Na, das war doch mal eine deutliche Steigerung im Vergleich zum mäßigen Erstling. Wärend ich das Kino nach Teil 1 noch kopfschüttelnd verließ und den 9€ für die Kinokarte nachtrauerte, konnte
The Expendables 2 bereits mit seinem grandiosen Einstieg punkten und mich schlussendlich auch sehr zufrieden und gut unterhalten aus dem Heimkinosessel entlassen.
Nun gut, eine Offenbarung ist auch diese Actionorgie nicht, jedoch sind sie merklich auf die vorhandenen Kritikpunkte eingegangen und haben nahezu alles verbessert, was ich Teil 1 noch ankreiden musste. So ist die vorhersehbare Story natürlich auch diesmal wieder absolut an den grauen Haaren herbeigezogen, macht insgesamt aber einen sehr viel runderen und irgendwie auch nachvollziehbaren Eindruck. Zudem merkt man an jeder Einstellung, dass nun nicht mehr Regie-Legasteniker Stallone, sondern ein durchaus erprobter Genreregisseur, nämlich Simon West (
Con Air), den Kameramann herumscheuchen durfte. Das Resultat sind (verhältnismäßig) übersichtliche, explosive und Rambo-mäßig blutige Actionszenen vor abwechslungsreicher Kullisse, anstatt ein wirres Durcheinander bei Nacht, das uns Sly im ersten Teil noch als authentische 80er Jahre Action verkaufen wollte.
Zu guter Letzt haben sie endlich für das gesorgt, was ich in
The Expendables 1 wohl am meisten vermisste: Selbstironie! Mensch, wir haben hier die größten Actionhelden der Filmgeschichte vereint und was machte Mr. Botoxgesicht daraus? Ernsten, griesgrämigen und daher überwiegend langweiligen Actionmurks. Ganz anders kommt Teil 2 daher: Er ist augenzwinkender, spielt mit Musik und Actionfilm-Vorurteilen und parodiert altbekannte Genremomente. Machmal sind die daraus resultierenden Dialoge vielleicht etwas zu albern, die meiste Zeit über funktioniert das humorvolle(re) Konzept aber sehr gut. Den Vogel oder besser den Sang schießt dabei eindeutig Chuck Norris ab, der sich hier wunderbar selbst auf den Arm nimmt und für testosteronreiche Bespaßung sorgt. Zudem macht er, trotz des höheren Alters, eine bessere Figur als Stallone. Junge, unser schweinsäugiger Rentner-Rambo besteht ja fast nur noch aus sehniger Haut und bewegt sich ungefähr so schwerfällig wie Asimo (Honda's Roboter).

Respekt dafür, dass er heute noch so aussieht und sowas durchzieht, aber langsam wird es ein ganz klein bisschen lächerlich. Dann doch lieber wie Arnie oder Bruce verhalten, sein Alter anerkennen und das Beste, nämlich locker-lässige Altherrenaction, daraus machen, anstatt immer noch den großen, unverwüstlichen Actionhelden markieren zu müssen. Naja,
The Expendables 2 ist ja immerhin schon ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.
Alles in allem haben mich die Entbehrlichen diesmal hervorragend unterhalten. Sly vereint wieder nahezu jeden großen Actionstar und lässt selbige vor abwechslungreichen Schauplätzen ordentlich auf die Kacke hauen. Die Handlung ist abermals fürn Hintern, wurde dafür jedoch an den richtigen Stellen entschlackt (Unpassende Liebes- und Familiengeschichten raus!). Außerdem ist die Erzählweise angenehm selbstironisch und die Inszenierung (bis auf die miesen CGI Effekte) dem mittelmäßigen Vorgänger meilenweit voraus. Kann sich jeder Fan kerniger Hirnlos-Action bedenkenlos ansehen, auch wenn meiner Meinung nach immer noch etwas Luft nach oben ist. Immerhin haben sie mir nun den Mund wässrig gemacht und ich freue mich doch tatsächlich auf Teil 3, der dann hoffentlich noch mehr richtig macht (Die ernsten Zwischentöne sollte man beispielsweise komplett weglassen. Diese berühren mich nämlich eher peinlich als emotional.

).