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Der erdrückende Klimawandel

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Karl Propper, ein berühmter österreichischer Philosoph sagte einst: das Toleranz-Paradoxon ist eine Gefahr für unsere pluralistische, heterogene Gesellschaft. Wenn Intoleranz im
Namen der Toleranz geduldet wird, ist es nicht mehr weit hin mit dem Sittenverfall. Und für mich ist das Zerstören fremden Eigentums eine intolerante Farce, da gibt es nichts zu tolerieren. Es ist eine Straftat. Punkt. Und kein Mensch der Welt steht über dem Gesetz.
Karl Popper (Der andere ist „Meister“ ;)) hat auch nicht mal ansatzweise an die klimapolitische Farce unserer Zeit gedacht und dass es in kürzester Zeit um das Überleben der Menschheit gehen könnten.

Dieser „Sittenverfall“ steht für die völlige Hoffnungslosigkeit der jungen Generation und auch die absolute Ignoranz der Politik zum Thema Klimaschutz. Die achso stark gelittenen Werke von Künstlern, die geschichtlich überliefert Freidenker und Naturliebhaber waren, stehen für mich gezielt als Sinnbild für die Klimabewegung. Wenn sie noch leben würden, hätten sie sich wahrscheinlich sogar eher über die Kritiker der Aktion lustig gemacht.

Wir stehen an einem Scheideweg: Ist es sinnvoll, menschengemachte Gesetze alter Menschen zu befolgen und die Tage bis zum Untergang zu zählen? Oder macht es Sinn, gegen diese zu verstoßen, weil man sonst nicht gehört wird? Wenn mit jetzt einer damit kommt, dass es ja andere Mittel und Wege gibt, um das zu kommunizieren, dem kann ich nur empfehlen, sich langsam im realen Leben einzufinden, denn auf der Couch passiert leider gar nix.

Wenn das Thema politisch weiter weitestgehend ignoriert wird, benötigen wir eine „Revolution“, ein völliges Umdenken, ein „Ausradieren“ der alten Geister und eine völlig neue und nie dagewesene Radikalität, um den nächsten Generationen nicht den toxischen Müll verseuchter alter Generationen zu hinterlassen. Wer das immer noch nicht verstanden hat, darf seinen Egoismius gerne auf Alpha Centauri ausleben.

Bin ich radikal? Wenn es darum geht, JA!
 
Wenn das Thema politisch weiter weitestgehend ignoriert wird, benötigen wir eine „Revolution“, ein völliges Umdenken, ein „Ausradieren“ der alten Geister und eine völlig neue und nie dagewesene Radikalität, um den nächsten Generationen nicht den toxischen Müll verseuchter alter Generationen zu hinterlassen. Wer das immer noch nicht verstanden hat, darf seinen Egoismius gerne auf Alpha Centauri ausleben.

Bin ich radikal? Wenn es darum geht, JA!

Es wird ja nicht ignoriert sondern lediglich schwerfällig realisiert. Im bürokratischen Deutschland dauert sowas halt Jahrzehnte. Und selber dann bleibt anzuzweifeln ob wir das Zünglein an der Waagschale sind, wenn man sich mal den blauen Planeten als Ganzes anschaut.

Daran ändert dieser ganze kurzsichtige Aktionismus auch nichts. Ein Deutschland was im Einklang mit Wirtschaft und Klimafreundlichkeit steht muss erstmal geplant, finanziert und realisiert werden.

Aktuell haben wir durch Krieg und Inflation auch durchaus andere Sorgen und müssen erstmal schauen, wie wir die Leute am fressen halten und wie die Buden warmgehalten werden. Nicht jeder ist der durchschnittliche KT-User, der ein Energiesparhaus mit Tesla vor der Einfahrt stehen und mehrere tausend Euro Taschengeld zur freien Verfügung übrig hat.

Radikalität hat übrigens in keinen Protest etwas zu suchen. Jedenfalls nicht in einen demokratischen Land. Ich habe keine Lust, dass der Reichstag von hirnlosen Idioten gestürmt wird, wie wir es in Washington sehen durften. Ich verzichte dankend.
 
Ich bin Mal gespannt wie und was die jetzt so drehen wollen. Ich hab mir in den langen Tagesspiegel Bericht durchgelesen, der oben im tweet verlinkt war.

Demnach hatte ein Betonmischer die Radfahrerin überfahren (das hat auch eine Message) und das Fahrzeug das stecken blieb war ein spezieller Bergungskran.

