„Nach einem so brilliant designten Actionshooter wie Vanquish, bei dem tolle Ideen und Konzepte mit einer superben und fast perfekten Spielbarkeit umgesetzt und mit den genau richtigen Gegner und Leveln kombiniert wurden, fällt es sehr sehr schwer, wieder zurück zu kehren zu den immer gleichen Ballerspielen, die uns seit Jahren mit Skriptevents und Feuerwerk im Hintergrund zu beeindrucken versuchen.“
So endete mein Review zu Vanquish. Und wie wahr sprach einst eurogamer.net, als es, damals zu Uncharted 2, die Aussage traf, dass man die wahren Ausnahmespiele daran erkenne, wie sehr sie einen Schatten auf andere Spiele werfen. An und für sich gute und kompetente Spiele verblassen angesichts dessen, was man anderswo gesehen hat. Call of Duty: Black Ops ist ein sehr gutes und kompetentes Spiel... und enttäuscht auf ganzer Linie.
Not quite so modern warfare
Treyarch ist diesmal wieder an der Reihe, dem Ruf der Pflicht zu folgen. Zum ersten Mal sind die Jungs und Mädels auf den Spuren von Infinity Ward und verlassen den Zweiten Weltkrieg... die meiste Zeit über. Anknüpfend an die Storyline aus World at War spielt BO in den späten 60ern. Hauptcharakter ist Alex Mason, ein Söldner/Agent mit sehr bewegtem Leben. Zu Beginn des Spiels ist er gefangen und wird verhört, was den Entwicklern die Gelegenheit gibt, von Setting zu Setting zu springen. Von Cuba über China und Vietnam, von Schiffen bis zu verschneiten Bergen, zu Land, in der Luft und unter Wasser, zu Fuß, im Boot, im Helikopter, im Jet, im Auto, auf dem Bike, die sechs bis sieben Stunden des Singleplayers sind bis zum Platzen vollgestopft mit abwechslungsreichen Orten, Tätigkeiten und Handlungen.
Die Geschichte selbst ist ohne jede Diskussion die stärkste der Serie. Ausnahmslos alle spielbaren Charaktere haben Gesicht und Stimme, Persönlichkeit und eigene Motive. Vorbei die Zeiten, in denen ihr austauschbare Waffen ward, selbst ingame gibt eurer Avatar nun Antworten. Mit Victor Reznov bringt das Spiel zudem den besten und stärksten Charakter der Serie, dessen Brillianz gegen Ende des Hauptspiels deutlich wird.
Nicht falsch verstehen. Die übrigen Charaktere sind ziemliche Klischees, lassen Tiefe vermissen und der große Plottwist ist spätestens ab der Mitte der Story klar. Im Grunde ist die Story schwach und generisch, aber für Call of Duty Verhältnisse reden wir hier von Oscarreife. Nach dem Totalausfall in Modern Warfare 2 ist „schwach und generisch“ eine fast für unmöglich gehaltene Verbesserung. Ach ja, was die berühmte Folterszene angeht, die für den nächsten Skandal nach „No Russian“ sorgen sollte, nur soviel: Ich hab schon Frauen dafür bezahlt, mir Schlimmeres anzutun, also ganz ruhig. Das ganze Ding dauert 20 Sekunden und ihr drückt zwei Knöpfe.
Auch wenn die Story nie an den Bullshit aus Modern Warfare 2 ran kommt, so sind allerdings die Szenen, in denen reale Personen der Geschichte verwurstet werden, dann doch so peinlich, dass man diese besser als pure (geschmacklose) Parodie auffasst.
LZ, BO, PCP, LOL, two clicks north, oscar mike, ooora????
Was gibt es gameplay technisch zu sagen? Es ist Call of Duty. Wenn ihr die letzten 48 Titel aus der Reihe gespielt habt, kennt ihr das Prozedere. Ihr zielt über Kimme und Korn, feuert ein, zwei schnelle Schüsse ab und geht kurz in Deckung, um die roten Ecken am Bildschirm los zu werden während rings um euch rum der Erdball auseinander fliegt. Das berühmte Autosnapping scheint etwas weniger ausgeprägt als in den Vorgängern, aber die Steuerung ist präzise wie eh und je. Gegner fallen recht schnell um, treffen aber aus fünfhundert Metern den linken Flügel einer Fliege. Zum Glück hält sich der Granatenhagel in Grenzen.
