sohnemann besorgniserregend ist.

Nun ja, als erstes empfehle ich Dir in Ruhe, ohne Vorwürfe und in seinem eigenen Zimmer mit ihm zu sprechen. Doch nicht "wir müssen reden" sondern eher interessiert:

Wie geht's Dir wirklich?

Was bewegt Dich gerade so in Deiner Welt?

Generell würde ich soviele Leute ins Boot holen wie es geht. Also Gespräche mit einem Vertrauenslehrer bzw. Ansprechpartner aus schulischer Seite würde ich definitiv versuchen.
Natürlich auf jeden Fall mit der Mutter sprechen, persönlich und mit viel, viel Zeit. Dort währe es prima, wenn Du im Vorfeld Gedanken - zur Hilfeleistung - aus Deiner Sicht mitbringst.

Psychologische Hilfe ist generell immer überlegenswert, halte ich aber für zu früh. Denn hinsichtlich des Alters von 12 liegt die Gefahr nahe, dass er sich dadurch falsch fühlt und nochmehr rebeliert.
Doch Zeit mit ihm verbringen und zuhören ist richtig, richtig. Leider ist das bei Patchwork oft eine Herausforderung und zusätzlich muss der Große auch wollen. Doch vielleicht findet Ihr einen Weg, dies (unter einem Vorwand) zu realisieren! Ein neues gemeinsames Hobby oder zusammen ein endliches Projekt umsetzen. Eventuell ergibt sich aus der Familienkonstelation eine Möglichkeit, wo Euer Sohn als Hilfestellung in Anspruch genommen werden könnte. Die Tatsache, dass er sich dabei wichtig, gefordert und als Helfer sieht, kann ein nachhaltiges, positives Erlebnis sein!

Der Vorschlag von @Hairy_Rhodan mit einer Sportgruppe ist super. Unabhängig vom Sport, beispielsweise auch ein Verein, die soziale Komponente ist da sehr, sehr wichtig und hilfreich! Neue Leute, Zusammengehörigkeit usw.
Darüber hinaus würde ich auch eine Anlaufstelle für Elternhilfe und/oder mir Angebote über die Arche, Jugendhilfe o.ä. holen.

Und nicht zu vergessen wäre es toll, dass das Verhältnis zu seinem kleinen Bruder nicht leidet sondern gestärkt wird. Hier gerne mit Beiden reden, im Idealfall mit Deiner Frau gemeinsam - auch wenn's wahrscheinlich nicht einfach ist.
Denkbar ist auch, wenn Ihr irgendwie den Weg zum Mobbingopfer findet - anonym auch zu anderen oder nur ein YT Video darüber schaut.

Naja, es war jetzt nicht alles chronologisch und es gibt sicher noch Einiges. Doch auf jeden Fall wünsch ich Deinem Sohnemann Kraft und Verständnis - Dir natürlich auch :)!
 
HeyHo :)!

Das "Gefällt mir" gibt's für Deine Offenheit @Nimble . Find ich ehrlich klasse von Dir, dass Du ohne Schönfärberei erzählst, auch wenn die aktuelle Situation Eures Sohnemann besorgniserregend ist.

Nun ja, als erstes empfehle ich Dir in Ruhe, ohne Vorwürfe und in seinem eigenen Zimmer mit ihm zu sprechen. Doch nicht "wir müssen reden" sondern eher interessiert:

Wie geht's Dir wirklich?

Was bewegt Dich gerade so in Deiner Welt?

Generell würde ich soviele Leute ins Boot holen wie es geht. Also Gespräche mit einem Vertrauenslehrer bzw. Ansprechpartner aus schulischer Seite würde ich definitiv versuchen.
Natürlich auf jeden Fall mit der Mutter sprechen, persönlich und mit viel, viel Zeit. Dort währe es prima, wenn Du im Vorfeld Gedanken - zur Hilfeleistung - aus Deiner Sicht mitbringst.

