Strike Back - Staffel 1
Kurze Anmerkung: Eigentlich ist Staffel 1 falsch, da selbige die Fortsetzung von Chris Ryans Strike Back ist, welche sozusagen Staffel 1 oder eher Staffel 0 darstellt. Die von mir gesehene Staffel 1 bietet jedoch eine komplett neue Handlung mit neuen Charakteren - man könnte sie fast als "Reboot" ansehen - und bezieht sich nur sehr selten auf den "Vorgänger", sodass man absolut problemlos mit der hier zu Lande als Staffel 1 betitelten (im Original heißt sie nur: Strike Back: Project Dawn) Season einsteigen kann.
Worum geht es also in Strike Back? Im Grunde um nichts Neues: Die britische Spezialeinheit Section 20 macht sich auf die Jagd nach dem Terroristen Latif, der die westliche Welt mit Massenvernichtungswaffen bedroht. Schnarch. Schon hundert mal gehört und gesehen. Was diese Serie jedoch von anderen Vertretern unterscheidet, ist die überaus ruppige, man könnte auch sagen: männliche, Inszenierung. Strike Back ist cool, skrupellos, schmutzig, rasant und bietet blutige Action, die mit so mancher weichgespülten PG-13 Blockbusterproduktion den Boden aufwischt. Zudem macht es die UK Produktion einem Spartacus nach und zeigt reichlich nackte Haut. Ganz nach dem Motto: (Fast) jede Frau, die die Szenerie betritt, wird sich auch irgendwann ausziehen. Aus diesem Dreigestirn - wuchtige Action, Sex, Coolness - an Genrebausteinen ergibt sich ein unheimlich unterhaltsames Gesamtbild. Wenn Sgt. Damien Scott beispielsweise mal wieder eine Bardame abschleppt, mit ihr gerade den Koitus vollzieht als er von bewaffneten Gangstern überrascht wird, daraufhin die Alte bzw. eher Junge von der Bettkante stößt, mit dem Handtuch, das gerade noch seine Lenden bedeckte, den herein schnellenden Terroristen entwaffnet, nur um dessen Gefolge mit einem gezielten Schuss aus der Böse-Buben-AK hinzurichten, ja, dann geht dem Actionfan das Herz auf. Derart überzeichnete, aber nie unglaubwürdige, Momente gibt es regelmäßig. Und das macht mächtig Laune, das unterhält und zaubert dem Freund anspruchsloser Action ein breites Grinsen ins Gesicht.
Zusammenfassend kann ich nur sagen: Neu ist an Stricke Back gar nichts, spannend und kurzweilig ist das schamlose Treiben aber dennoch. Wer auf handgemachte, ordentlich wuchtige Action, lässige Typen, die Jack Bauer mit dem kleinen Finger wegputzen würden, Sex ohne Hollywood-BH und eine grundsolide Terrorismus-Story, die quer über den Erdball führt, steht, sollte sich Strike Back nicht entgehen lassen. So hart geht es in Film und Fernsehen nur selten zur Sache.
8/10 Trojaner