Allerdings wäre es unfair, zu sagen, das gesamte Game folge nur diesem Muster. Dies könnte nicht weiter von der Wahrheit entfernt sein. Tatsächlich ist das Gameplay so abwechslungsreich, dass ihr selbst nach fünf Stunden noch mal etwas völlig neues macht. Ihr fliegt Helikopter, taucht unter Wasser, springt über Häuserschluchten, seilt euch ab, besetzt allerlei Geschütztürme, steuert ferngesteuerte Raketen, ja eine Szene erlaubt euch sogar, praktisch gleichzeitig eine Art Strategie aus einem Flugzeug heraus zu bestimmen während ihr im selben Zeitraum unten am Boden die Gefechte ausführt. Wenn überhaupt, ist das Game ZU abwechslungsreich. Es kann vorkommen, dass ihr an ein, zwei Stellen erst mal den GameOver Screen seht, einfach weil ihr die Steuerung noch nicht kennt. Tutorials im letzten Drittel des Spiels sollten eigentlich nicht mehr unbedingt sein.
Hey, hör ma kurz auf und schau ma hier!
Es ist Call of Duty. Dazu gehören auch die üblichen Verdächtigen wie Skriptevents und Gegnerspawning. Und, oh mein Gott, ist das Spiel gescriptet. Nicht zu selten wähnte ich mich in einem interaktiven Film mehr als einem Spiel. Wenn gefordert, kann euer Charakter nur noch geradeaus laufen, aber nicht nach links oder rechts geschweige denn umdrehen, manchmal ist der Blick auf Schlüsselmomente fixiert, bestimmte Handlungen führt er gleich komplett automatisch aus, selbst das reine Schießen wird manchmal auf QuickTimeEvents reduziert, wenn es denn nur cool rüber kommt. Lineare, gescriptete Spiele sind grundsätzlich die best inszenierten, aber BO treibt es mitunter an die Grenze dessen, was man noch als Spiel bezeichnen kann.
Und das Enemyspawning, ja, auch das ist mit von der Partie. Ihr könnt gerne versuchen, euch den Weg frei zu schießen, um ungefährdet voran zu schreiten, aber eher gehen euch die Kugeln des MG aus bevor die kubanische Polizei an ihre personellen Grenzen kommt. Es ist spektakulär, aber ebenso frustrierend, wenn man im Sprint von Gegnern abgeknallt wird, die man nicht los werden konnte.
Die erhältlichen Waffen schwanken zwischen den alten, rostigen Schrottdingern aus den Weltkriegsspielen und dem coolen, modernen Setup aus Modern Warfare. Öfter aber seid ihr mit AK47s und anderen, eher klassischen Waffen ausgestattet, was der Ära entspricht, aber das Spiel im Vergleich noch etwas altbackener wirken lässt als es das Gameplay auch so schon tun würde.
Wie schon erwähnt, dauert der SinglePlayer etwas um die sechs Stunden auf dem default Schwierigkeitsgrad, was ebenfalls eine Verbesserung darstellt. Die Story endet nicht offen und nahezu alle Plotpunkte werden am Ende aufgegriffen und aufgelöst, was eine Befriedigung beim Spieler schafft. Einige etwas haarigere Stellen werden mit in der Regel fairen Checkpoints entschärft. Freilich darf danach wahlweise online oder im Nazi-Zombie-Modus weiter geschossen werden. Ich persönlich habe nach Dead Rising 2 und Undead Nightmare von Zombies erst
mal die Schnauze voll.
Alles sieht nass besser aus
Grafisch beeindruckt das Spiel in allererster Linie durch die abwechslungsreichen Settings. Jeder Ort ist detailliert und effektreich umgesetzt, was sie glaubhafter macht. Waffenmodelle und Gegneranimationen passen auch, insbesondere wenn einem feindlichen Soldat mal wieder ein Fuß abgeschossen wurde. Überhaupt geizt BlackOps nicht mit wuchtigen Tötungen, gern auch mal aus nächster Nähe. Die eine oder andere matschige Textur stört da nicht weiter, dafür ist das Spiel auch zu schnell. Gesichter halten auch Tests aus größerer Nähe stand, erreichen aber keine neuen Standards. Dafür haben Explosionen und Lichteffekte mehr zu bieten.
Beim Sound enttäuschen seltsamerweise die Waffen. Irgendwie klingen sie alle zu leise und zahm. Das hatte ich aus vergangenen Games besser in Erinnerung. Die musikalische Untermalung dagegen passt immer und untermauert entweder die Action oder die ruhigen Szenen. Ein Rolling Stones hingegen wird zum größten Argument FÜR die deutsche Version, da er in dieser fehlt. Wenn man irgendwas aus meinen Spielen raus schneiden darf, dann die Rolling Stones.
