So, hier mal wie versprochen ein paar Eindrücke über ein paar aktuelle MtL-Verdampfer.
Vorweg: alle Verdampfer habe ich mit der gleichen Wicklung (Kanthal-Runddrahlt, 0,4mm, 2,5mm ID, 7 Windungen, ~1,5 Ohm) und dem gleichen Liquid betrieben.
MtL ist momentan ja wieder schwer im kommen. Auch die ganzen neuen Pod-Systeme, die auch von erfahrenen Dampfern benutzt werden, sind alle MtL.
Aber nicht jeder Verdampfer ist wirklich MtL geeignet. Für richtiges MtL muss der VD komplett auf MtL ausgelegt sein. Dafür reicht es nicht, ein winziges Airflow-Loch einzubauen. Auch die Verdampferkammer darf nicht zu gross sein, der Kamin nicht zu breit, usw.. Dem Taifun GT IV wird MtL nachgesagt, aber da gibt es von mir ein entschiedenes Nein!
Vandy Vape Berserker MtL RTA
Der Berserker ist ein reinrassiger MtL'ler. Selbst mit der grössten Airflow-Öffnung ist es ein strikter MtL-Zug. Kein Wunder, das Luftloch unter der Wicklung ist sehr klein, die Airflow ist klein, das Drip Tip hat einen kleinen Innendurchmesser.
Die Wicklung ist relativ leicht anzubringen, wenn auch an den Schrauben leicht fummelig. Das gibt es auch einfacher. Mein grösstes Problem mit dem Berserker ist die Bewattung. Wie
@Lokum schon festgestellt hat, ist diese nicht immer leicht zu treffen. Ein µm zu wenig Watte, und er blubbert, ein µm zu viel Watte, und er kann je nach Liquid kokeln. Da braucht es eine gewisse Lernkurve.
Geschmacklich ist er sehr gut. Mir ist der Geschmack teils sogar
zu stark. Je nach Liquid verspüre ich da ein Verlangen, das Liquid zu verdünnen. Das eh schon starke Dark Menthol von Tom Klark's kommt im Berserker aber richtig genial.
Digiflavor Siren v2 MtL RTA
Der Siren v2 hat ein geniales Deck und Konzept. Durch das GTA-Konzept kann er trotz Bottom-Airflow eigentlich nicht siffen, kokeln nur, wenn man wirklich viel zu viel Watte reinquetscht. Die Wicklung ist easy zu befestigen, der Verdampfer ist wirklich sauber verarbeitet.
Jetzt kommen die einschränkenden Aber. Unter der Wicklung sind insgesamt
drei Luftlöcher, die Airflow-Löcher reichen von winzig bis halbwegs gross. Der Innendurchmesser des Drip Tips dürfte bei 3mm oder mehr liegen. Das Ergebnis ist, dass striktes MtL damit kaum möglich ist. Und wenn man es versucht, wird der Dampf sehr warm, die Wicklung brutzelt nach. Der Luftstrom im Verdampfer passt nicht. Beim Siren v2 habe ich am längsten mit der Airflow rumprobiert, mit insgesamt 10 Varianten hat man da auch genug zu tun.
Ergebnis ist, dass ich bei zwei kleinen Öffnungen liege, also die zweitkleinste Einstellung. Das ist aber schon ziemlich offenes MtL. Mit der grössten Öffnung ist dann sogar restriktives DtL möglich. Dazu kommt ein relativ lautes, helles Rauschen beim Ziehen (whistlen). Nicht unangenehm, von all meinen Verdampfern ist er aber am lautesten.
Geschmacklich ist er trotzdem gut, ich würde aber sagen, dass er für „Hardcore“-MtL'ler nur bedingt geeignet ist.
Golden Greak Tilemahos Armed Eagle
Kommen wir zum Exoten der hier besprochenen Verdampfer. Gehört hat man den Namen vielleicht schon mal, gesehen evtl. auch, aber haben tun ihn nur die wenigsten. Und das ist für MtL'er schon fast eine Sünde.
Optisch ist der Armed Eagle wirklich eine Wucht. Gut, das ist Geschmacksache, aber ich finde ihn wunderschön, gerade in der spiegelpolierten Version. Das klassische Design ist zeitlos. Erwähnen muss man aber auch, dass er mit 140€ auch der mit Abstand teuerste Verdampfer ist.
Dass man den Armed Eagle auch mit den sogenannten Springs (Federn) statt selbst gefertigten Wicklungen betreiben kann, führe ich hier mal nicht näher aus.
Das Deck ist einfach zu wickeln, hier ist sogar die Wickelrichtung egal, da vier Schrauben verbaut sind. Bei der Bewattung muss man eigentlich nur darauf achten, dass man nicht zu wenig Watte benutzt.
