Größer, schneller, weiter! Ganz nach diesem Motto entwickelte sich die
Fast & Furious Reihe in den letzten Jahren. Eine Tatsache, die mir persönlich sehr gelegen kam, war ich doch nie ein großer Freund protziger Autoumbauten oder bodenständiger Gangstergeschichten und bevorzuge eher ausgefallenen Actionbombast. Und genau das ist
Fast & Furious spätestens mit Teil 6.
Ja, Justin Lin hat es geschafft, die eh schon überzeichnete Autoaction noch übernatürlicher zu gestalten und seine eigene F&F-Geschichte damit zu einem spektakulären Abschluss zu bringen. Wer diesen Film und seine aberwitzigen Stunts gesehen hat, wird sogar John McClanes Jet-Ritt in
Stirb Langsam 4 für die glaubwürdigste Actionszene der jüngeren Filmgeschichte halten. Wie gesagt, mir gefällts, ich kann aber auch verstehen, wenn man sich darüber echauffiert, ist vom alten Tuning-Thriller mittlerweile nämlich so gut wie gar nichts mehr übrig.
Fast 6 ist vielmehr ein
The Avengers mit schnellen Autos.
Zeitweise ist es dann vielleicht sogar etwas zu viel des Guten. Die Story ist nämlich noch banaler, die Action noch bescheuerter und die One-Liner sind noch platter. Auch haben mir Setting und Präsentation diesmal nicht so gut gefallen. Da wirkte Teil 5, obwohl der auch schon maßlos übertrieben war, ein Stück runder und auch spannender. Immerhin kann die alte, neue Crew wiedermal überzeugen und versorgt den Zuschauer mit genügend Witz, Charme und heißen Muttis.
Fast & Furious 6 ist eine rasante Action-Achterbahnfahrt. Laut, schnell, explosiv, humorvoll und mit einem sympathischen, testosterongeschwängerten Cast gespickt. Das passt, das macht Spaß. Ist zwischendurch sicherlich etwas arg überzeichnet und sorgt dafür, dass Numero 5 weiterhin mein Lieblingsteil bleibt, schließt Justin Lins Storyline aber gelungen ab. Jetzt bin ich gespannt was James Wan, der ja eher für fiese Horrorfilme bekannt sein dürfte, aus dem Stoff macht und ob er es schafft, die inzwischen doch sehr abgehobene Filmreihe wieder zu erden.
Ach ja, die zauberhafte Rita Ora hatte einen Gastauftritt, was mich kleinen Fanboy doch sehr gefreut hat.

Damit schließe ich diese Kritik mit folgender tiefgründigen und überaus passenden Zeile aus ihrem Song
"How We Do" ab:
"I wanna party and bullshit!" - Genau das bekommt man bei
Fast & Furious 6 nämlich - im positiven Sinne - zur Genüge vorgesetzt.