PSVR – History, Hate, Hype und Kaufberatung
Ist die Zeit gekommen? (Lange Einleitung)
Ist es endlich soweit? Als vor über 20 Jahren Nintendo das erste VR-Headset, den Virtual Boy, veröffentlichte, waren die Welt und die Technik noch nicht bereit für Virtual Reality. Das Gerät dient heute als Beispiel für die größten Flops der Videospielindustrie.
Der Preis war zu hoch für eine Standalone-Hardware ($180). Die Technik war Last-Gen (32bit/stereoskopisches 3D im Jahr 1995). Die Konsole war nicht portabel und unbequem (kabellos, aber man konnte sich damit aufgesetzt nicht bewegen.) Nintendo hatte keine Systemseller (kein Zelda, kein Metroid, lediglich Mario-Spinoffs, 3-D Tetris war noch das Highlight). Man war sozial isoliert und konnte nicht im Multiplayer spielen (der Link-Port unten am dedizierten Controller wurde nie genutzt). Die Verkaufszahlen waren miserabel (700'000 Einheiten innerhalb eines Jahres bei Einstellung nach nur 4 Monaten). Und dann wären da noch allerlei Bedenken hinsichtlich der Gesundheit.
Jetzt ist alles anders. (Oder auch nicht.)
Aber die Zeit ist reif. Sony läutet eine neue Ära ein. Für knapp 500€ bekommt man Kabelwirrwarr mit VR-Funktionalität an der PS4. Vergesst 4k/HDR und gewöhnt euch an sichtbare Pixel einer neuen Generation an Low Budget-Spielen ohne auch nur ein Prestige-Projekt. Der Android-Store ist dagegen eine feine Auslese an App-Pralinés. Mein GotY? Tetris Effect. VR macht den Unterschied. Und eine Million verkaufte Einheiten in nur einem Jahr zeigen wie erfolgreich die Zukunft sein kann.
Und noch einmal: Die Zeit ist reif.
Es ist verrückt wie nahe sich Nintendo und Sony bei der Einführung ihrer VR-Plattformen sind bei mehr als 20 Jahren Abstand voneinander. Trotzdem war der Virtual Boy der vielleicht größte Flop der Videospielindustrie und zumindest der größte Fehlschlag von Nintendo, während Sony als VR-Sieger gefeiert wird. Die Popularität kennt und macht hier auch keinen Unterschied. Es ist die Zeit – und nicht ein oder mehrere Unternehmen -, die Virtual Reality in unsere Freizeitunterhaltung mit aller Gewalt drängt.
Ich höre immer, VR sei ein Gimmick und es würde klassische Videospiele nicht ersetzen können. Das mag auch stimmen, solange man seinen Horizont nicht erweitert, indem man ein, zwei Schritte oder Jahrzehnte nach vorne geht. Anfang des letzten Jahrhunderts waren Filme ein Gimmick und konnten Bücher in keiner Weise ersetzen. Es war stumpfe, aber spektakuläre Unterhaltung. Vor fast 50 Jahren konnten Videospiele keine Tabletops-Games ersetzen. Wer hätte ahnen können, dass sich dieses Medium von Pong zu einem Red Dead Redemption 2 entwickelt und Büchern, Filmen und traditionellen Spielen nicht nur starke Konkurrenz macht, sondern die Unterhaltungsbranche dominiert? Es braucht nicht viel Fantasie, um zu sehen, dass wir kurz davor sind, zu beobachten wie Virtual Reality aus seinem Gimmick-Kokon schlüpft und sich als unaufhaltsame Zukunft entpuppt.
Die häßliche Raupe
Oder: Early Adopters – The Suffering
Die Early Adopter-Phase ist vorbei. Ich will nicht sagen, dass ich den Kauf zum Launch bereut habe, aber Gott, das Ding war ein überteuerter Schrotthaufen ohne auch nur einen Hauch von Support von irgendwem, wenn man von Sonys scummy Scam-Gadget-Gespamme absieht.
Hey, du hast für 400€ eine PSVR gekauft? Na, na, na, ohne Kamera für 60€ wird das nichts.
Warte. Hier ist eine neue bessere Cam für 60€.
Du willst weiterhin PSVR nutzen und bei deinen anderen Games nicht auf HDR verzichten, die gar nichts mit PSVR zu tun haben? Hol dir unsere neue PSVR Revision mit HDR-Passthrough.