Psychologische Hilfe ist generell immer überlegenswert, halte ich aber für zu früh. Denn hinsichtlich des Alters von 12 liegt die Gefahr nahe, dass er sich dadurch falsch fühlt und nochmehr rebeliert.
Doch Zeit mit ihm verbringen und zuhören ist richtig, richtig. Leider ist das bei Patchwork oft eine Herausforderung und zusätzlich muss der Große auch wollen. Doch vielleicht findet Ihr einen Weg, dies (unter einem Vorwand) zu realisieren! Ein neues gemeinsames Hobby oder zusammen ein endliches Projekt umsetzen. Eventuell ergibt sich aus der Familienkonstelation eine Möglichkeit, wo Euer Sohn als Hilfestellung in Anspruch genommen werden könnte. Die Tatsache, dass er sich dabei wichtig, gefordert und als Helfer sieht, kann ein nachhaltiges, positives Erlebnis sein!

Der Vorschlag von @Hairy_Rhodan mit einer Sportgruppe ist super. Unabhängig vom Sport, beispielsweise auch ein Verein, die soziale Komponente ist da sehr, sehr wichtig und hilfreich! Neue Leute, Zusammengehörigkeit usw.
Darüber hinaus würde ich auch eine Anlaufstelle für Elternhilfe und/oder mir Angebote über die Arche, Jugendhilfe o.ä. holen.

Und nicht zu vergessen wäre es toll, dass das Verhältnis zu seinem kleinen Bruder nicht leidet sondern gestärkt wird. Hier gerne mit Beiden reden, im Idealfall mit Deiner Frau gemeinsam - auch wenn's wahrscheinlich nicht einfach ist.
Denkbar ist auch, wenn Ihr irgendwie den Weg zum Mobbingopfer findet - anonym auch zu anderen oder nur ein YT Video darüber schaut.

Naja, es war jetzt nicht alles chronologisch und es gibt sicher noch Einiges. Doch auf jeden Fall wünsch ich Deinem Sohnemann Kraft und Verständnis - Dir natürlich auch :)!
Danke für den Input.
Ich gehe später am Abend bzw im Laufe des Wochenendes ausführlich auf deine tolle Antwort ein :)
 
termin beim Schulpsychologischen Dienst ist imo ein guter erster Schritt um sich Rat zu holen. Ohne Kind (erstmal). schreib doch mal ne mail oder ruf dort an. wir waren auch dort und uns wurde geholfen. wir hatten inzwischen drei termine, alle ohne Kind.
 
HeyHo :)!

Das "Gefällt mir" gibt's für Deine Offenheit @Nimble . Find ich ehrlich klasse von Dir, dass Du ohne Schönfärberei erzählst, auch wenn die aktuelle Situation Eures Sohnemann besorgniserregend ist.

Nun ja, als erstes empfehle ich Dir in Ruhe, ohne Vorwürfe und in seinem eigenen Zimmer mit ihm zu sprechen. Doch nicht "wir müssen reden" sondern eher interessiert:

Wie geht's Dir wirklich?

Was bewegt Dich gerade so in Deiner Welt?

Generell würde ich soviele Leute ins Boot holen wie es geht. Also Gespräche mit einem Vertrauenslehrer bzw. Ansprechpartner aus schulischer Seite würde ich definitiv versuchen.
Natürlich auf jeden Fall mit der Mutter sprechen, persönlich und mit viel, viel Zeit. Dort währe es prima, wenn Du im Vorfeld Gedanken - zur Hilfeleistung - aus Deiner Sicht mitbringst.

