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Der Boulevardpresse Thread

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Die Frauenquote treibt die ersten Blüten (ist ja Frühling):

Durch bauliche Maßnahme entstand in Berlin-Kreuzberg unlängst ein neuer Platz, über dessen Benennung alsbald ein Streit ausbrach: Der direkte Anwohner, das Jüdische Museum, wollte den Platz nach Moses Mendelsohn benannt sehen, einen Philosophen der Aufklärung. Dagegen sperrten sich die Grünen in der Bezirksverordnetenversammlung, die mit einer 2005 beschlossenen Quotenregelung argumentierten, nach der Straßen und Plätze so lange nur nach Frauen benannt werden dürfen, bis ein Gleichstand zwischen den Geschlechtern erreicht ist.

http://www.heise.de/tp/blogs/8/154174
 
Dazu gibt es in Amerika ein berühmtes Beispiel die Briank Banks Story
http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/13470354_sportnetzschau/13995810_vom-gefaengnis-in-die-nfl-schraege-taktiken
http://en.wikipedia.org/wiki/Brian_Banks_(American_football)
In the summer of 2002, Banks was arrested and charged after classmate Wanetta Gibson said that he dragged her into a stairway at Polytechnic High School (Poly) and raped her. Faced with a possible 41 years to life sentence, he accepted a plea deal that included five years in prison, five years of probation, and registering as a sex offender. Wanetta Gibson and her mother Wanda Rhodes sued the Long Beach Unified School District, claiming the Poly campus was not a safe environment, and won a $1.5 million settlement.[12][13] In March 2011, Gibson contacted Banks on Facebook, met with him, and admitted that she had fabricated the story. Banks secretly recorded Gibson's confession, but she refused to tell prosecutors that she had lied so she wouldn't have to return the money she and her family had won in court. Nevertheless, with Gibson's taped admission and help from California Innocence Project attorneys, Los Angeles County prosecutors overturned Banks's conviction on May 24, 2012.[13]

On April 12, 2013, the Long Beach Unified School District announced it was suing Wanetta Gibson for $2 million in an effort to recoup the $1.5 million she received, along with attorney's fees and punitive damages.
 
Horst Arnold kam dadurch nicht einmal mehr in den Genuss der ihm zustehenden Haftentschädigung für mehr als 1800 Tage hinter Gittern (der Tagessatz beträgt 25 Euro, von denen noch die Kosten für Essen und Logis abgezogen werden). Er hatte seinen Beruf, seine Existenz, Haus, Auto - er hatte alles verloren.

das ist echt traurig. Klar macht auch der Staat Fehler ABER wenn es eindeutig ist sollte dieser eben dazu stehen und entsprechend entschädigen.
 
Gerri schrieb:
Horst Arnold kam dadurch nicht einmal mehr in den Genuss der ihm zustehenden Haftentschädigung für mehr als 1800 Tage hinter Gittern (der Tagessatz beträgt 25 Euro, von denen noch die Kosten für Essen und Logis abgezogen werden). Er hatte seinen Beruf, seine Existenz, Haus, Auto - er hatte alles verloren.

das ist echt traurig. Klar macht auch der Staat Fehler ABER wenn es eindeutig ist sollte dieser eben dazu stehen und entsprechend entschädigen.

der wäre ja auch entschädigt worden, aber der Typ hat das alles nicht mehr ausgehalten und ist an Herzversagen gestorben :(
 
Zumal die Verkostung sicher nicht nur mit 50cent pro Tag abgerechnet wird...
Das ist echt schon schockierend wenig, was man bei uns bekommt :staun:
Wenn man überlegt, dass man in der Zeit Verdienstausfall hat (plus Probleme, nen neuen Job zu finden), dazu noch die psychische Belastung, der geschädigte Ruf, evtl. zerbrochene Beziehung/Ehe, abgewendete Sozialkontakte im Allgemeinen... Und dann ist der Staat noch so frech und stellt das Essen in Rechnung :fp:
 
http://www.lawblog.de/index.php/archives/2013/04/26/auf-der-suche-nach-conni/

Nun wurde bekannt, dass der Carlsen Verlag ein Buch seiner erfolgreichen “Conni”-Reihe ändert, weil es Gegenwind aus dem Buchhandel gibt. Im Band "Mein Leben, die Liebe und der ganze Rest” kriegt die Protagonistin von einer Freundin einen Amazon-Gutschein geschenkt, den sie online einlösen kann. Nach – offenbar nicht nur belanglosen – Protesten aus dem Buchhandel hat sich die Autorin nach Angaben ihres Verlages entschlossen, den Text in der nächsten Auflage zu ändern. Freiwillig, wie man betont. Conni kriegt in der Neuauflage nur noch einen “Geschenkgutschein”, von online oder gar Amazon ist nicht mehr die Rede.
 