Es waren schon Recht zeitnah rettungskräfte vor Ort (gestern im Radio klang es so als wäre da alle Rettungskräfte nicht durchgekommen).

Nun ist das natürlich furchtbar, doch die Frage (die nun Gerichte klären müssen) ist eher ob die Klimaaktivisten (die von der CDU als klimachaoten und von der AFD als "die verblendeten" bezeichnet werden) das mit Absicht und Vorsatz getan haben. Das sie mit ihren Aktionen den Verkehr stören möchten steht außer Frage, der typische Deutschland Witz dabei ist das es völlig ok gewesen wäre, wenn sie die Aktion nur angemeldet hätten: https://www.t-online.de/region/fran...tobahnverkehr-lahm-gerichtlich-genehmigt.html

Aber ob sie mit Absicht quasi den möglichen tot von Personen in Kauf nehmen, wird wohl schwer nachzuweisen sein. So dramatisch das ist, was wäre wenn ein autoposer, anstatt die Aktivisten zur selben Zeit ein Unfall an der Stelle verursacht hätte und der Kran deswegen stecken geblieben wäre? Oder ein illegales Autorennen?

Kann ich dann auch Vorsatz unterstellen und denen in Zukunft eine Mitschuld geben? Wo wird die Grenze verlaufen?

Was ist mit Raser auf der Autobahn die kurz vor nackig noch schnell die Ausfahrt auf der vollen Straße nehmen wollen und ein Unfall mit Stau verursachen? Werden die dann auch belangt wenn ein Einsatzfahrzeug in dem Stau stecken bleibt (hatte ich gestern erst auf der A3 Ausfahrt Hanau, passiert da gefühlt jeden zweiten Tag).

Was ist mit dem kaum fahrtüchtigen Lkw der mit Reifenplatzer die Autobahn halb absperrt und einen Stau verursacht....

Ich glaube so reflexartig wie man da drauf anspringt ist das gar nicht so einfach zu klären.

Ich muss sagen, ich bin auch kein Freund der abseil Aktionen, Straßenkleben oder Kunstwerke mit Suppe bekleckern aber die rufe nach Knast und co. Finde ich genauso daneben.
 
Es wird ja nicht ignoriert sondern lediglich schwerfällig realisiert. Im bürokratischen Deutschland dauert sowas halt Jahrzehnte. Und selber dann bleibt anzuzweifeln ob wir das Zünglein an der Waagschale sind, wenn man sich mal den blauen Planeten als Ganzes anschaut.

Daran ändert dieser ganze kurzsichtige Aktionismus auch nichts. Ein Deutschland was im Einklang mit Wirtschaft und Klimafreundlichkeit steht muss erstmal geplant, finanziert und realisiert werden.

Aktuell haben wir durch Krieg und Inflation auch durchaus andere Sorgen und müssen erstmal schauen, wie wir die Leute am fressen halten und wie die Buden warmgehalten werden. Nicht jeder ist der durchschnittliche KT-User, der ein Energiesparhaus mit Tesla vor der Einfahrt stehen und mehrere tausend Euro Taschengeld zur freien Verfügung übrig hat.

Radikalität hat übrigens in keinen Protest etwas zu suchen. Jedenfalls nicht in einen demokratischen Land. Ich habe keine Lust, dass der Reichstag von hirnlosen Idioten gestürmt wird, wie wir es in Washington sehen durften. Ich verzichte dankend.
Das ist doch das Problem.
Wir haben keine Zeit. Wir können nicht warten.
Es muss was passieren und zwar weltweit. Sonst haben wir noch größere Probleme als heute eh schon. Abwarten und schauen bringt nichts. Es ist fünf nach 12.
Es wird immer mehr Geld kosten... und noch zu weiteren Problemen führen.
Geplant wird schon seit Jahren. Passieren tut sich aber leider nichts.
In 30 Jahren werden wir uns dann umschauen...
Klimakatastrophen nehmen zu, Energiekrisen werden schlimmer..
Aber das sagen ja eh schon 90% der Wissenschaftler..
:traurig:
 
Kann man Putin nur dankbar sein dem alten Klimaaktivisten. Gefühlt macht der mehr dafür dass die Menschen sich mit Energiesparmaßnahmen und damit etwas fürs Klima machen beschäftigen wie durch Greta und Co.
 
Es wird ja nicht ignoriert sondern lediglich schwerfällig realisiert. Im bürokratischen Deutschland dauert sowas halt Jahrzehnte. Und selber dann bleibt anzuzweifeln ob wir das Zünglein an der Waagschale sind, wenn man sich mal den blauen Planeten als Ganzes anschaut.

