Habe den Film auch die Tage gesehen und fand ihn echt gut.
Battleshit oder Battlehit, das ist hier die Frage. Ich für meinen Teil tendiere eindeutig zu Hit. Anders als beispielsweise ein
Transformers 2, verzichtet Peter Berg's (Hancock) neustes Action-Schlachtschiff nämlich weitesgehend auf eine peinliche Teenie-Rahmenhandlung und serviert stattdessen brachiale Hochglanzaction, die, bedingt durch ihren Schauplatz auf offener See, fast schon erfrischend daherkommt.
Wenn US-Zerstörer, zu rockigen Klängen von AC/DC, auf außerirdische (Raum)Schiffe treffen, fliegen ordentlich die computeranimierten Fetzen. Sehr positiv fällt zudem das Design und Verhalten der Aliens aus, die ausnahmsweise nicht nur seelenloses Kanonenfutter sind, sondern fast schon menschlich und durchaus intelligent agieren. Optisch bewegt sich das Gezeigte absolut auf der Höhe der Zeit und soundtechnisch wurde ich zuletzt bei
Terminator 4 so durchgeschüttelt. Freunde glattgebügelter Hollywood-Blockbuster, werden sich hier sicherlich die Hände reiben.
Glücklicherweise verschlingt die krachende Action auch einen Großteil der Laufzeit. Inhaltlich bietet
Battleship nämlich nur an den Haaren herbeigezogenes Seemannsgarn, das zwar angenehm selbstironisch vorgetragen wird, das Fremdschäm-O-Meter zeitweise aber in den roten Bereich schießen lässt. Beispielweise dann, wenn 80-jährige Veteranen (inkl. Schlaghosen) in Zeitlupe vor der wehenden US-Flagge hermarschieren und One-Liner raushauen. Autsch! Das war eindeutig eine der peinlichsten Szenen, die ich seit Jahren gesehen habe.

Aber ok, immerhin präsentiert der Film das Ganze mit einem gewissen Augenzwinkern (wie etwa die gelungene Brettspiel-Anspielung oder die Parodie des Supermarkteinruch-Videos), welches auch über die üblich-belanglose Liebesgeschichte und die eindimensionalen Charaktere hinwegsehen lässt. An dieser Stelle noch Kudos an Rihanna. Als ich das erste Mal von Rihanna's Beteiligung hörte, muste ich laut lachen. Aber hey, die Gute hat das gar nicht so schlecht gemacht und ist nicht negativ aufgefallen - leider aber auch nicht postitiv. Das gleiche gilt übrigens auch für den restlichen Cast.
Insgesamt hat mich
Battleship wirklich positiv überrascht. Erwartet habe ich miese Transformers-Resteverwertung, bekommen jedoch einen spaßigen Actionkracher. Er sieht gut aus (sowohl die Effektarbeit, als auch Brooklyn Decker), klingt spektakulär und bietet fetzige Seeschlachten, die man durchaus als "erfrischend" bezeichnen könnte. Klar, die Handlung ist Banane, die Dialoge sind beschämend und es gibt Momente, die dermaßen peinlich waren, dass ich am liebsten den Raum verlassen hätte. Erfreulicherweise hält sich die Brettspielverfilmung aber nie lange an diesen angreifbaren Drehbuchschwächen auf und lässt auf jeden miesen Dialog gleich eine heftige Explosion folgen, welche die Kritikpunkte fast vergessen lässt.
Werft euer Hirn über Bord, lichtet den Anspruchs-Anker und setzt die Action-Segel. Hollywood's Interpretation von "Schiffe versenken" ist ein kurzweiliger, lauter und höchst unterhaltsamer Kopf-aus-Kracher. Um es mit den Worten von Pro7 zu sagen: Bada Boom!