Highlight für die Ohren sind allerdings die Sprecher, sofern ihr die englischsprachige Version erstanden habt. Allen voran steht Sam Worthington (Terminator, Avatar) als Alex Mason, auch wenn er sich nicht für einen Akzent entscheiden kann. Dennoch ist seine Performance stark und ein guter Grund, sich mit dem ansonsten eher schwachen Charakter zu identifizieren. In weiteren Rollen geben sich Ed Harris und Andrew Divoff (Wishmaster, Lost) die Ehre. Den besten Job hingegen macht, nicht zufällig, der Sprecher des besten Charakters im Spiel. Reznov wird von Gary Oldman gesprochen, dessen Highlight eine ebenso ruhige wie Gänsehaut erzeugende Ansprache ist, die den ganzen Charakter und seine Motivation heraus streicht.
Wo ist denn nun der Boost-Button?
Tja, schon bin ich am Ende. Es gibt eben nicht viel zu sagen. BlackOps ist Call of Duty, for better or worse, mit allem, was dazu gehört. Zugegeben, die Story hat sich erstmalig auf das Standardniveau des Genres gearbeitet, das sich allerdings auch seit Jahren nur knapp über der Grasnarbe hält. Der Rest ist Call of Duty. Eine kurze, aber intensive Kampagne mit viel Abwechslung in allen Bereichen, einer tollen Steuerung und guten Produktionswerten. Es ist Call of Duty und wer ein Call of Duty will, der bekommt das vielleicht beste (oder zweitbeste hinter Modern Warfare 1), das er kriegen kann.
Trotzdem und ich schließe hier den Kreis enttäuscht es. Während Vanquish aufmarschiert und zeigt, was alles in einem Shooter möglich ist und wie eine, einzige gute Idee, die ein kompetentes Team (was sowohl Infinity Ward als auch Treyarch haben) dann umsetzt, aus einem angestaubten Genre ein Spiel machen kann, das den Spieler glauben macht, er hätte niemals etwas Ähnliches gespielt, dann ist die Stagnation umso frustrierender. Vanquish reist in die Zukunft. Call of Duty bewegt sich keine Millimeter.
Angesichts der Verkaufszahlen wird man aktuell weder Treyarch noch Activision Vorwürfe machen können. Nur, wie lange werden sie noch ein- und dasselbe Spiel für Durchschnittspreise jenseits der 65 Euro verkaufen können, bis auch der letzte Soldat von dem Dauerfeuer so taub geworden ist, dass er den Ruf der Pflicht nicht mehr hört?
So endete mein Review zu Vanquish. Und wie wahr sprach einst eurogamer.net, als es, damals zu Uncharted 2, die Aussage traf, dass man die wahren Ausnahmespiele daran erkenne, wie sehr sie einen Schatten auf andere Spiele werfen. An und für sich gute und kompetente Spiele verblassen angesichts dessen, was man anderswo gesehen hat. Call of Duty: Black Ops ist ein sehr gutes und kompetentes Spiel... und enttäuscht auf ganzer Linie.
Not quite so modern warfare
Treyarch ist diesmal wieder an der Reihe, dem Ruf der Pflicht zu folgen. Zum ersten Mal sind die Jungs und Mädels auf den Spuren von Infinity Ward und verlassen den Zweiten Weltkrieg... die meiste Zeit über. Anknüpfend an die Storyline aus World at War spielt BO in den späten 60ern. Hauptcharakter ist Alex Mason, ein Söldner/Agent mit sehr bewegtem Leben. Zu Beginn des Spiels ist er gefangen und wird verhört, was den Entwicklern die Gelegenheit gibt, von Setting zu Setting zu springen. Von Cuba über China und Vietnam, von Schiffen bis zu verschneiten Bergen, zu Land, in der Luft und unter Wasser, zu Fuß, im Boot, im Helikopter, im Jet, im Auto, auf dem Bike, die sechs bis sieben Stunden des Singleplayers sind bis zum Platzen vollgestopft mit abwechslungsreichen Orten, Tätigkeiten und Handlungen.
Die Geschichte selbst ist ohne jede Diskussion die stärkste der Serie. Ausnahmslos alle spielbaren Charaktere haben Gesicht und Stimme, Persönlichkeit und eigene Motive. Vorbei die Zeiten, in denen ihr austauschbare Waffen ward, selbst ingame gibt eurer Avatar nun Antworten. Mit Victor Reznov bringt das Spiel zudem den besten und stärksten Charakter der Serie, dessen Brillianz gegen Ende des Hauptspiels deutlich wird.
Fünf Jahre nach dem eigenen Tod noch Rache im eigenen Namen nehmen zu können, ist eine beeindruckende Leistung.