Daran ändert dieser ganze kurzsichtige Aktionismus auch nichts. Ein Deutschland was im Einklang mit Wirtschaft und Klimafreundlichkeit steht muss erstmal geplant, finanziert und realisiert werden.

Aktuell haben wir durch Krieg und Inflation auch durchaus andere Sorgen und müssen erstmal schauen, wie wir die Leute am fressen halten und wie die Buden warmgehalten werden. Nicht jeder ist der durchschnittliche KT-User, der ein Energiesparhaus mit Tesla vor der Einfahrt stehen und mehrere tausend Euro Taschengeld zur freien Verfügung übrig hat.

Radikalität hat übrigens in keinen Protest etwas zu suchen. Jedenfalls nicht in einen demokratischen Land. Ich habe keine Lust, dass der Reichstag von hirnlosen Idioten gestürmt wird, wie wir es in Washington sehen durften. Ich verzichte dankend.
Die Zeit zum Reden ist abgelaufen. Luisa Neubauer hat das schon ganz richtig erkannt: Wenn wir jetzt nicht handeln, haben wir bald keine Demokratie mehr.

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Zuletzt bearbeitet:
Ja gut, verstehe ich. Aber wie gesagt, wir alleine werden da keinen Umschwung schaffen. Da müsste die Weltgemeinschaft mal an einem Strang ziehen und den Arsch hoch bekommen und das möglichst unbürokratisch.

Erachte das aber als faktisch unmöglich. Wie soll sowas zu realisieren sein? Wir machen und tun und stellen unsere Lebensweise um und Länder die um ein vielfaches größer sind benehmen sich wie die Axt im Walde und kippen nach wie vor ihre Gülle ins Meer und scheißen auf sämtliche Regularien.

Ne, ich glaube nicht daran, dass wir sowas bewerkstelligen können. Vielmehr müssen wir uns zukünftig mit den Konsequenzen abfinden.
 
Ja gut, verstehe ich. Aber wie gesagt, wir alleine werden da keinen Umschwung schaffen. Da müsste die Weltgemeinschaft mal an einem Strang ziehen und den Arsch hoch bekommen und das möglichst unbürokratisch.

Erachte das aber als faktisch unmöglich. Wie soll sowas zu realisieren sein? Wir machen und tun und stellen unsere Lebensweise um und Länder die um ein vielfaches größer sind benehmen sich wie die Axt im Walde und kippen nach wie vor ihre Gülle ins Meer und scheißen auf sämtliche Regularien.

Ne, ich glaube nicht daran, dass wir sowas bewerkstelligen können. Vielmehr müssen wir uns zukünftig mit den Konsequenzen abfinden.
Klar, Konsequenzen sind dann leider wahrscheinlich Massensterben, Kollabierung der Systeme etc.
Wohlstandsverlust für die meisten.. :(.

Aber nur weil es andere tun, heißt es nicht, dass wir auch nichts ändern sollten...
Deswegen finden die Proteste ja auch weltweit statt.
 
Ja gut, verstehe ich. Aber wie gesagt, wir alleine werden da keinen Umschwung schaffen. Da müsste die Weltgemeinschaft mal an einem Strang ziehen und den Arsch hoch bekommen und das möglichst unbürokratisch.

Erachte das aber als faktisch unmöglich. Wie soll sowas zu realisieren sein? Wir machen und tun und stellen unsere Lebensweise um und Länder die um ein vielfaches größer sind benehmen sich wie die Axt im Walde und kippen nach wie vor ihre Gülle ins Meer und scheißen auf sämtliche Regularien.

Ne, ich glaube nicht daran, dass wir sowas bewerkstelligen können. Vielmehr müssen wir uns zukünftig mit den Konsequenzen abfinden.

Also einfach auf alle Möglichkeiten des Klimaschutzes scheißen und volles Rohr so weitermachen wie bisher. Ach was sag ich, alles klimapolitische der letzten Jahrzehnte zurücknehmen. KAT braucht kein Auto und weg mit den Windrädern, irgendwo ist sicher noch genug Kohle im Boden damit wir die nächsten 10 Jahre noch schön YOLO machen können. Glaub meinem Sohn reichts auch, wenn er 18 wird, älter sein ist eh scheiße. Die Chinesen machen ja auch nichts für den Klimaschutz, warum also wir...