Der Armed Eagle verzichtet auf eine verstellbare Airflow-Control. Der Luftdurchfluss wird stattdessen über wechselbare Röhrchen im Centre-Pin variiert. Die gehen bis 0,8mm runter, also richtig, richtig strikt. Andere Röhrchen kriegt man als Zubehör, die zu bekommen (so wie andere Ersatzteile) ist aber wirklich schwierig. Am meisten Erfolg hat man im GG-Store, der in Barcelona sitzt. Muss man bei einem Griechen auch erstmal verstehen...

Allerdings sind hier die Versandzeiten sehr lang. Knappe zwei Wochen von Barcelona bis zu mir ist (zu) lang.
Geschmacklich ist er sehr „edel“. Keine Ahnung, wie ich das beschreiben soll, aber er schmeckt unheimlich rund und ausgewogen. Nicht flach, aber auch nicht so stark wie der Berserker. Einfach gut.
Auch der Armed Eagle erzeugt ein Rauschen beim Ziehen. Allerdings im Gegensatz zum Siren v2 ein dumpfes Rauschen. Hörbar, aber angenehm.
Ein klassischer Verdampfer, der wahrscheinlich auch deswegen ein Exot bleibt. Aber richtig gut.
Vapor Giant M5
Durch ihn bin ich wieder zu MtL gekommen. Eigentlich erstmal nur, weil es ein neuer Vapor Giant war. Doch daraus wurde mehr.
Preislich mit 99€ der zweitteuerste Verdampfer hier, dafür aber auch spitze verarbeitet, edel im Design, viel Edelstahl statt Glas. Die Base dürfte schon fast soviel wiegen wie der ganze Berserker.
Das Deck ist unheimlich easy zu wickeln, theoretisch bekäme man hier sogar fette Wicklungen rein. Allerdings habe ich maximal die Vandy Vape MtL Fine Fused Claptons probiert, die noch ziemlich zierlich sind. Aber ich bin letztlich wieder bei normalem Kanthal-Draht gelandet.
Watte ist auch easy. Die Wattetaschen geben die Wattemenge vor, wenn die Watte locker darin sitzt, kann nichts mehr schief gehen. Der M5 hat eine Liquid-Control, mit der man ggfls. den Nachfluss regulieren kann. Ich habe sie aber nur im dicksten Sommer bei über 30° leicht geschlossen.
Beim M5 merkt man, dass er gut durchdacht ist. Das Luftloch unter der Wicklung hat 1,6mm Durchmesser, das grösste Loch der Airflow auch. Und das Drip Tip dürfte max. 2mm Innendurchmesser haben. Beim M5 merkt man, dass hier die Luft am geschmeidigsten von unten nach oben durchfliessen kann. Klingt seltsam, aber dadurch, dass es hier so gut funktioniert, steigert das die „Vape Experience“.
Geschmacklich ist er wie der Armed Eagle sehr rund und ausgewogen. Bei Sauce würde man sagen, man schmeckt das zusätzliche Stück Butter durch.
Der M5 ist von allen Verdampfern am leisesten.
Robust, leicht zu wickeln, geschmacklich top, der M5 ist mein täglicher Begleiter, egal ob Arbeit oder Freizeit.
Geek Vape Ammit MtL RTA
Ihn gibt es erst seit wenigen Tagen in China, Deutschland wird dann erst in einem halben Jahr folgen.
Vom Design her reiht er sich bei den anderen China-Verdampfern ein. Wegen der Optik würde ich ihn nicht kaufen, aber darauf kommt es ja nicht nur an.
Auch der Ammit ist easy zu wickeln, es passen nur kleine Drähte durch die Pfosten. Aber gut, das ist bei einem MtL auch nicht schlimm. Im Deck ist eine 3D-Airflow verbaut, auch hier mit 3 Löchern. Die Airflow-Control sitzt oben, die Luft wird durch einen doppelten Kamin aber von unten angezogen. Dadurch kann der Ammit nicht siffen. Watteverlegung auch einfach.
Wenn man sich die Airflow von Siren v2 und Ammit MtL anschaut stellt man schnell fest, dass sie 1:1 identisch sind. Unterschied ist aber, dass es beim Ammit besser funktioniert. Wie der Siren v2 hat aber auch der Ammit ein leichtes whistlen.
Geschmacklich ist er leicht „schärfer“ als M5 und Armed Eagle, auf seine Art aber sehr, sehr gut!
Im unteren Preissegment (ich habe in China ~30€ bezahlt) ist der Ammit MtL meine Empfehlung.
Im oberen Preissegment führt nur wenig am M5 vorbei. Ich würde den Armed Eagle nicht missen möchten, aber man sollte wissen, dass er "eigen" ist. Dann ist er zum Verlieben.
So, viel Text isses geworden. Ich hoffe, wenn jemand vor dem Kauf steht, konnte ich vielleicht ein wenig helfen.