Sorry, für dieses Spiel brauchst du Move Sticks. Du hast damals unseren Wii-Party-Konkurrenten zurecht ignoriert? Tja, damals hättest du zwei Sticks immerhin für 10€ bekommen. Viel Erfolg bei Kleinanzeigen welche für 50€ zu finden.
Lol. Sorry. Wir haben jetzt doch noch einmal Move Controller für VR mit Micro-USB statt Mini-USB herausgebracht. 100€. xD
Haha. Nein, die haben natürlich immer noch keinen Stick, also viel Spaß beim immersiven Teleportieren in VR. Einfach mit dem Fadenkreuz auf die Stelle zielen, wo du hingebeamt werden willst. Wie im echten Leben. Ist aber der letzte Controller. Versprochen. No more lies.
Du willst laufen und schießen? Hier ist der Aim Controller. Kostet nur 80€ und das einzige Spiel, das davon wirklich profitiert, ist unser Low-Budget-Shooter Farpoint. xDD
Demos gab es kaum welche, außer man sieht die 40€-Games mit ein oder zwei Stunden Spielzeit als Demos für eine bessere Zukunft.
GG WP, Sony. Es ist das erste Mal, das ich mich wirklich abgezockt fühle. Das kann auch nicht mehr Unfähigkeit sein. Early Adopters wurden ausgepresst wie Zitrusfrüchte, um ihnen danach die Zitronensäure ins Gesicht zu spritzen. Mit dem Resultat, dass wir immer noch keinen vernünftigen VR-Controller haben und das Wohnzimmer aussieht wie ein Fisherprice-Lagerverkauf.
Kaufen? Nicht kaufen? Was kaufen?
Mittlerweile sieht es besser aus. Und ich bin an dem Punkt, wo ich eine PSVR weiterempfehlen kann. Ich glaube auch, es gibt keinen besseren Zeitpunkt, in VR einzusteigen, wenn man nicht auf die nächste Generation warten will.
Preis und Ausstattung – Kauft das Ding neu. Kauft es mir Garantie. Kauft ein Bundle mit V2 und Cam für unter 200€ oder für unter 250€ mit neuen Move Sticks. VR-Games sind billig. Astro Bot kriegt ihr für ca. 10€. Jedes andere Spiel kriegt ihr für 10-20€. Spart euch den Aim Controller. Gebt erst einmal kein Geld für VR-Multiplayer-Games aus. Sie sind überwiegend tot. Bleibt Basic, und holt euch erst einmal die besten Games.
Übelkeit? – Motion Sickness ist ein großes Problem bei VR. Nicht jeder wird im aktuellen Zustand VR genießen können. Das Problem ist, dass unser Gehirn glaubt, dass wir wirklich in einer Realität sind und Beschleunigungskräfte erfahren sollten. Tun wir aber nicht und das dreht uns dann den Magen um. Wem bereits beim Autofahren, auf Schiffen oder Flugzeugen und so schlecht wird, der sollte vorsichtig sein. Leichte Beschwerden kann die Zeit relativieren und viele VR-Spiele bieten Komfortoptionen gegen Motion Sickness. Spiele, die keine (oder zumindest keine schnelle) Bewegung des Körpers vorgaukeln, sollten relativ harmlos sein.
VR Experiences – VR Experiences sind eine Masche schnell Geld aus dem Markt zu pressen. Trotzdem gibt es einige gute Versuche und zum Glück gibt es ein großes kostenloses Angebot. Da kann man auch ruhig reinschauen und so langsam kommen auch bessere VR-Filme auf den Markt. Hollywood ist auch schon dran. Mein Tipp ist es, hier nicht zu viel Geld das Klo runterzuspülen, weil man einen großen Namen liest.
Games
Ich denke, ich habe die meisten VR-Games gespielt. Für Ladebalken konnte ich einen Großteil testen, den Rest habe ich gekauft. Ich würde also schon sagen, dass ich einen recht guten Überblick über das Software-Angebot habe. Ich bin aber natürlich keine alleinige Referenz und Meinungen sind unterschiedlich. VR allein flasht mich nicht. Ich brauche ein gutes Spiel dahinter. Wer Lust auf Küchensimulatoren und andere Quatschspiele hat, wird in meinen Empfehlungen eher nicht fündig.