Sry für den arg überspitzten Kommentar, aber wie zum Henker kommt man nur auf so ne Idee, nichts zu machen, "weil die anderen machen ja auch nichts"? Ich verstehs nicht...
 
Ich lese gerade Bernhard Kegels "Die Natur der Zukunft", und das Buch hilft mir dabei, etwas gelassener in die Zukunft zu blicken.

Ich zweifle weniger daran, dass die Menschheit als Ganzes mit den Veränderungen zurechtkommen wird; mir geht es bei den Filmen, die ich geschoben habe, immer eher darum, was aus unserer Natur wird und ob unsere Kindeskinder auf einem Wüstenplaneten leben werden, wo dann wieder das Recht des Stärkeren gilt.

Diesbezüglich gibt Kegel Entwarnung. Bzw. er beschreibt schon sehr deutlich die gewaltigen Veränderungen, die auf den Planeten zukommen und Flora und Fauna gehörig durcheinanderwirbeln werden. Der Klimawandel wird die Welt, die wir heute kennen, in eine andere verwandeln. Aber wird diese andere Welt wirklich schlechter sein? Das ist schwer zu sagen, und darauf hat auch die Wissenschaft keine eindeutige Antwort. Es ist immens schwierig, sichere Vorhersagen darüber zu treffen, wie der Temperaturanstieg auf die Ökosysteme wirken wird. Zudem gibt es viele Faktoren, die die Wissenschaft nicht versteht oder von denen sie vermutlich noch gar nichts weiß - diese werden sich ebenfalls positiv oder negativ auswirken. Auch in der Vergangenheit wurde die Wissenschaft schon einige Male von unvorhergesehenen Phänomenen überrascht - so zum Beispiel von der "Klimapause", wo sich der weitere Temperaturanstieg für einige Jahre unerwartet "im Meer versteckte", so würde ich Laie es zumindest ausdrücken.

Nun, der Temperaturanstieg ist natürlich real und wird gewaltig sein. Und wir Menschen haben eine vermutlich unumkehrbare Entwicklung angeschoben, deren Entfaltung wohl viele tausend Jahre andauern wird. Es ist unmöglich vorherzusagen, was am Ende dieser Entwicklung stehen wird, aber allein diese weite Perspektive zeigt, wie unzureichend all die Prognosen sind, die meist im Jahr 2100 enden.

Nun, warum blicke ich heute dennoch gelassener in die Zukunft dank dieses Buchs? Das liegt vor allem an einigen Fakten, die mir Kegel nähergebracht hat, und die mir bisher vollkommen unbekannt waren:

