Solangsam muss man den Blick weg von der reinen Inzidenz bekommen. Solange die wirklich gefährdeten Bevölkerungsgruppen zum absoluten Großteil geimpft sind und die neuen Varianten keine superkrasse Steigerung der schweren Verläufe (also Intensiv-Behandlung) mit sich bringen, sind die strengen Maßnahmen irgendwann nicht mehr zu rechtfertigen.
Corona wird uns weiter begleiten, es werden immer neue Varianten und Mutationen entstehen. No Covid ist eine Illusion, solange arme Länder nicht ebenfalls die Möglichkeit einer Komplettimpfung bekommen UND sich Impfverweigerer in Industrienationen nicht weiterhin so in der Masse halten. Trotzdem müssen wir zu einem normalen öffentlichen Leben zurück - es gibt keine andere Möglichkeit.
Solange sich halt viele Menschen infizieren und 99% davon höchstens ein oder zwei Wochen im Bett liegen ähnlich wie mit einer Grippe - ja, dann haben wir neben der Influenza jetzt halt noch ein Virus an der Backe, das die Gesellschaft immer begleitet und potenziell tödlich ist.
Die Impfungen werden jedes Jahr auf die vorherrschenden Varianten angepasst werden und wie bei der Influenza-Impfung wird die Impfung in manchen Jahren gut auf die tatsächlich grassierenden Stämme passen, in anderen Jahren entwickelt sich alles unvorhersehbarer und die Wellen werden schlimmer.
Und die Gefahr, dass eine Mutation - sei es bei Influenza oder Corona - sowohl in Sachen Infektiosität, Sterberate und Resistenz gegen Impfungen mutiert und damit eine schwere Pandemie auslöst, wird uns immer begleiten.
Unterschied ist nur, dass die Impfung bei Corona wohl deutlich wichtiger sein wird.
Aber spätestens wenn alle Gefährdeten (also über 50 oder 60 Jahre) ein Impfangebot bekommen haben und durchgeimpft sind, sind imo die Maßnahmen zu 99% nicht mehr zu rechtfertigen - Varianten hin oder her.
Ein Blick auf die Todesfälle nach Alter zeigt, wieso: