Foren Aktuelles Erstellen Mitglieder Anmelden

Der Boulevardpresse Thread

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Steck jetzt nicht so in der Genmaismaterie drin, daher nur ganz generell dazu und wenn ich stark daneben liege kannst du mich auch gerne korrigieren: Ist ja schön und gut, dass es bisher keine Beweise für die Schädlichkeit von Genmais gibt. Aber sind die Langzeitwirkungen den absolut sicher und lückenlos aufgeklärt? Ist das absolut idiotensicher? Falls nicht sehe ich eigentlich keinen Grund warum das Zeug hier auf Biegen und Brechen erlaubt werden sollte, da es ja wohl vorwiegend um Interessen der Agrarwirtschaft geht!?
Davon abgesehen hast du ja schon angemerkt, dass es im Koalitionsvertrag noch anders stand...

Gibt allerdings ziemlich viele Dinge, für die es keine lückenlose und idiotensichere Belege auf Unbedenklichkeit gibt, die werden aber trotzdem alle frei gehandelt. Will selbst rein gefühlsmäßig auch keine (industriell) genmanipulierten Nahrungsmittel, aber das Thema muss zumindest einigermaßen neutral angegangen werden, so dass auch entsprechende Forschung betrieben wird. Denke momentan wird es zumindest in D sehr wenig neutrale Forschung zu dem Thema geben, weil es ähnlich verbrannt ist wie Atomenergie und dafür entsprechend schwer Gelder aufzutreiben sind.
 
Von mir aus können gentechnisch veränderte Lebensmittel gerne in den Verkauf gelangen, nur sollen sie dann auch vernünftig gekennzeichnet sein. Denn ich will das Zeuch nicht essen. Was andere machen ist ja ihre Sache, nur sollte jeder wenigstens wirklich wissen, was er da bekommt.
 
Na ja, das Problem dabei ist ja, dass diese Lebensmittel eben nicht auf ihre Anbaufläche beschränkt bleiben, sondern sich auch ganz normal weiterverbreiten (Wind, Tiere etc.), so dass auch "normale" Pflanzen sich hier kreuzen und dann mit dem manipulierten Genmaterial "belastete" Nachkommen generieren. Irgendwann hast du dann das genmanipulierte Zeugs auch da drin, wo du es gar nicht vermutest und markiert ist dann auch nix.
 
Wobei sich viele ja hier unter Genmanipulation auch Horrorszenarien zusammendichten.

Oft sind Genmanipulationen einfach nur Kreuzungen von verschiedenen Pflanzenarten, also eigentlich etwas was schon seit Jahrhunderten bei Tieren und Pflanzen betrieben wird (nur jetzt professioneller).
 
Na ja, das Problem dabei ist ja, dass diese Lebensmittel eben nicht auf ihre Anbaufläche beschränkt bleiben, sondern sich auch ganz normal weiterverbreiten (Wind, Tiere etc.), so dass auch "normale" Pflanzen sich hier kreuzen und dann mit dem manipulierten Genmaterial "belastete" Nachkommen generieren. Irgendwann hast du dann das genmanipulierte Zeugs auch da drin, wo du es gar nicht vermutest und markiert ist dann auch nix.


Das lässt sich sicherlich nicht ganz vermeiden, sehe ich jetzt aber als keine sonderlich große Katastrophe an, sofern eben keine (erhöhte) Gefahr von dem gentechnisch veränderten Zeuch ausgeht. Wenn wir so argumentieren, müssten wir ja sämtliche Grenzen (sehr) hoch ziehen, weil Tiere, Wind und Co. natürlich auch nicht an der deutschen Grenze Halt machen :D


@Urgs Für Monokulturen braucht man keine Genmanipulation, die gibt es auch jetzt schon (massenhaft).
 
Wobei sich viele ja hier unter Genmanipulation auch Horrorszenarien zusammendichten.

Oft sind Genmanipulationen einfach nur Kreuzungen von verschiedenen Pflanzenarten, also eigentlich etwas was schon seit Jahrhunderten bei Tieren und Pflanzen betrieben wird (nur jetzt professioneller).

Nicht nur professioneller, sondern hauptsächlich schneller. Das heißt leider auch, daß Fehler sich sehr viel schneller verbreiten, bevor man die Folgen richtig abschätzen kann. Zudem bauen sie mit Hilfe der Genmanipulation halt auch Gene ein, die in Pflanzen nie vorhanden waren und sich mit normalen Methoden nicht hätten einkreuzen lassen. Ist nicht per sé schlecht, aber halt auch nicht so ungefählich, wie normale Züchtung.

@Urgs Für Monokulturen braucht man keine Genmanipulation, die gibt es auch jetzt schon (massenhaft).

Wobei aber gerade die grüne Gentechnik diese Monokulturen außerordentlich fördert. Für "normalen" Anbau haben diese Sorten nur einen begrenzten Vorteil. Wenn man aber ganze Landstriche bepflanzen will, machen sie schon Sinn (wirtschaftlich gesehen).
 
Nicht nur professioneller, sondern hauptsächlich schneller. Das heißt leider auch, daß Fehler sich sehr viel schneller verbreiten, bevor man die Folgen richtig abschätzen kann. Zudem bauen sie mit Hilfe der Genmanipulation halt auch Gene ein, die in Pflanzen nie vorhanden waren und sich mit normalen Methoden nicht hätten einkreuzen lassen. Ist nicht per sé schlecht, aber halt auch nicht so ungefählich, wie normale Züchtung.