  • Ich hatte vor allem Angst davor, dass das Antlitz Europas durch den Klimawandel für immer verändert wird. Dabei habe ich zwei Aspekte völlig ausgeblendet: 1. Europa verändert sich bereits - seit den 1980er Jahren. Viele Tier- und Pflanzenarten, die ich als heimisch begreife und die für mich zum Alltag gehören, gibt es erst seit wenigen Jahrzehnten in Europa. 2. Das Europa, das wir kennen, ist ein von Menschen gemachtes künstliches Europa, das nichts mit dem ursprünglichen Europa zu tun hat. Dieses war weitgehend mit Urwäldern überzogen, es gab kaum Wiesen, wenig Blumen, wenig Bestäuber. Es gab Löwen in Italien und große Bärenpopulationen in Deutschland. Alles, was wir heute an Natur sehen, haben wir in den letzten paar hundert Jahren so gezüchtet, angepflanzt, ausgewildert. Was wir nicht sehen, sehen wir vielfach nicht, weil wir es längst ausgerottet haben. Wenn sich Europa also durch den Klimawandel wieder verändert, ist das nur eine weitere Kurve in einem andauernden Veränderungsprozess. Auch die Bäume und Pflanzen, die wir heute in Europa sehen, gab es hier vor 2.000 Jahren kaum.
  • Dass Nord- und Südpol überhaupt mit Eis überzogen sind, ist eine absolute Ausnahme in der Erdgeschichte. Wir befinden uns derzeit in der Warmphase einer Eiszeit mit ungewöhnlich konstanten Temperaturen in den letzten 10.000 Jahren. Das könnte sich dank uns nun ändern ...
  • Es gab einen Hitzepeak vor rund 56 Mio Jahren, da wurde massig CO2 freigesetzt und die Erde erhitzte sich um 8 Grad - bei Temperaturen, die bereits 8 Grad über denen lagen, die heute herrschen - wenn ich das richtig verstehe, lag also die Durchschnittstemperatur der Erde an diesem Peak bei 16 Grad über den heutigen Verhältnissen. Und auch in dieser Phase extremer Hitze war die Erde keine sengende, lebensfeindliche Wüste; im Gegenteil hat sich in dieser Phase evolutionär sogar einiges getan: Die ersten Pferde erschienen, und auch die ersten Affen.
  • Um diesen Peak erneut zu erreichen, müssten wir laut Kegel jedes einzelne existierende Molekül gebundenes CO2 in die Atmosphäre entlassen, sprich jeden Tropfen Öl und Gas verbrennen, alle Wälder bis auf den letzten Baum abholzen und so weiter. Wir haben bisher zw. 1850 und 2014 545 Pg CO2 in die Atmosphäre geblasen. Um besagten Peak zu erreichen, waren es vor 56 Mio Jahren 10.000 Pg gewesen.
  • Jüngste Studien zeigen, dass Tiere und Pflanzen erstaunlich schnell auf Klimaveränderungen reagieren. Die meisten wandern polwärts, mit teils enormer Geschwindigkeit, beziehungsweise suchen größere Höhen auf oder tiefere Stellen im Meer. Natürlich wird es Verlierer geben. Der Klimawandel wird Tausende von Arten ausrotten. Aber es deutet einiges darauf hin, dass es noch mehr Gewinner geben wird. Viele Arten sind anscheinend in der Lage, sich klimatisch binnen einer Generation vollkommen umzustellen. Dennoch bleibt die Geschwindigkeit der Erwärmung ein Problem; denn wir erhitzen den Planeten zehnmal schneller als er sich auf dem Weg zum Peak erhitzt hat. Die Organismen haben daher auch viel weniger Zeit, sich anzupassen; dies ist wohl auch der Grund dafür, warum es viele Arten nicht schaffen werden.
Ich will damit nichts beschönigen. Der Mensch hat eine Entwicklung losgetreten, die er allerhöchstens im Ansatz begreift und deren Auswirkungen den Planeten auf 10.000e Jahre beinflussen werden. Vielleicht werden unsere späten Nachfahren uns dafür eines Tages verteufeln. Vielleicht aber werden sie unsere Epoche und unseren teils hysterischen Umgang mit dem Klimawandel aber auch eines Tages belächeln, so wie wir die Menschen im Mittelalter für ihren Aberglauben belächeln oder die Menschen im 19. Jahrhundert, die sich auf Jahrmärkten in Röntgenapparate gestellt haben. Ich will es jedenfalls nicht darauf ankommen lassen und bleibe lieber dem Klimaschutz verschrieben, allein schon, weil er nette Nebeneffekte hat: Gesünder, sicherer, resourscenschonender leben ...

Aber ich konnte meine Angst vor dem Klimawandel überwinden. Weder unsere Kinder noch deren Kinder werden in sengenden Wüsten um die letzten Tropfen Wasser kämpfen müssen. Ich gebe da dem Klimaforscher Hans von Storch recht, der die hysterischen Weltuntergangsszenarien kritisiert.
Mir hat vor allem der Perspektivwechsel geholfen: Statt sich an einem festgeschriebenen Status Quo für Flora und Fauna festzukrallen und alles dafür zu tun, diesen zu erhalten, kann ich jetzt akzeptieren, dass es gar keinen Status Quo gibt, sondern alles stets und ständig im Wandel begriffen ist.

Der Klimawandel bedeutet für uns vor allem das: Wandel. Und ich denke, wir werden uns stärker damit auseinandersetzen müssen, wie wir mit diesem Wandel umgehen und uns auf die neuen Bedingungen einstellen. Wenn wir dann gleichzeitig noch Fortschritte im Klimaschutz machen und unseren CO2-Ausstoß reduzieren, brauchen wir uns vor der Zukunft nicht zu fürchten :)
 
Ich lese gerade Bernhard Kegels "Die Natur der Zukunft", und das Buch hilft mir dabei, etwas gelassener in die Zukunft zu blicken.

Ich zweifle weniger daran, dass die Menschheit als Ganzes mit den Veränderungen zurechtkommen wird; mir geht es bei den Filmen, die ich geschoben habe, immer eher darum, was aus unserer Natur wird und ob unsere Kindeskinder auf einem Wüstenplaneten leben werden, wo dann wieder das Recht des Stärkeren gilt.