Psychologische Hilfe ist generell immer überlegenswert, halte ich aber für zu früh. Denn hinsichtlich des Alters von 12 liegt die Gefahr nahe, dass er sich dadurch falsch fühlt und nochmehr rebeliert.
Doch Zeit mit ihm verbringen und zuhören ist richtig, richtig. Leider ist das bei Patchwork oft eine Herausforderung und zusätzlich muss der Große auch wollen. Doch vielleicht findet Ihr einen Weg, dies (unter einem Vorwand) zu realisieren! Ein neues gemeinsames Hobby oder zusammen ein endliches Projekt umsetzen. Eventuell ergibt sich aus der Familienkonstelation eine Möglichkeit, wo Euer Sohn als Hilfestellung in Anspruch genommen werden könnte. Die Tatsache, dass er sich dabei wichtig, gefordert und als Helfer sieht, kann ein nachhaltiges, positives Erlebnis sein!

Der Vorschlag von @Hairy_Rhodan mit einer Sportgruppe ist super. Unabhängig vom Sport, beispielsweise auch ein Verein, die soziale Komponente ist da sehr, sehr wichtig und hilfreich! Neue Leute, Zusammengehörigkeit usw.
Darüber hinaus würde ich auch eine Anlaufstelle für Elternhilfe und/oder mir Angebote über die Arche, Jugendhilfe o.ä. holen.

Und nicht zu vergessen wäre es toll, dass das Verhältnis zu seinem kleinen Bruder nicht leidet sondern gestärkt wird. Hier gerne mit Beiden reden, im Idealfall mit Deiner Frau gemeinsam - auch wenn's wahrscheinlich nicht einfach ist.
Denkbar ist auch, wenn Ihr irgendwie den Weg zum Mobbingopfer findet - anonym auch zu anderen oder nur ein YT Video darüber schaut.

Naja, es war jetzt nicht alles chronologisch und es gibt sicher noch Einiges. Doch auf jeden Fall wünsch ich Deinem Sohnemann Kraft und Verständnis - Dir natürlich auch :)!
Ich gehe jetzt noch ein wenig mehr auf den ein oder anderen Umstand ein und erzähle noch ein wenig mehr um ein besseres Bild zu bekommen.

Die Trennung lief damals extrem unschön ab. In der Zeit haben wir uns beide nicht mit Ruhm bekleckert. Es ging alles ziemlich schnell, ich wurde vor die Tür gesetzt und mein Nachfolger (zu dem ich mittlerweile einen überraschend guten Draht habe) ist eingezogen.

Kurz darauf gab es für die Kinder einen Umzug in eine andere Region, den Hauskauf, einen Schulwechsel und ein neues Geschwister Kind. Alles in kürzester Zeit. Vielleicht war das alles zuviel auf einmal für die Jungs. Ich weiß es nicht, aber ich kann mir vorstellen, dass das was mit einer Kinderseele macht.

Der Kontakt zur Mutter hat sich sehr lange sehr schwierig gestaltet. Sie startete einen Sorgerechtstreit, den sie aber nicht gewinnen konnte.

Nach dem Schulwechsel habe ich die Schule kontaktiert um Kontakt zu den Lehrern meiner Jungs zu bekommen. Da kam dann so langsam alles ins Rollen. Es folgten regelmäßig Mails von den Lehrern, welche stets vom neuen Partner der Mutter beantwortet wurden (welche er mir auch zukommen ließ). So kamen wir in Kontakt und von da an fanden die meisten Absprachen bezüglich der Kinder sowie allgemeiner Austausch zwischen ihm und mir statt. Mir war es recht, da es wesentlich stressfreier war und ohne gegenseitige Vorwürfe kommuniziert werden konnte. Generell scheint er ein feiner Kerl zu sein. Mein Eindruck von ihm ist sehr positiv.

Darum kann ich an dieser Stelle direkt auf den Vorschlag eingehen sich mit der Mutter zu treffen / auszutauschen. Wir haben uns in all den Jahren kein einziges Mal gesehen. Ende letztes Jahr, als ich meine MS Diagnose bekam, wurde ich überhaupt erst entblockt. Davor gab es quasi gar keinen Kontakt. Seit Dezember haben wir einen Gruppenchat, welcher aus ihr, ihrem Partner, meiner Partnerin und mir besteht. In diesem tauschen wir uns seit kurzem aus. So habe ich dann erfahren, dass sie auch gesundheitliche Probleme hat. Sie hat dort auch von den Schwierigkeiten mit dem großen berichtet.

