125 Stunden mit dem Teil verbracht. War das erste RPG, das ich direkt 2 mal hintereinander ohne größere Pausen durchgespielt habe. Man kann dem Spiel ja eine ganze Menge vorwerfen, das fängt bei der technischen Seite (ständige Framerateeinbrüche, sehr fiese und nahe Pop-Ins, flackernde Schatten, 2 fette schwarze Balken oben und unten am Bildschirm...) an und hört bei einigen Designentscheidungen (Nur 1 Spielstand, kein Schnellreisesystem zu Anfang) auf. Zudem ist die Mainquest schnell abgearbeitet und zahlreiche nicht-Oberflächliche Nebenquests sucht man auch vergebens.
Wär zwar schön, wenn das alles nicht wäre, aber anderseits hat das Spiel genügend andere Qualitäten aufzuweisen, die man bei anderen Action-RPGs fast vergeblich sucht. Die ersten 10-20 Spielstunden habe ich alle Quests gekonnt ignoriert und ausschließlich die Spielwelt erkundet, die erfrischend Lebhaft und vor allem bedrohlich wirkt. Dank dem vorerst fehlenden Schnellreisesystem versprüht das Spiel ein Abenteuerfeeling und Mittendrin-Gefühl, das man schon lange nicht mehr in modernen RPGs erlebt hat. Vom Spielaufbau und der Atmosphäre hat mich das Spiel oft an Dark Souls erinnert: die Story steht ziemlich im Hintergrund und es geht darum, sich für die nächste Reise vorzubereiten, aufleveln, looten, aus den Kämpfen wieder heil herauszukommen etc.
Dank des Kampfsystems, das nun ganz klar meine Referenz in Sachen Action-RPGs ist und den zahlreichen, sich in vielen Details unterschiedlichen Waffen und Rüstungsteilen ist das Ganze auch unglaublich motivierend, was auch der Hauptgrund für die 125 Stunden ist, die ich mit dem Spiel verbracht habe. Ansonsten muss ich noch den ausgezeichneten Charaktereditor erwähnen, der auch wirklich mal ein
Charaktereditor ist, und kein Gesichts-Editor wie bei vielen anderen Spielen.
Skyrim muss ich auch noch bashen: Spätestens nachdem ich meinen ersten Drachen in Dragon's Dogma bekämpft habe, will ich nie wieder Skyrim spielen. In Skyrim fliegt das Vieh erst total hakelig und hözlern animiert durch die Gegend, bis das Teil landet und man es mit ein paar Schwertstrichen, die sich anfühlen, als würde man mit einem hohlen Plastikrohr in der Luft herumwedeln, niederstreckt...
In Dragon's Dogma kriegt man anfänglich die volle Breitseite von dem Ungetüm verpasst. Falls man nicht auf die Idee kommt, panisch vor dem lebenden Fleischwolf, von dem man gerade gnadenlos verfolgt wird, wegzurennen (was sehr empfehlenswert ist

), wird man unweigerlich geröstet, gepackt, in den Erdboden gerammt und niedergestampft. Sollte man nach einer nicht zu geringen Anzahl an Spielstunden ein passendes Level erreicht haben, kann man sich auf einen 10-20 Minuten-Kampf epischen Ausmaßes einstellen. Dank des tollen Features, sich an größere Gegner anheften und an ihnen hochklettern zu können, kommt es nicht zu selten vor, dass man sich an den Drachen festklammert und das Vieh gleichzeitig auf die Idee kommt, mal wieder durch die Gegend zu fliegen... und das auch nur so lange, bis man sich den Weg zum Weakpoint "erklettert" hat und darauf einprügelt, bis man zusammen mit dem Lindwurm wieder hinabstürzt und beide unmittelbare Bekanntschaft mit dem Erdboden machen
Wär mein 1. Kandidat für den GotY-Thron dieses Jahres, so schnell kommt da erstmal nichts ran.