Diesbezüglich gibt Kegel Entwarnung. Bzw. er beschreibt schon sehr deutlich die gewaltigen Veränderungen, die auf den Planeten zukommen und Flora und Fauna gehörig durcheinanderwirbeln werden. Der Klimawandel wird die Welt, die wir heute kennen, in eine andere verwandeln. Aber wird diese andere Welt wirklich schlechter sein? Das ist schwer zu sagen, und darauf hat auch die Wissenschaft keine eindeutige Antwort. Es ist immens schwierig, sichere Vorhersagen darüber zu treffen, wie der Temperaturanstieg auf die Ökosysteme wirken wird. Zudem gibt es viele Faktoren, die die Wissenschaft nicht versteht oder von denen sie vermutlich noch gar nichts weiß - diese werden sich ebenfalls positiv oder negativ auswirken. Auch in der Vergangenheit wurde die Wissenschaft schon einige Male von unvorhergesehenen Phänomenen überrascht - so zum Beispiel von der "Klimapause", wo sich der weitere Temperaturanstieg für einige Jahre unerwartet "im Meer versteckte", so würde ich Laie es zumindest ausdrücken.

Nun, der Temperaturanstieg ist natürlich real und wird gewaltig sein. Und wir Menschen haben eine vermutlich unumkehrbare Entwicklung angeschoben, deren Entfaltung wohl viele tausend Jahre andauern wird. Es ist unmöglich vorherzusagen, was am Ende dieser Entwicklung stehen wird, aber allein diese weite Perspektive zeigt, wie unzureichend all die Prognosen sind, die meist im Jahr 2100 enden.

Nun, warum blicke ich heute dennoch gelassener in die Zukunft dank dieses Buchs? Das liegt vor allem an einigen Fakten, die mir Kegel nähergebracht hat, und die mir bisher vollkommen unbekannt waren:

  • Ich hatte vor allem Angst davor, dass das Antlitz Europas durch den Klimawandel für immer verändert wird. Dabei habe ich zwei Aspekte völlig ausgeblendet: 1. Europa verändert sich bereits - seit den 1980er Jahren. Viele Tier- und Pflanzenarten, die ich als heimisch begreife und die für mich zum Alltag gehören, gibt es erst seit wenigen Jahrzehnten in Europa. 2. Das Europa, das wir kennen, ist ein von Menschen gemachtes künstliches Europa, das nichts mit dem ursprünglichen Europa zu tun hat. Dieses war weitgehend mit Urwäldern überzogen, es gab kaum Wiesen, wenig Blumen, wenig Bestäuber. Es gab Löwen in Italien und große Bärenpopulationen in Deutschland. Alles, was wir heute an Natur sehen, haben wir in den letzten paar hundert Jahren so gezüchtet, angepflanzt, ausgewildert. Was wir nicht sehen, sehen wir vielfach nicht, weil wir es längst ausgerottet haben. Wenn sich Europa also durch den Klimawandel wieder verändert, ist das nur eine weitere Kurve in einem andauernden Veränderungsprozess. Auch die Bäume und Pflanzen, die wir heute in Europa sehen, gab es hier vor 2.000 Jahren kaum.
  • Dass Nord- und Südpol überhaupt mit Eis überzogen sind, ist eine absolute Ausnahme in der Erdgeschichte. Wir befinden uns derzeit in der Warmphase einer Eiszeit mit ungewöhnlich konstanten Temperaturen in den letzten 10.000 Jahren. Das könnte sich dank uns nun ändern ...
  • Es gab einen Hitzepeak vor rund 56 Mio Jahren, da wurde massig CO2 freigesetzt und die Erde erhitzte sich um 8 Grad - bei Temperaturen, die bereits 8 Grad über denen lagen, die heute herrschen - wenn ich das richtig verstehe, lag also die Durchschnittstemperatur der Erde an diesem Peak bei 16 Grad über den heutigen Verhältnissen. Und auch in dieser Phase extremer Hitze war die Erde keine sengende, lebensfeindliche Wüste; im Gegenteil hat sich in dieser Phase evolutionär sogar einiges getan: Die ersten Pferde erschienen, und auch die ersten Affen.
  • Um diesen Peak erneut zu erreichen, müssten wir laut Kegel jedes einzelne existierende Molekül gebundenes CO2 in die Atmosphäre entlassen, sprich jeden Tropfen Öl und Gas verbrennen, alle Wälder bis auf den letzten Baum abholzen und so weiter. Wir haben bisher zw. 1850 und 2014 545 Pg CO2 in die Atmosphäre geblasen. Um besagten Peak zu erreichen, waren es vor 56 Mio Jahren 10.000 Pg gewesen.
  • Jüngste Studien zeigen, dass Tiere und Pflanzen erstaunlich schnell auf Klimaveränderungen reagieren. Die meisten wandern polwärts, mit teils enormer Geschwindigkeit, beziehungsweise suchen größere Höhen auf oder tiefere Stellen im Meer. Natürlich wird es Verlierer geben. Der Klimawandel wird Tausende von Arten ausrotten. Aber es deutet einiges darauf hin, dass es noch mehr Gewinner geben wird. Viele Arten sind anscheinend in der Lage, sich klimatisch binnen einer Generation vollkommen umzustellen. Dennoch bleibt die Geschwindigkeit der Erwärmung ein Problem; denn wir erhitzen den Planeten zehnmal schneller als er sich auf dem Weg zum Peak erhitzt hat. Die Organismen haben daher auch viel weniger Zeit, sich anzupassen; dies ist wohl auch der Grund dafür, warum es viele Arten nicht schaffen werden.
Ich will damit nichts beschönigen. Der Mensch hat eine Entwicklung losgetreten, die er allerhöchstens im Ansatz begreift und deren Auswirkungen den Planeten auf 10.000e Jahre beinflussen werden. Vielleicht werden unsere späten Nachfahren uns dafür eines Tages verteufeln. Vielleicht aber werden sie unsere Epoche und unseren teils hysterischen Umgang mit dem Klimawandel aber auch eines Tages belächeln, so wie wir die Menschen im Mittelalter für ihren Aberglauben belächeln oder die Menschen im 19. Jahrhundert, die sich auf Jahrmärkten in Röntgenapparate gestellt haben. Ich will es jedenfalls nicht darauf ankommen lassen und bleibe lieber dem Klimaschutz verschrieben, allein schon, weil er nette Nebeneffekte hat: Gesünder, sicherer, resourscenschonender leben ...