el_barto schrieb:
Zumal die Verkostung sicher nicht nur mit 50cent pro Tag abgerechnet wird...
Das ist echt schon schockierend wenig, was man bei uns bekommt :staun:
Wenn man überlegt, dass man in der Zeit Verdienstausfall hat (plus Probleme, nen neuen Job zu finden), dazu noch die psychische Belastung, der geschädigte Ruf, evtl. zerbrochene Beziehung/Ehe, abgewendete Sozialkontakte im Allgemeinen... Und dann ist der Staat noch so frech und stellt das Essen in Rechnung :fp:

Jo, das finde ich auch absolut lächerlich. Kann auch nicht verstehen wie sowas überhaupt gesetzeskonform sein kann. Dass sich die Justiz mal irren kann kommt leider vor, aber in so einem Fall ist es dann die Pflicht des Staates denjenigen der fälschlicherweise verurteilt wurde doppelt und dreifach zu entschädigen.
Wenn man da jahrelang unschuldig im Knast saß ist nichts weniger als ein Betrag in millionenhöhe angemessen. da wird Deutschland schon nicht dran pleite gehen (außer das kommt andauernd vor was noch entsetzlicher wäre) und moralisch ist so ein Witzbetrag imo in keinster Weise zu rechtfertigen wenn man bedenkt auf wie vielen Ebenen man einem Menschen damit Schaden zufügt: ökonomisch, psychisch, beruflich und privat...da zerstört der Staat mitunter ein gesamtes Leben und sieht sich dann nicht mal in der Plicht das so gut es nur geht wieder gerade zu biegen....
 
5 Jahre Knast und unter Umständen ein zerstörtes Leben...

5 Jahre Freiheit die dir genommen wurden...in denen du unschuldig im Gefängnis saßt, in denen du deinen Job verloren hast, in denen du kein Geld verdient hast, in denen du keine Vorkehrungen für die Zukunft treffen konntest, in der Zeit haben dich vielleicht deine Freunde und Familie sitzen lassen, weil du als Vergewaltiger angesehen wurdest...

Wie soll man das in Geld wieder gut machen?

Meinetwegen könnte der Typ auch 10 Millionen bekommen.
 
Sehe das so wie Spielor.
Ich denke, so einfach kann man das einfach nicht sehen.
Allein tagtäglich in einer Zelle aufzuwachen und darin Jahre lang zu leben stellt nen Horror für mich dar.
Da wird man doch verrückt.
Ne, da haben Unschuldige wirklich fair entschädigt zu werden.

calimero schrieb:
Das, was du aufgezählt hast, würde mich nicht stören, weil ich es zum Teil nicht habe. Deshalb würde ich mich über die Million freuen.

Du weisst dann aber auch nicht, ob es jemals rauskommen wird, dass du unschuldig bist.
Das kommt dann ja auch noch hinzu, diese Unsicherheit und der Glaube bis zum Ende mit dieser Schmach und der Pein leben zu müssen.
 
Anderes Szenario: Du gehst in den Knast und wirst als Vergewaltiger abgestempelt. Deine Liebsten sind zutiefst enttäuscht und brechen vollständig den Kontakt zu dir ab. Deine Frau ist so dermaßen über dich enttäuscht und weint und beschimpft dich zugleich als du von der Polizei abgeführt wirst. Keiner besucht dich im Knast und du wirst mit irgendwelchen anderen Vergewaltigern in einem Kontrakt eingesperrt für 5 Jahre. Deinen Job verlierst du und wirst nie wieder die Möglichkeit haben ihn auszuüben auch wenn deine Unschuld bewiesen ist. Dazu kommt dass manche trotz deiner bewiesenen Unschuld dich für immer meiden werden.... Immernoch bock auf die 1 Mio € Entschädigung?
 
Spielor schrieb:
Das ist ja auch ein vollkommen anderes Szenario...

Genau das ist es einfach.
Wenn man die Entschädigung jetzt z.B. auf ne halbe Million pro Jahr oder so setzen würde, wäre doch trotzdem niemals sichergestellt, wenn du mal fälschlicherweise im Knast landest, dass die Wahrheit rauskommt und du das Geld bekommst.
Es wird immer die Ungewissheit und die Möglichkeit bleiben, dass du erst rauskommst wenn du deine Strafe abgesessen hast und dann mit der Schuld, die der Staat dir bescheinigt, leben musst.
 
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