Ja, ernsthaft.
Wer sich nur einen Funken mit Software-Development auskennt weiß, dass das in weiten Teilen ein nicht sehr gut planbares Feld ist. Man baut sozusagen die Schienen vom fahrenden Zug aus vor sich und weiß oft erst, dass es Probleme gibt, wenn sie auftauchen.
Ich sage nicht, dass man nicht Publisher, bei denen zu optimistische Prognosen zu früh in kommunizierte Releasedates gegossen werden, auch mal neutral und sachlich kritisieren kann.
Aber das Internet kritisiert Verschiebungen (oder alles andere auch) häufig unfassbar toxisch und destruktiv. Und ja - das ist absolut scheiße und dieses Verhalten trägt eine große Mitschuld, wieso Publisher lieber mit drölf Patches und schlechter Kommunikation arbeiten.
Ich sage NICHT, dass das Internet alleine Schuld ist. Mindestens ebenso groß ist das Problem, dass Spiele noch in einem bestimmten Geschäftsjahr erscheinen MÜSSEN, da man ja den Shareholdern einen Profit X versprochen hat, den man ohne ein Release nicht halten kann.
Aber die Art, wie das Gaming-Internet kritisiert, macht es sicher nur noch schlimmer.
Und wenn Publisher nur kurz vor Release Spiele ankündigen, wird in den Jahren des Schweigens davor auch immer kritisiert, dass ja keine Ankündigungen von Publisher XY kommen. Haben ja schon so einige Publisher versucht, sich bei Shows auf die nächsten 12 Monate zu konzentrieren. Und die Shows werden dann als langweilig abgekanzelt, weil halt nicht der Hype-Trailer zum Gerüchte-Projekt, das nur in der Konzeptphase ist, dabei war.