Aber ich konnte meine Angst vor dem Klimawandel überwinden. Weder unsere Kinder noch deren Kinder werden in sengenden Wüsten um die letzten Tropfen Wasser kämpfen müssen. Ich gebe da dem Klimaforscher Hans von Storch recht, der die hysterischen Weltuntergangsszenarien kritisiert.
Mir hat vor allem der Perspektivwechsel geholfen: Statt sich an einem festgeschriebenen Status Quo für Flora und Fauna festzukrallen und alles dafür zu tun, diesen zu erhalten, kann ich jetzt akzeptieren, dass es gar keinen Status Quo gibt, sondern alles stets und ständig im Wandel begriffen ist.

Der Klimawandel bedeutet für uns vor allem das: Wandel. Und ich denke, wir werden uns stärker damit auseinandersetzen müssen, wie wir mit diesem Wandel umgehen und uns auf die neuen Bedingungen einstellen. Wenn wir dann gleichzeitig noch Fortschritte im Klimaschutz machen und unseren CO2-Ausstoß reduzieren, brauchen wir uns vor der Zukunft nicht zu fürchten :)

Danke für die ausführliche Erläuterung! Hätte selber gar nicht den Nerv mich so ausführlich einzulesen, was du da jedoch schreibst, klingt für mich schon sehr beruhigend. Ich hoffe dein Herr Kegel behält Recht.
 
Das Buch hat mir unverhofft dabei geholfen, den Klimawandel als unumkehrbaren Prozess zu akzeptieren und gleichzeitig hat es die apokalyptischen Szenarien, die in meinem Kopf herrschten, etwas gerade gerückt. Es hat mir eine neue Perspektive auf das Thema gegeben. Wir werden natürlich bei den bevorstehenden Umwälzungen einiges verlieren - Tier- und Pflanzenarten und das heutige Erscheinungsbild des Planeten. Ich konnte mich aber von dem Anspruch lösen, diesen Status Quo bewahren zu wollen. Das wird eh nicht klappen. Ich denke, die Rezensenten auf Amazon haben das noch nicht akzeptiert - und wenn man den Status Quo bewahren will, ist dieses Buch in der Tat ein Schlag in den Magen. Denn es zeigt, dass das nicht gehen wird. Aber nur weil die Dinge sich wandeln, heißt das nicht, dass die Menschheit sich abschafft, wie ja gerne immer kolpotiert wird.
 
