The Dark Knight Rises
Nachdem ich heute Nacht ja noch meine ganz frische Meinung in den Film Thread gepostet habe hier evtl. schon etwas reflektierter.
Ich kenne übrigens die Comics nicht und beurteile deswegen keine Vorlagentreue.
An The Dark Knight fanden wohl viele so wie ich das durchgehend düstere und doch realistisch, oder zumindest nachvollziehbare Szenario toll. Die Charaktere, die damit verbunden Entwicklungen. Die Einsichten der Charaktere zu deren Entwicklung.
Ein Joker der ohne Blut oder gar Gore Effekte für mich eine Brutalität erzeugt hat die mich auch gestern wieder beeindruckt hat. Eben das war der Film für mich, sehr kompromislos.
Wenn Alfred in TDK beginnt auf Bruce ein zu reden er solle nicht vergessen dass er eine Maske trägt und nicht die Maske Ihn. Wenn man sieht wie Batman menschlich ist, Fehler begeht, Tatsachen nicht sehen will obwohl Sie ihm klar mitgeteilt werden. Das hat für mich einen sehr interessanten Charakter ergeben.
Das Verhältnis zwischen Batman und Joker, die unaufhaltsame Kraft die auf ein unbewegliches Objekt trifft. Wohl wissend dass Sie sich gegenseitig ausgleichen. DAS war für mich der Reiz. Diese beide Charaktere gleichen sich aus.
In den Film Politik hinein zu interpretieren. Eben die Politik die wir in Form von Personenkult erleben. Das philosophieren darüber ob des Einsatzes solcher Strategien und was man dafür aufwendet/opfert.
Diese Aspekte haben für mich den TDK ausgemacht.
Zwei meiner Lieblingsszenen sind aber ganz andere.
Sie liegen beide Nahe bei einander. Es ist die Sequenz in der der Joker aus dem Gefängnis ausgebrochen ist und Harvey Dent den vermeintlichen Batman bei seinem Transport ins Gefängnis abfangen will.
Wie Joker den Moment genießt, er den Kopf aus dem Auto streckt. Der Charakter und seine Aussagen dadurch Realität auf der Leinwand erlangen wenn er sagt:" Ich habe keinen Plan. Ich mache Sachen!"
Für Ihn ist der Moment der Sieg. Alles weitere nicht von Relevanz.
Und kurz darauf die Szene in der Batman den Joker auf offener Straße stellt.
Der Joker argumentiert nicht. Er wird nicht physisch aktiv. Alles was er will ist sein gegenüber aus dem Gleichgewicht zu bringen.
"HIT ME!!!!!"
..........
All das fehlt. All das und noch mehr.
Es fehlt ein Batman der sich seiner selbst bewusst ist.
Zwar wird der Film vom Selbstzerfall von Bruce Wayne und dessen Suche nach einer Existenz getragen. Doch eben so einfältig dass man sich die ganze Zeit fragt ob Nolan hier den Film überhaupt mit gestaltet hat?
"Ich bin nicht mehr Batman, wofür denn noch Leben?"
Ja das ist eine berechtigte wenn auch etwas einfach formulierte Frage. Aber nicht über fast drei Stunden!
Drei Stunden in denen Nebencharaktere eingeführt werden, die in meinem persönlichen Dark Knight Universum keinen Platz haben. Catwoman ist von Szene zwei weg so derart billig und plump angelegt dass ich mich ehrlich kurz an Schumacher erinnert sah.
Die Szene wo Sie Bruce den Stock weg kickt. Die Bewegung, ich fand es einfach nur schrecklich.
Und nochmals muss ich erwähnen dass alles einfach so plump gemacht ist.
Spätestens nach 30 bis 60 Minuten hat jemand mit guter Film Erfahrung das Ende vor Augen.
Eien große Überraschung in Form von:" Okaaay, das hätte ich nicht gedacht" war der Charakter von Marion Cotillard.
Nur hatte ich hier wieder das Problem dass ich des Twist als ziemlich "vor die Füße geworfen" empfand.
War ich bei The Dark Knight mehr als angetan von der Entwicklung von Harvey Dent zu Two Face, so dachte ich mir hier das hätte man besser lösen müssen.
Wo wir gerade bei Marion Cotillard sind. Ich mag diese Schauspielerin sehr. Aber wie Sie ihren Tod gespielt hat war schon nahe am Fremdschämen. Wer das durch gewunken hat sieht sich bitte ein paar positive Beispiele eines Filmischen Ablebens an.
Und auch bei TDKR gilt wie bei jedem Film: "Sieht der Zuseher während des Films auf die Uhr so ist dies kein gutes Zeichen"
Ich bin wahrlich kein Feind von überlangen Filmen.
Ich freue mich wenn ich über lange zeit in einen Film eintauchen kann.
Aber ich habe heute Nacht grob geschätzt alle halbe Stunde auf die Uhr gesehen...
Das sollte soweit meine Meinung sein.
Und ich gestehe gerne ein dass die meisten Kritikpunkte meinem persönlichen Erwarten und Empfinden geschuldet sind.
Aber ich gebe hier meine subjektive Meinung zum besten und keine fachliche Kritik.