Gerry
Harter Tobak
Gus Van Sant, Matt Damon und Casey Affleck präsentieren hier einen derart reduzierten Film dass er in seinem Minimalismus die Meisten Seher überfordern wird.
Die Handlung: Zwei Männer reisen durch die Wüste. Weshalb Sie dort sind? Sie wollen "the Thing" sehen. Doch auf halben Weg bekunden Sie sich ihr gegenseitiges Desinteresse und brechen die Reise ab. Die beiden verlaufen sich und suchen den Weg zurück.
Dies alles geschieht sehr ruhig. Emotionen werden nicht überzeichnet. Entwicklungen nicht vorweg genommen. Dazu lange Szenen.
Quelle Wikipedia: "Die durchschnittliche Länge der insgesamt nur etwa hundert Einstellungen des Films beträgt etwa siebzig Sekunden."
An dieser Stelle ein herzliches Hallo an Michael Bay und seine Kollegen.
Die Anfangs noch statt findenden Dialoge der beiden reduzieren sich mit fortlaufender Dauer auf ein Minimum. Es bleibt am Seher selbst den Film aufzuarbeiten.
Der Film basiert auf der Geschichte von Raffi Kodikian und David Coughlin. Wer den Film ungespoilert sehen will sollte auch deren Geschichte nicht nachlesen. Die Grundlegenden Eckpunkte beider Geschichten sind gleich.
Einen biografischen Film sollte man aber nicht erwarten. Die Geschichte liefert lediglich die Rahmenbedingungen für die Entwicklung.
Was vom Tage übrig blieb
Da er grad neulich wieder im TV gelaufen ist und ich Ihn zum grob geschätzt 374. mal gesehen habe nenn ich Ihn auch hier mal.
Der Film gilt scheinbar als sehr schlechte Romanverfilmung. Ich muss zugeben ich kenne das Buch nicht und der Film gefällt mir jedes mal aufs neue wieder.
Anstatt der Handlungsangabe ein Auszug aus der Filmstarts.de Kritik den ich recht passend finde.
Es geht eben nicht nur um eine unterdrückte Liebe und die Unfähigkeit, eigene Gefühle auszudrücken - vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs in einem britischen Herrenhaus, sondern auch um falsches Pflichtgefühl, unangebrachte Loyalität und ideologische Irreleitungen. Butler Stevens (Anthony Hopkins) fühlt sich seinem Lord (James Fox) gegenüber verpflichtet. Sein ganzes Leben opfert er seiner Arbeit. Der Lord wiederum möchte aus bestem Wissen und Gewissen mit den Deutschen zusammenarbeiten. Er sieht es aufgrund des Versailler Vertrages als seine moralische Verpflichtung an, mitzuhelfen, dass Deutschland wieder eine nennenswerte Nation wird. Er merkt nicht, wie er von den Nazis benutzt wird. Die Haushälterin Miss Kenton (Emma Thompson) ist die Frau, in der sich Stevens - ohne es einzugestehen - verliebt. Sie lässt ihren Gefühlen und Gedanken im Rahmen der Möglichkeiten freien Lauf, doch wie Stevens fällt sie einer gewissen Bequemlichkeit, gar Feigheit zum Opfer. Sie fühlen sich recht wohl und - in ihrem kleinen Kosmos - relativ bedeutend in ihrer zugedachten Rolle.