Naja, man unterhält sich halt dann schon dennoch darüber, dass die Pole weiter abschmilzen und den dort lebenden Tieren weiter der Lebensraum genommen wird etc. Ich sehe das halt aber auch relativ nüchtern. Gewisse Dinge werden sich nicht aufhalten lassen, aber es wird eben immer Anpassungen im Leben auf der Erde geben. Wir wurden damals in den 80ern auch absolut verängstigt in dem wir im Bio Unterricht ne Doku über das Jahr 2010 oder 2020 (weiß nicht mehr genau - war damals auf jeden Fall ewig weit weg gefühlt) auf Grund von Forschungsgrundlagen gesehen haben. Darin wurde ein Bild gezeichnet, in dem in ganz Deutschland die Wälder abgestorben sein sollten wegen dem Klimawandel. An dem Punkt sind wir heute nicht. Es ist wichtig wach zu rütteln und wir müssen uns alle an die Nase fassen und schauen was wir machen können. Aber ich habe manchmal die Befürchtung, dass zu viel Doomposting eher den Effekt wie in der Kindererziehung. Wenn man die oft genug anmotzt und ihnen sagt dass dies und jenes nicht geht, ist es denen auch irgendwann egal.
 
Naja, man unterhält sich halt dann schon dennoch darüber, dass die Pole weiter abschmilzen und den dort lebenden Tieren weiter der Lebensraum genommen wird etc. Ich sehe das halt aber auch relativ nüchtern. Gewisse Dinge werden sich nicht aufhalten lassen, aber es wird eben immer Anpassungen im Leben auf der Erde geben. Wir wurden damals in den 80ern auch absolut verängstigt in dem wir im Bio Unterricht ne Doku über das Jahr 2010 oder 2020 (weiß nicht mehr genau - war damals auf jeden Fall ewig weit weg gefühlt) auf Grund von Forschungsgrundlagen gesehen haben. Darin wurde ein Bild gezeichnet, in dem in ganz Deutschland die Wälder abgestorben sein sollten wegen dem Klimawandel. An dem Punkt sind wir heute nicht. Es ist wichtig wach zu rütteln und wir müssen uns alle an die Nase fassen und schauen was wir machen können. Aber ich habe manchmal die Befürchtung, dass zu viel Doomposting eher den Effekt wie in der Kindererziehung. Wenn man die oft genug anmotzt und ihnen sagt dass dies und jenes nicht geht, ist es denen auch irgendwann egal.

Bei mir hat es mich halt echt in ein emotionales Loch fallen lassen, was ich so gar nicht von mir kannte. Von daher: Ja, damit müssen wir vorsichtig sein.
 
Die Zeit zum Reden ist abgelaufen. Luisa Neubauer hat das schon ganz richtig erkannt: Wenn wir jetzt nicht handeln, haben wir bald keine Demokratie mehr.

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Wobei man Ground Zero wahrscheinlich relativieren muss, in Afrika kann die Temperatur einfach nicht um so viel Grad steigen wie in Europa, dann verbrennt da "unten" alles. Ich denke die Äquatorzone und jetzt schon heißen Landteile wird der Klimawandel noch härter treffen.
 
Das Buch hat mir unverhofft dabei geholfen, den Klimawandel als unumkehrbaren Prozess zu akzeptieren und gleichzeitig hat es die apokalyptischen Szenarien, die in meinem Kopf herrschten, etwas gerade gerückt. Es hat mir eine neue Perspektive auf das Thema gegeben. Wir werden natürlich bei den bevorstehenden Umwälzungen einiges verlieren - Tier- und Pflanzenarten und das heutige Erscheinungsbild des Planeten. Ich konnte mich aber von dem Anspruch lösen, diesen Status Quo bewahren zu wollen. Das wird eh nicht klappen. Ich denke, die Rezensenten auf Amazon haben das noch nicht akzeptiert - und wenn man den Status Quo bewahren will, ist dieses Buch in der Tat ein Schlag in den Magen. Denn es zeigt, dass das nicht gehen wird. Aber nur weil die Dinge sich wandeln, heißt das nicht, dass die Menschheit sich abschafft, wie ja gerne immer kolpotiert wird.

Ich denke, man muss sehr vorsichtig sein. Je nachdem wie man diesen Part interpretiert, könnte das natürlich sehr gut als Steilvorlage für "Ist unumkehrbar, also brauchen wir auch nichts zu tun" interpretiert werden. Es geht doch letztlich darum, den Klimawandel soweit wie möglich einzugrenzen. Denn natürlich macht es einen gigantischen Unterschied, ob wir bspw. 2100 bei +2, 3 oder 5 Grad im Vergleich zu 1850 rauskommen.
 
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