After Earth
Das ist also Scientology Wills neuster Familienfilm unter der inszenatorisch führenden Hand von Hollywoods ehemaligen Wunderkind und jetzigem Prügelknaben vom Dienst M. Night Shyamalan. Nach den vernichtenden Kritiken und dem desaströsen Einspielergebnis hab ich wirklich das Schlimmste erwartet. Aber ich wurde dann doch angenehm positiv überrascht und hab mich doch anständig unterhalten gefühlt. Das macht den Film aber natürlich noch lange nicht gut. Denn er hat einige grosse Probleme. Will Smith spielt nicht wirklich gut und hat Seagal typisch genau einen Gesichtsausdruck und eine Emotion in Petto. Dazu ist es nie ne gute Idee die Last eines Filmes auf die Schultern eines schauspielerischen Nichtkönners wie Jayden Smith zu verteilen. Es tut mir leid, aber er ist einfach kein guter Schauspieler und wenn er nicht den Nachnahmen Smith tragen würde… er hätte keine Chance in Hollywood. Aber genug mit dem Smithbashing. Denn das Hauptproblem des Filmes ist seine Geschichte. Sie ist einfach durch und durch vorhersehbar… und das bis ins kleinste Detail. Ich wusste schon beim Start des Raumschiffes wie das Ganze enden würde. Dafür ist das Ganze aber kurzweilig inszeniert und toll gefilmt so dass man sich trotzdem ganz gut unterhalten fühlt. Man sollte aber nicht versuchen sein Gehirn zu sehr zu aktivieren. Könnte zu bleibenden Schäden führen.
5 von 10 nervende Smith Balger
Prisoners
Toll gefilmtes und inszeniertes Selbstjustiz-Thriller-Drama. Schauspielerisch durch die Bank hervorragend und sehr eindrücklich gespielt. Leider hat das Ganze ein paar Längen im Mittelteil und die Geschichte wirkt ein bisschen zu überkonstruiert und hat dadurch leider ein paar Logikfehler. Aber als Fan des Genres darf man sich den Film ruhig geben. Den trotz der Überlänge und der ruhigen Erzählweise ist er fast durchweg spannend und wie gesagt wirklich sehr gut sehr gut gespielt. Nur mit dem Ende bzw. der Inszenierung des Endes hab ich noch ein wenig Mühe. Das fand ich eher suboptimal gelöst
7 von 10 entführte Kinder
Gravity
Gravity ist ein Weltraum-Drama das einen wortwörtlich atemlos dem Überlebenskampf zweier Astronauten zuschauen lässt. Das Ganze ist packend und spannend von der ersten bis zur letzten Sekunde. Dazu ist der Film einfach nur atemberaubend inszeniert und gefilmt, diese Bilder… diese wunderschönen Bilder. Schon alleine für die 15 minütige Anfangssequenz ohne sichtbare Schnitte sollte man… ich korrigiere mich… muss man dem Film den Oscar für die beste Kamera verleihen. Toll war auch das Sounddesign. Man hört eigentlich fast nur die Geräusche im Raumanzug... hektische Funksprüche… das panische und Atmen der Protagonisten… und das dumpfe Geräusch wenn die Körper irgendwo aufprallen. Auch der Soundtrack wird eher dezent eingesetzt und passt sehr gut zu den gezeigten Szene. Auch in den „Actionszenen“ fand ich ihn nie aufdringlich sondern immer passend zu den dramatischen Szenen auf dem Schirm. Ein Wort muss man noch zu den Darstellern verlieren… man mag von Sandra Bullock halten was man will… aber sie spielt wirklich fantastisch und trägt diese psychisch und physisch anstrengende Rolle spielend. Oft sieht man nur ihr Gesicht… und man kann dem Gesicht immer ablesen in welcher Stimmung bzw. Situation sich die Figur befindet. Eine ganz ganz tolle Leistung. Und zu George Clooney kann man einfach sagen… er spielt George Clooney in Space.
Gravity zeigt auch wieder einmal eindrucksvoll wieso auch die beste Heimkinoanlage das Kinoerlebnis nie wird ersetzen können. Der Film entfaltet seine ganze Wirkung einfach nur auf der grossen Leinwand in perfekter Sounduntermalung und in 3D. Egal wie ihr zu 3D steht… Gravity
muss man so erleben. Dieses Mittendringefühl ist einfach einzigartig, weswegen Gravity für mich auch zur neuen 3D Speerspitze gehört. Eben weil es nicht effekthascherisch eingesetzt sondern Sinnvoll in die Inszenierung eingebaut ist.
Ich liebe „Children of Men“ und hatte dadurch natürlich hohe Erwartungen (nach den überragenden Kritiken sowieso) und die hat Alfonso Cuaron spielend übertroffen. Gravity ist der bisher beste Film den ich 2013 im Kino sehen durfte und wischt in Sachen Spannung, Inszenierung und Spektakel so mit ziemlich jedem Blockbuster problemlos den Boden auf. Lasst euch nicht vom Trailer abschrecken (Opern Water in Space)… denn der zeigt nur Szenen aus den ersten 15…20 Minuten. Und je weniger man weiss, desto besser. Geht einfach ins Kino und geniesst dieses audiovisuelle Meisterwerk. Der Film hat es verdient, der Regisseur hat es verdient… und verdammt nochmal der Zuschauer hat es auch verdient in diesem doch sehr schwachen Kinojahr.
10 von 10 Trümmerteile