Ich hab ein wenig gemischte Gefühle. Mich kotzt es einerseits an, wenn die Pharmakonzerne mit der größten Pandemie seit 100 Jahren Milliarden Gewinn machen, wenn versucht wird, den maximalen Profit pro Impfdosis einzustreichen und die Länder als erstes komplett versorgt werden, die es sich leisten können, während die armen Teile der Welt dumm dastehen (wobei ich nicht sagen will, dass das der einzige Grund ist).
Natürlich ist es nur gerecht, wenn Unternehmen wie Biontech belohnt werden, da sie - und das ist imo keine Übertreibung - mit ihrer teuren, langjährigen Forschung die Welt gerettet haben. Aber ich weiß nicht, ob es da nicht (wie imo so oft im modernen Kapitalismus) Bremsen und Deckelungen des Profits geben sollte.
Ich weiß, komplexes Problem, für das keine einfache Lösung besteht.
Jedoch ist es natürlich gerade bei den hochkomplexen und neuartigen mRNA-Impfstoffen so, dass es nur wenige Produktionskapazitäten gibt und nicht einfach Hinz und Kunz mitmachen kann. Da werden nicht irgendwie drei Chemikalien in einen Tank geschüttelt, dreimal gerührt und die IMpfung kommt raus. Das ist absolutes High Tech, für das produzierende Unternehmen Know How haben MÜSSEN.
Daher vermute ich, dass eine Patentfreistellung nicht wirklich für eine bessere Versorgungslage sorgen wird. Und solange der Impfstoff knapp ist, gibt es Verteilungsprobleme und eine Bevorzugung der reichen Länder wird auch so nicht aufhören.