Nicht falsch verstehen. Die übrigen Charaktere sind ziemliche Klischees, lassen Tiefe vermissen und der große Plottwist ist spätestens ab der Mitte der Story klar. Im Grunde ist die Story schwach und generisch, aber für Call of Duty Verhältnisse reden wir hier von Oscarreife. Nach dem Totalausfall in Modern Warfare 2 ist „schwach und generisch“ eine fast für unmöglich gehaltene Verbesserung. Ach ja, was die berühmte Folterszene angeht, die für den nächsten Skandal nach „No Russian“ sorgen sollte, nur soviel: Ich hab schon Frauen dafür bezahlt, mir Schlimmeres anzutun, also ganz ruhig. Das ganze Ding dauert 20 Sekunden und ihr drückt zwei Knöpfe.
Auch wenn die Story nie an den Bullshit aus Modern Warfare 2 ran kommt, so sind allerdings die Szenen, in denen reale Personen der Geschichte verwurstet werden, dann doch so peinlich, dass man diese besser als pure (geschmacklose) Parodie auffasst.
LZ, BO, PCP, LOL, two clicks north, oscar mike, ooora????
Was gibt es gameplay technisch zu sagen? Es ist Call of Duty. Wenn ihr die letzten 48 Titel aus der Reihe gespielt habt, kennt ihr das Prozedere. Ihr zielt über Kimme und Korn, feuert ein, zwei schnelle Schüsse ab und geht kurz in Deckung, um die roten Ecken am Bildschirm los zu werden während rings um euch rum der Erdball auseinander fliegt. Das berühmte Autosnapping scheint etwas weniger ausgeprägt als in den Vorgängern, aber die Steuerung ist präzise wie eh und je. Gegner fallen recht schnell um, treffen aber aus fünfhundert Metern den linken Flügel einer Fliege. Zum Glück hält sich der Granatenhagel in Grenzen.
Allerdings wäre es unfair, zu sagen, das gesamte Game folge nur diesem Muster. Dies könnte nicht weiter von der Wahrheit entfernt sein. Tatsächlich ist das Gameplay so abwechslungsreich, dass ihr selbst nach fünf Stunden noch mal etwas völlig neues macht. Ihr fliegt Helikopter, taucht unter Wasser, springt über Häuserschluchten, seilt euch ab, besetzt allerlei Geschütztürme, steuert ferngesteuerte Raketen, ja eine Szene erlaubt euch sogar, praktisch gleichzeitig eine Art Strategie aus einem Flugzeug heraus zu bestimmen während ihr im selben Zeitraum unten am Boden die Gefechte ausführt. Wenn überhaupt, ist das Game ZU abwechslungsreich. Es kann vorkommen, dass ihr an ein, zwei Stellen erst mal den GameOver Screen seht, einfach weil ihr die Steuerung noch nicht kennt. Tutorials im letzten Drittel des Spiels sollten eigentlich nicht mehr unbedingt sein.
Hey, hör ma kurz auf und schau ma hier!
Es ist Call of Duty. Dazu gehören auch die üblichen Verdächtigen wie Skriptevents und Gegnerspawning. Und, oh mein Gott, ist das Spiel gescriptet. Nicht zu selten wähnte ich mich in einem interaktiven Film mehr als einem Spiel. Wenn gefordert, kann euer Charakter nur noch geradeaus laufen, aber nicht nach links oder rechts geschweige denn umdrehen, manchmal ist der Blick auf Schlüsselmomente fixiert, bestimmte Handlungen führt er gleich komplett automatisch aus, selbst das reine Schießen wird manchmal auf QuickTimeEvents reduziert, wenn es denn nur cool rüber kommt. Lineare, gescriptete Spiele sind grundsätzlich die best inszenierten, aber BO treibt es mitunter an die Grenze dessen, was man noch als Spiel bezeichnen kann.
Und das Enemyspawning, ja, auch das ist mit von der Partie. Ihr könnt gerne versuchen, euch den Weg frei zu schießen, um ungefährdet voran zu schreiten, aber eher gehen euch die Kugeln des MG aus bevor die kubanische Polizei an ihre personellen Grenzen kommt. Es ist spektakulär, aber ebenso frustrierend, wenn man im Sprint von Gegnern abgeknallt wird, die man nicht los werden konnte.
Die erhältlichen Waffen schwanken zwischen den alten, rostigen Schrottdingern aus den Weltkriegsspielen und dem coolen, modernen Setup aus Modern Warfare. Öfter aber seid ihr mit AK47s und anderen, eher klassischen Waffen ausgestattet, was der Ära entspricht, aber das Spiel im Vergleich noch etwas altbackener wirken lässt als es das Gameplay auch so schon tun würde.
