Uncharted Trilogie
Die Uncharted 3 Credits laufen über den Bildschirm. Mein Marathon ist somit beendet. Und ich kann nur eins sagen. Wow! Uncharted ist das Indiana Jones der Videospiele. Jeder Teil macht einfach richtig Laune.
Die Storys haben mir rundum sehr gut gefallen. Der erste Teil zeigte sich noch sehr bodenständig aber von vorne bis hinten sympathisch, der zweite legte dann mit einer bombastischen Inszenierung nach und der dritte ist ein wahres Actionfeuerwerk. Nach dem eher ruhigen, aber dennoch interessanten ersten Drittel und dem etwas schleppenden Mittelteil kommt man aus dem Staunen nicht mehr raus. Der Schlussteil ist so unglaublich packend! Genial!
Dazu kommen die tollen Charaktere. Ich mag jeden Charakter der Serie. Wirklich jeden. Die Wortgefechte sind genial. Gerade der zweite Teil ist super. Ich zitiere andauernd für meine Freundin aus Uncharted 2. Einfach einmalig. Super geschrieben und richtig lustig.
Die ganze Präsentation baut auch auf einer wunderschönen Kulisse auf. Mit dem letzten Drittel toppt hier Uncharted 3 wieder alles. Aber auch Uncharted 2 liefert superschöne Bilder. Leider hat Uncharted 3 immer mal wieder kleine Grafikfehler gehabt. Das hat den Eindruck etwas getrübt, aber trotzdem sind alle Spiele einfach wunderschön. Ein weiterer Wermutstropfen ist die (Bart Wux hatte das Wort in seinem Review zu dem Spiel benutzt) Überanimation Drakes. Das wirkt sich nicht nur auf das Gameplay aus. Es sieht auch unfreiwillig komisch aus, wenn ein junger, agiler Mann keinen geraden Meter laufen kann. Und dann hält er sich noch an jeder Wand fest... Da war Uncharted 2 deutlich angenehmer.
Jetzt, wo die Musik im Hauptmenü läuft... wundervoll! Einfach tolle Musikuntermalung.
Etwas kritischer wird es beim Gameplay. Alle drei Teile sind zum großen Teil Shooter. Der zweite und dritte bieten zwar auch schöne Klettereien und Rätsel, aber es wird nie anspruchsvoll, sondern spielt sich quasi von selbst. Es lockert aber definitiv das Spiel auf und macht einfach dank der wundervollen Präsentation einfach Spaß.
Das Kernelement, die Schussgefechte, ja hm, die sind eigentlich sehr gut. Die Feuergefechte sind angenehm dynamisch. Da eine Vielzahl verschiedener Gegner kommen, kann man nie an einer Stelle bleiben, sondern muss in Bewegung bleiben. Bleibt man in Deckung erwischen einen früher oder später (meist früher) Raketen, Granaten, Granatgeschosse, Sniperschützen, stark gepanzerte Shotguntypen, anstürmende Typen mit Riot Shield oder die Standardgegner, die auch immer flankieren. Und ja, es ist so nervig wie es klingt. Es ist sehr schwer den Überblick über den Schauplatz zu behalten. Zusätzlich erschweren die dauernd nachkommenden Gegnerwellen die Feuergefechte (wird immerhin von Teil zu Teil etwas besser). Interessanterweise sind einige Gefechte gerade wegen dieser Mittel, die die Dnamik steigern, nicht mehr so dynamisch, weil man eine Chereographie einstudieren muss. Als erstes werden immer RPG-/Granatwerferträger ausgeschaltet, dann Sniper, Granate zurückschmeißen, zweiter Sniper, in der Zwischenzeit sind wahrscheinlich stark gepanzerte Typen vorgedrungen, also sollte man schnell zur Shotgun oder Magnum wechseln, usw. Durch den relativ hohen Schwierigkeitsgrad (Drake stirbt auch auf normal sehr schnell, die Gegner halten extrem viel aus (gerade im ersten Teil sind das Unmengen an Kugeln)) lernt man Checkpoints einfach auswendig.
Teilweise wollen die Gegnerwellen auch gar nicht mehr enden und das demotiviert tierisch. Es ist alles auf normal gut schaffbar, aber es ist sehr anstrengend und gerade ein Spiel, das so stark von Story, Präsentation und Erkunden der wunderbaren Kulissen lebt, sollte meiner Erachtens weniger oder kürzere Schussgefechte bieten. Es wäre schön, wenn man sich einen Überblick über den Einsatzort verschaffen könnte und dann mit einem kleinen Plan alle Gegner erledigt ohne dass noch vier weitere Wellen nachkommen.
Aber gut. Das Spiel belohnt die Mühe definitiv.
Ach, noch eine Anmerkung. Die Animation Drakes führt dazu, dass der Charakter extrem träge ist. Es fühlt sich an als würde man eine Bowlingkugel mit einem dünnen Faden manövrieren. Leider ist auch die Zielsteuerung nicht perfekt. Sie ist minimal hakelig, so dass man auch als geübter Spieler oft das Fadenkreuz knapp am Kopf vorbeibewegt. So ging es zumindest mir.
Alles in allem kann ich nur sagen, dass man trotz der kleinen Schwächen (die bei einigen großen Einfluss auf den Spielspaß nehmen können!) die Trilogie gespielt haben muss. Ich würde auch unbedingt mit dem ersten Teil anfangen, weil so das Wiedersehen in Teil 2 sehr viel Spaß macht. Auch wenn es sich um den schwächsten Teil (wegen der teils sehr nervigen langen Arenakämpfe) handelt. 2 und 3 sind dann aber gleichwertig. Der zweite toppt mit seinen Charakteren alles, der dritte mit seiner Präsentation gegen Ende. Der zweite Teil hat aber dafür die anstrengenderen Feuergefechte, aber auch die schönsten Klettereien. Ist ein knappes Ding.
Mit der Mass Effect-Trilogie reiht sich die Uncharted-Trilogie bei mir zu den spannendsten, spaßigsten und liebevollsten Spielen dieser Generation ein. Top!