Doch nun zu den Jungs. Vor dem Umzug waren sie in der Schule durchaus normale Schüler, keine Streber, aber auch keine Verweigerer. Das kippte nach der Trennung/Umzug/Schulwechsel. Und jetzt scheint es komplett zu kippen.

Übrigens haben wir (beide Elternteile) Sport, Kampfsport etc vorgeschlagen. Allerdings zeigte er da kein Interesse. Früher war ich mit ihm skaten (als ich noch konnte). Das war das einzige, was ihm (abgesehen von Fortnite) scheinbar Freude bereitet hat. Also habe ich ihn letztes Jahr in den Sommerferien für eine Woche in einem Skate Camp angemeldet. Wieder verlor er schnell das Interesse.

Ich kann es schlecht beschreiben, aber ich habe das Gefühl, dass er sich für nichts wirklich interessiert außer Fortnite. Fortnite hier, Fortnite da. Schule ist ja eh egal, weil er professioneller Gamer / Streamer werden will...

Vorhin haben wir ein paar Runden Fortnite im Split Screen gespielt. Im Shop sieht er die Dune Skins und fragt woher die sind. Ich erzähle ihm vom Film, frage ob wir den gucken wollen. Er bejaht. Nach zehn Minuten direkt wieder Langeweile und er greift nach dem Handy um Brawlstars zu spielen...

Er wirkt oftmals irgendwie "leer". Fast schon depressiv. Für Samstag werde ich mir was einfallen lassen, ich habe da schon zwei drei Ideen.

Übrigens eine Idee von dir finde ich richtig klasse. Sowas wie ein gemeinsames Projekt finde ich tatsächlich sehr sehr interessant. Da brauche ich aber noch eine zündende Idee. Und darüber dann vielleicht auch ein wenig besseren Draht zu ihm.

Generell hatten bisher alle nahestehenden Personen aus Familie und Umfeld den Eindruck, dass er "schwierig" ist. Neuen Menschen macht er es auch nicht einfach. Sowohl der neue Partner der Mutter als auch meine neue Partnerin finden kaum Zugang zu ihm.

Vielleicht sind das jetzt alles Folgen der Trennung kombiniert mit dem Eintritt in die Pubertät. Ich war in dem Alter auch sehr schwierig und habe es meinen Eltern furchtbar schwer gemacht. Scheinbar wiederholt sich doch stets alles.
 
HeyHo :)

Fortnite hier, Fortnite da. Schule ist ja eh egal, weil er professioneller Gamer / Streamer werden will...

Vielleicht sind das jetzt alles Folgen der Trennung kombiniert mit dem Eintritt in die Pubertät.

Prima, dass Du da schnell reagiert hast und Ihr gleich Dune geguckt habt, auch wenn's dann doch kontraproduktiv war.
Ich würde ihn hinsichtlich Streaming unterstützen und durch Fragen ermutigen. Zum Beispiel was er wie streamen möchte, wie er darauf kam und es seiner Ansicht nach realisierbar wird.

Ja, eine Trennung spielt sicherlich mit rein und ist für Kinder absolut drastisch! Es gibt kaum ein Garant für ein glückliches Familienleben und Kinder nehmen es natürlich auch unterschiedlich auf. Das Mobbing kann durch Eifersucht ausgelöst sein und generell isses so, dass gerade Ältere (bis hin zu 16,17 Jahren) es schwieriger verarbeiten als Jüngere.

Ist immer schwierig einen Weg in so einer komplexen Situation zu raten. Doch wenn es irgendwie umsetzbar ist gilt meist, den Expartner nie schlecht reden sowie viel, viel Zeit miteinander verbringen und natürlich zuhören.

:)
 
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