Outlander
Kein Erfolg an den US Kinokassen, fast ausschließlich negative Reviews von der Fachpresse - "Zu Unrecht!" schreit der MiXeR und wird versuchen seinen Standpunkt in den folgenden Zeilen zu rechtfertigen.
Wir schreiben das Jahr 700 nach Christi Geburt. Irgendwo in Norwegen stürzt ein Raumschiff ab. Aus dem Wrack befreit sich der Außerirdische Kainan (Jim Caviezel), welcher einem Menschen, trotz seiner fernen Heimat, überraschend ähnlich sieht... Was der gute Sternenkrieger zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß: er hatte einen blinden Passagier an Bord. Ein mehrere Meter großes Biest, das von nun an die dort lebenden Wikinger dezimiert. Diesen bleibt nichts anderes übrig als sich mit dem "Ausländer" zusammen zu tun, um den bösartigen "Drachen" zu besiegen.
Ja, auf dem Papier würde die konfuse Handlung keinen Blumentopf gewinnen, im Film funktioniert sie jedoch hervorragend. Dabei vermischt "Outlander" gekonnt Wikinger-Epos mit Sci-Fi-Film, wobei der Schwerpunkt eindeutig auf ersterem liegt. So bekommt man vor allem behaarte Männer und blankes Metall zu sehen, das nicht selten auf menschliche (oder eben außerirdische) Körper prallt und selbige hier und da sogar zerteilt. Das Sci-Fi-Genre sorgt dagegen lediglich für eine Rahmenhandlung, die das im Dunkeln lustig leuchtende Killeralien erklärt.
Dieses ist übrigens erstaunlich hübsch anzusehen, wenn man das verhältnismäßig geringe Budget von 45 Millionen Dollar bedenkt. Nicht jede Animation ist perfekt, aber die meiste Zeit über fügt sich das am Computer enstandene Monster wunderbar in die reale Umgebung ein. Überhaupt besitzt der Film einen sehr hohen Schauwert. Da wären zunächst die wunderschönen Landschaftsaufnahmen, gefolgt von detaillierten Kulissen, sowie schönen Kostüme und zu guter letzt die schon erwähnten, gelungenen, wenn auch nicht immer perfekten, (CGI-)Effekte.
Dass während der stattlichen Laufzeit von rund 2 Stunden keine Langeweile aufkommt verdankt "Outlander" seiner geradlinigen und flotten Erzählweise. Anspruchslose Dialoge und vereinzelte Anflüge von Dramatik wechseln sich immer wieder mit brachialen Actionszenen ab. So gibt es, trotz dünner Handlung und einsilbiger Dialoge der Protagonisten, so gut wie keine Durchhänger. Dabei nimmt sich der Film immer ernst genug, um ein glaubwürdiges Bild seiner Wikinger-Welt zu erschaffen, verzichtet aber trotzdem nicht darauf die teils hanebüchene Story im richtigen Moment augenzwinkernd abzuhandeln. Lediglich das Finale ufert ein wenig aus, wodurch der B-Movie-Einfluss dort zwischenzeitlich die Oberhand gewinnen kann.
"Outlander" bietet, meiner Meinung nach, perfekte Action-Abenteuer-Unterhaltung für echte Männer. Es werden Schwerter und Kriegshämmer geschwungen, holde Maiden gerettet, Liter an Blut verloren und nebenbei ein genreuntypisches, aber dennoch passendes Monster bekämpft. Zudem sind die Darsteller gut aufgelegt, der Soundtrack ist treibend und die Inszenierung gelungen. Über sinnfreie Dialoge und die "überschaubare" Handlung, welche im Finale dann vielleicht doch ein wenig zu dick aufträgt, sehe ich dabei gerne hinweg. Ich hatte meinen Spaß und werde mir dieses kleine Genrehighlight sicherlich noch ein zweites, vielleicht sogar drittes Mal ansehen.
8/10 wütende Wikinger