Klar aber man sollte eben auch die Chancen darauf begreifen. Viele hören hier nur "Gentechnik" und verteufeln es dann schon....
 
Das greift natürlich zu kurz, sicher gibt es da Chancen, die man nutzen soll und kann. Allerdings haben sich die Befürworter und Anbieter dieser Technologie in der Vergangenheit nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Weder in der praktischen Anwendung (hallo, Monsanto), noch haben sie die Zweifel und potentiellen Gefahren wirklich ernst genommen. Daß ihnen dann ausschließlich Gewinnstreben auf Kosten der Bauern, der Umwelt und der Konsumenten vorgehalten wird, ist nun wirklich nicht verwunderlich.
 
2,w=559,c=0.bild.jpg


WTF??? Bald ist sie durchsichtig....

:skep:
 
Steck jetzt nicht so in der Genmaismaterie drin, daher nur ganz generell dazu und wenn ich stark daneben liege kannst du mich auch gerne korrigieren: Ist ja schön und gut, dass es bisher keine Beweise für die Schädlichkeit von Genmais gibt. Aber sind die Langzeitwirkungen den absolut sicher und lückenlos aufgeklärt? Ist das absolut idiotensicher? Falls nicht sehe ich eigentlich keinen Grund warum das Zeug hier auf Biegen und Brechen erlaubt werden sollte, da es ja wohl vorwiegend um Interessen der Agrarwirtschaft geht!?
Davon abgesehen hast du ja schon angemerkt, dass es im Koalitionsvertrag noch anders stand...

Nein, ist es nicht.

Genauso wenig ist aber die Langzeitwirkungen hoher Geschwindigkeiten auf den Menschen und sein Genmaterial nicht lückenlos und absolut sicher aufgeklärt. Aber verbieten wir deswegen Autos, Züge und Flugzeuge?

Wissenschaft kann nun einmal nicht die Nichtauswirkung von etwas auf etwas anderes nie "absolut sicher" beweisen, weil sich nichts "absolut sicher" beweisen lässt. Auch die Wirkung von Gravitation oder die Evolution sind nicht "absolut sicher" beweisbar.
 
Okay. Jetzt mal abgesehen davon, dass ich selber auch wissenschaftlich arbeite und daher keinen ganz allgemeinen Einführungskurs brauche, stellt sich mir dennoch die Frage warum wir Genmais überhaupt brauchen? (Abgesehen von den Gewinninteressen der Konzerne) Der Vergleich mit der Klimawandelproblemtik hinkt nichtmal, der hat schon keine Beine mehr. Die Folgen des Klimawandels sind u. U. verheerend und die Folgen von einer Genmaisablehnung sind...ja was den eigentlich?
 
Z.b. wegen Schädlingen die die Ernte kaputt machen. Schneller wachsenden Mais oder Mais der mehr Kolben produziert sowie Mais de unter viel schwierigeren Bedinungen wächst, auch so kann man Welthunger bekämpfen.
 
Das ist aber auch so eine PR-Story: Gentechnik bekämpft den Welthunger!!! :D

Da gibt es ein Dutzend Wege und Maßnahmen, die man vorher gehen kann und sollte, bevor man darauf setzt. Jedenfalls wenn man die aktuellen Gen-Pflanzen betrachtet. Die nutzen wirklich hauptsächlich der Agro-Industrie und auch den Landwirten. Das Hungerproblem löst man mit 1507 aber sicher nicht.
 
Z.b. wegen Schädlingen die die Ernte kaputt machen. Schneller wachsenden Mais oder Mais der mehr Kolben produziert sowie Mais de unter viel schwierigeren Bedinungen wächst, auch so kann man Welthunger bekämpfen.
genmais braucht mehr wasser, mehr nahrung im boden.. zudem sind firmen wie monsanto nicht daran interessiert den welthunger zu bekämpfen. die wollen mehr verkaufen. mangelnde nahrung ist auch nicht das problem. die verteilung ist der haken. man muss gar nicht so massiv in ein ökosystem eingreifen um was gegen hunger zu tun.
 
Jepp, Afrika könnte theoretisch schon heute das Hungerproblem selber lösen, aber eine Menge Nahrung (ich habe irgendwas von 40% im Gedächtnis, aber keine Gewähr) bleibt auf den Felder oder verrottet, weil keine Kühl- und Transportmöglichkeiten gegeben sind. Zusätzlich zerstören die Exporte aus den Industrieländern die bäuerliche Infrastruktur vor Ort.

Mit Gen-Pflanzen kommt man da nicht wirklich weiter. Jedenfalls nicht aktuell, später mal könnten sie wohl sicher helfen. Aber das, was Monsanto, DuPont & Co. heute anbieten, ist dafür nicht geeignet und auch nicht gedacht.
 
Das Problem sind letztendlich ja weniger die Pflanzen als die Anzahl der Menschen, die in einigen Gegenden der Erde versorgt werden müssen. Bessere Verteilung, neue Dünger, Gentechnik, sonstige Optimierung. Das kann das Problem vielleicht noch ne Weile strecken, aber irgendwann kommt auch das an die Grenzen und wenn dann etwas davon ausfällt, z.B. auch durch den Klimawandel, dann sind die Folgen umso verheerender.
 
Zurück
Oben