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Meinung
Michael Herde meint: Die ersten 20 Stunden habe ich geschimpft und gegähnt. Die Menüs, insbesondere die zur Auswahl meiner Ausrüstung, sind so überfrachtet und ungelenk, dass ich einfach nicht klarkam. Auch die ganzen Lieferoptionen und Interaktionsmöglichkeiten mit anderen Spielern habe ich lange, manche bis zum Ende nicht verstanden. Vieles wirkt aufgebläht und das Schlimmste für mich war: Ich fand das Spiel hervorragend gemacht, aber sterbenslangweilig. Pakete schleppen, nicht umfallen, ein bisschen geduckt gehen, ein bisschen Hauen und endlos langsam endlos lange Wege wandern – ein Desaster. Nach Episode 3 machte es Klick. Ich verfiel dem meditativen Charme im Kampf gegen die Widrigkeiten der Umwelt Allmählich kamen mehr Tempo, mehr Abwechslung, mehr Spaß ins Spiel. Bis dahin hielt mich die toll erzählte Geschichte bei der Stange, die natürlich total verkopft ist, aber auch neu und faszinierend. Am Ende bleibt die Erinnerung an eine einzigartige Erfahrung.
Oliver Schultes meint: Ich stimme Michael zu: Ich hatte nach dem Abspann 48 Stunden auf der Uhr und gut 35 davon habe ich mich gefragt, ob man seine Lebenszeit noch dämlicher vergeuden kann als mit Kojimas High-End-Interpretation eines Walking Simulators. Doch die letzten Stunden und insbesondere das furiose Finale, das zumindest einen Storystrang mit einem unvorhersehbaren Twist vollends und befriedigend aufklärt, haben meine Meinung komplett umgekrempelt. Nicht nur Grafik und Surround-Sound sind bemerkenswert, auch die zugrunde liegende positive Attitüde des Spiels (Zusammenarbeit lohnt sich, man ist nicht allein auf dieser Welt etc.) in Form der Community- und Social-Media-Ebene strahlt hell in Zeiten von häufig destruktiven und gewaltintensiven Spielen. Das Geniale an Death Stranding ist aber die Phase nach dem Durchspielen, denn Hideo Kojima und Team haben es geschafft, eine interaktive Projektionsfläche zu erschaffen. Das klingt jetzt so verschwurbelt wie die GD-BB-Connection? Ich versuche mich an einer Erklärung: Man kann das Spiel oberflächlich als öde Transport-Simulation mit maximal simpler Queststruktur begreifen – vor allem, wenn man es nicht bis zum Finale schafft. Man kann es auch als Seitenhieb auf unsere egozentrische, nach Likes und Bestätigung hechelnde Gesellschaft mit Tendenz zum abgeschotteten Singledasein verstehen. Man kann Death Stranding – wie ich – allerdings auch als Spiegel des Lebens mit positiver Botschaft sehen: Im Dasein als Homo sapiens geht es darum, zwischenmenschliche Brücken zu bauen und vor allem aufrechtzuerhalten – das ist mitunter so hart und stressig wie die eingangs angesprochenen ersten 35 Stunden, aber am Ende auch tief befriedigend.
Also ganz ehrlich? Ich quäle mich doch nicht 35 Stunden durch ein Spiel um dann 8 Stunden wirklich spass zu haben. Dafür ist mir meine Zeit zu schade.

Hier jetzt auch.
Nach knapp 4 Stunden bin ich hin und weg. Audiovisuell überragendes Spiel. Das Spieltempo meditativ und beruhigend. Deutsche Synchro find ich stark.
Und ich bin so froh dass es mal ein wirkliches AAA storyheavy Game mit gutem Gameplay gibt, wo man nicht nur Leuten in die Visage schießt.
Man kann Leute auch unterhalten und zum Nachdenken bringen. Dafür muss ich die nicht 20 Stunden quälen. Würde das net Kojima drauf prangen, ich bin mir sicher manch Wertung wäre anders ausgefallen. Aber er ist ja ein "Genie" *hust* also muss das ja gut sein.Genau darum geht es in dem Spiel aber auch offensichtlich. Es soll keinen Spaß machen, es soll Arbeit sein und zum Nachdenken bringen.

Fuck this, selbst ist der Postbote. Trage die Scheiße selbst zurück.
Ansonsten kann ich die Meinung von Blacki und Fox auch genau so teilen.


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