Jap, absolut. Ich bin nach wie vor heilfroh, dass unsere Kinder noch nicht im Schulalter sind. Die Situation an Schulen hätte mich fertig gemacht.
Im Kindergarten sind die Folgen nur halb so schlimm, zumal hier im Kreis die Kindergärten bis auf insgesamt 2 oder 3 Monate zumindest mit Notbetreuung offen waren und wir berechtigt waren, unsere beiden hinzuschicken. Es gab übrigens exakt Null Fälle an den Einichtungen (Kita mit 20 Kindern und Kindergarten mit 100 Kindern) - nur an einer Grundschule hier in der Stadt gab es Ende 2020 einen Fall, bei dem ne Klassenstufe aufgrund Schüler-Infektion geschlossen werden musste.
Aber wenn ich mir vorstelle, da einem Erst- oder Zweitklässler so einen Einstieg in das Schulleben bieten zu müssen... Ich hätte wirklich Angst, dass es lange dauert, bis der Schaden behoben ist.
Und wir sind ja noch aus der komplett priviligierten Bevölkerungsschicht, was das angeht. Sozial gut vernetzt, als Eltern in der Lage, den Kindern über Homeschooling weiterzuhelfen etc. Der Schaden, der bei sozial benachteiligten Familien entstanden ist, mag ich mir gar nicht ausmalen.
Es MUSS im nächsten Schuljahr wieder normal weitergehen. "No Covid" ist utopisch, die Krankheit ist gekommen um zu bleiben. Das Virus scheint ja recht mutationsfreudig zu sein. Daher wird es wichtig bleiben, dass Erwachsene wohl öfter mal ne Impfung gegen die im jeweiligen Jahr rumschwirrenden Stämme bekommen - so wie halt auch bei Influenza.
Selbst wenn wir es schaffen, einen nahezu perfekten Herdenschutz aufzubauen - dann mutiert das Virus eben in Afrika, Südamerika - oder eben in den USA, wenn die nicht bald einen großen Teil der Bevölkerung zur Vernunft bekommen - weiter und kommt dann wieder zu uns.
Kinder und Jugendliche haben ja bei einer Infektion ein sehr geringes Risiko, ernsthaft zu erkranken. Klar, es kann passieren, aber es kann auch bei einer Influenza passieren, dass Jugendliche sterben - ich alleine hatte in meinem weiteren Umfeld zwei Todesfälle in der Jugend und vor ein paar Jahren einen nicht mal 30jährigen Kollegen, der nach einer verschleppten Grippe zwei Wochen lang mit einer schweren Herzmuskelentzündung auf Intensiv lag.
Daher ist es für die Öffnung der Schulen imo nicht relevant, ob Schüler geimpft sein können, sondern es ist wichtig, dass möglichst alle erwachsenen und v.a. älteren Kontaktpersonen einen Impfschutz haben.
Und sorry - wenn es mit den Impfungen so weitergeht... Wer bis dahin im Herbst nicht geimpft ist, ist nun mal zu 99% selbst schuld daran. Und irgendwann kann man diese Einschränkung der Grundrechte nicht mehr damit rechtfertigen, dass Menschen das Risiko selbst wählen.