Das Ritual
Oh, ein neuer Exorzismus-Film. Dieses Mal mit Anthony Hopkins. Das macht den Film dann wohl gut, oder so...
Also ich mag diese ganze Thematik eigenlich. Das Blöde ist nur, dass kein einziger Exorzismus-Streifen in der Lage ist, der uralten Formel irgendwas Neues hinzuzufügen. Immer wieder die gleiche Kaka. Ich meine, da ist ein übernatürliches und absolut unerklärliches Wesen (mit dem üblichen Hang zur Fäkalsprache und Dehnungsübungen im Grenzbereich, aber hey - jeder braucht ein Hobby) in den Körper eines Menschen eingedrungen. Es kann sich verständlich machen. Und was ist die einzige Antwort der Filmemacher darauf? Ein Kaftanträger kommt kreuzwedelnd und weihwasserspritzend angestürzt, brüllt 100 Ave Marias und "Im Namen Gottes, befehle ich dir zu gehen!!!11elf"...
...das bringt mich zu der Frage, wer sich eigentlich diese behinderten Spielregeln ausgedacht hat. Glaubt irgendwer, dass das wirklich funktioniert, wenn man nur lang genug auf den Dämon einschreit? Ich denke, es liegt dann eher am Nervfaktor. Wenn mir so ein Pfaffe stundenlang die Ohren vollheulen würde, hätte ich irgendwann auch die Nase voll und würde mich verpissen. Aber von einer tiefergehenden Wirkung der Worte würde ich mal nicht ausgehen wollen...
... na ja, wie auch immer - hat eigentlich schon mal irgendwer daran gedacht, sich einfach mal einen Stuhl zu nehmen und mit diesem Wesen zu sprechen? Und dann immer diese klischeehafte Böse. Obszönitäten, Grüße von Verwandten aus der Hölle, das Vorhalten von eigenem Fehlverhalten...Mannomannomannomann....
Und genau in dieses Muster verfallen die Drehbuchkleckser hier wieder. Es ist einfach eintönig. Hat man einen Film aus dem Exorzisten-Genre gesehen, hat man alle gesehen. Witzigerweise hat auch hier Supernatural wieder mal den besten Dreh raus, wie man diese Thematik umsetzt.
Darstellerisch kann man nicht meckern. Hopkins ist einfach immer gut, auch wenn er hier wieder nur eine weitere Lecter-Variante zum besten geben kann, die er ja mittlerweile aus dem Ärmel schüttelt. Auch der Rest des Ensembles gibt sich redlich Mühe und die schicke Rom-Kulisse tut ihr Übriges dazu. Man kann mit dem Film nicht viel falsch machen, aber man muss ihn auch nicht gesehen haben.
6/10