Wie schon erwähnt, dauert der SinglePlayer etwas um die sechs Stunden auf dem default Schwierigkeitsgrad, was ebenfalls eine Verbesserung darstellt. Die Story endet nicht offen und nahezu alle Plotpunkte werden am Ende aufgegriffen und aufgelöst, was eine Befriedigung beim Spieler schafft. Einige etwas haarigere Stellen werden mit in der Regel fairen Checkpoints entschärft. Freilich darf danach wahlweise online oder im Nazi-Zombie-Modus weiter geschossen werden. Ich persönlich habe nach Dead Rising 2 und Undead Nightmare von Zombies erst
mal die Schnauze voll.
Alles sieht nass besser aus
Grafisch beeindruckt das Spiel in allererster Linie durch die abwechslungsreichen Settings. Jeder Ort ist detailliert und effektreich umgesetzt, was sie glaubhafter macht. Waffenmodelle und Gegneranimationen passen auch, insbesondere wenn einem feindlichen Soldat mal wieder ein Fuß abgeschossen wurde. Überhaupt geizt BlackOps nicht mit wuchtigen Tötungen, gern auch mal aus nächster Nähe. Die eine oder andere matschige Textur stört da nicht weiter, dafür ist das Spiel auch zu schnell. Gesichter halten auch Tests aus größerer Nähe stand, erreichen aber keine neuen Standards. Dafür haben Explosionen und Lichteffekte mehr zu bieten.
Beim Sound enttäuschen seltsamerweise die Waffen. Irgendwie klingen sie alle zu leise und zahm. Das hatte ich aus vergangenen Games besser in Erinnerung. Die musikalische Untermalung dagegen passt immer und untermauert entweder die Action oder die ruhigen Szenen. Ein Rolling Stones hingegen wird zum größten Argument FÜR die deutsche Version, da er in dieser fehlt. Wenn man irgendwas aus meinen Spielen raus schneiden darf, dann die Rolling Stones.
Highlight für die Ohren sind allerdings die Sprecher, sofern ihr die englischsprachige Version erstanden habt. Allen voran steht Sam Worthington (Terminator, Avatar) als Alex Mason, auch wenn er sich nicht für einen Akzent entscheiden kann. Dennoch ist seine Performance stark und ein guter Grund, sich mit dem ansonsten eher schwachen Charakter zu identifizieren. In weiteren Rollen geben sich Ed Harris und Andrew Divoff (Wishmaster, Lost) die Ehre. Den besten Job hingegen macht, nicht zufällig, der Sprecher des besten Charakters im Spiel. Reznov wird von Gary Oldman gesprochen, dessen Highlight eine ebenso ruhige wie Gänsehaut erzeugende Ansprache ist, die den ganzen Charakter und seine Motivation heraus streicht.
Wo ist denn nun der Boost-Button?
Tja, schon bin ich am Ende. Es gibt eben nicht viel zu sagen. BlackOps ist Call of Duty, for better or worse, mit allem, was dazu gehört. Zugegeben, die Story hat sich erstmalig auf das Standardniveau des Genres gearbeitet, das sich allerdings auch seit Jahren nur knapp über der Grasnarbe hält. Der Rest ist Call of Duty. Eine kurze, aber intensive Kampagne mit viel Abwechslung in allen Bereichen, einer tollen Steuerung und guten Produktionswerten. Es ist Call of Duty und wer ein Call of Duty will, der bekommt das vielleicht beste (oder zweitbeste hinter Modern Warfare 1), das er kriegen kann.
Trotzdem und ich schließe hier den Kreis enttäuscht es. Während Vanquish aufmarschiert und zeigt, was alles in einem Shooter möglich ist und wie eine, einzige gute Idee, die ein kompetentes Team (was sowohl Infinity Ward als auch Treyarch haben) dann umsetzt, aus einem angestaubten Genre ein Spiel machen kann, das den Spieler glauben macht, er hätte niemals etwas Ähnliches gespielt, dann ist die Stagnation umso frustrierender. Vanquish reist in die Zukunft. Call of Duty bewegt sich keine Millimeter.
Angesichts der Verkaufszahlen wird man aktuell weder Treyarch noch Activision Vorwürfe machen können. Nur, wie lange werden sie noch ein- und dasselbe Spiel für Durchschnittspreise jenseits der 65 Euro verkaufen können, bis auch der letzte Soldat von dem Dauerfeuer so taub geworden ist, dass er den Ruf der Pflicht nicht mehr hört?