Must-Haves
Ohne Move Controller
Jedes Level ist einzigartig und liebevoll gestaltet. Die VR-Funktionen wurden gekonnt umgesetzt. Man untersucht die Level mit natürlichen Kopfbewegungen, nutzt sein Pad als Wasserpistole oder Taschenlampe. Es ist eine völlig neue Erfahrung ohne irgendwelche Patzer.
Motion Sickness ist hier auch unwahrscheinlich, man macht sich auf intuitive Weise mit VR vertraut und man benätigt keine Move Sticks oder gar einen Aim Controller. Ihr wollt euch erst einmal ein Spiel zum Start holen? Astro Bot.
Aber es ist auch noch viel mehr. Resident Evil 7 ist das erste und bis heute einzige vollwertige AAA-VR-Spiel. Es ist nur ein simpler Port in VR, aber das ist mehr als uns sonst ein Publisher gönnt. Ob mit oder ohne VR, Resident Evil 7 ist für mich persönlich das beste Horrorspiel diese Generation. Und wer den Mumm hat, sollte sich die Erfahrung geben und dieses Meisterwerk in seiner besten Form erleben.
Mit Move Controller
Es ist schade, dass die Kampagne zweifelhaft designt ist und dass wir auf der PS4 keine Custom Tracks bekommen. (Wer auf dem PC VR hat, muss es sich für den PC holen.) Aber es spricht für das Spiel, wenn es selbst im Free Play ohne Progression und mit limitiertem Umfang (DLCs sind in Arbeit!) so süchtig macht. Mein VR-GotY. Keine Frage.
Wahrscheinlich das Spiel, das am stärksten in VR verankert ist und so in 2D kaum zu realisieren wäre. Die Zeit steht still, solange ihr still steht. Also habt ihr genug Zeit auf unglaublich stilvolle Art eure Gegner zu bekämpfen. Superhot VR ist intuitiv, schweißtreibend und trotz abstrakter Grafik extrem immersiv. BUY. IT. NOW.
Honorable Mentions
The Invisible Hours - VR ist das perfekte Medium, um Geschichten zu erzählen. Mittendrin statt nur dabei und so. Leider enttäuschten die meisten Versuche bisher. The Invisible Hours hingegen erzählt eine spannende Detektivgeschichte rund um Teslas Tod aus mehreren Perspektiven und hat einen interessanten Gameplaytwist, der das Spiel zum besten Walking Simulator in VR macht.
Transference – Trotz allerlei Hilfe aus Hollywood enttäuschte Transference die Kritiker. Ich persönlich hatte viel Spaß mit dem Titel. Es ist eine Art P.T. im digitalen Raum. Die Rätsel sind wirr, die Ästhetik spannend, die Geschichte verläuft auf mehreren Ebenen und verfolgt einen höheren Anspruch. Wer auf das Genre steht, sollte es wagen.
Thumper – Ein sehr arcadiges Rhythmusspiel mit adrenalingeladener Horror-Visualisierung. Mit nur einer Taste und dem Analogstick steuert man zu irgendwie wahnsinniger Industrial-Musik einen schimmernden Käfer auf einer Art Achterbahn und besiegt dabei irgendwelche kranken Gottheiten. Tolles Spiel und in VR ähnlich wie Tetris Effect eine sehr eigene Erfahrung.
Statik – Ein ungewöhnliches Puzzlespiel, das sich die VR-Limitierungen zunutze macht und so zur Immersion beiträgt. In Statik ist man an einen Stuhl gefesselt und die Hände sind in einem Gerät gefangen, das wir quasi blind bedienen müssen. Dabei ist jedes Bedienelement des Dualshocks auch ein Bedienelement in bzw. an der Box. Ein kurzes Vergnügen, aber für Rätselfreunde mit PSVR ein Muss.
Ist die Zeit gekommen? (Lange Einleitung)
Ist es endlich soweit? Als vor über 20 Jahren Nintendo das erste VR-Headset, den Virtual Boy, veröffentlichte, waren die Welt und die Technik noch nicht bereit für Virtual Reality. Das Gerät dient heute als Beispiel für die größten Flops der Videospielindustrie.
Der Preis war zu hoch für eine Standalone-Hardware ($180). Die Technik war Last-Gen (32bit/stereoskopisches 3D im Jahr 1995). Die Konsole war nicht portabel und unbequem (kabellos, aber man konnte sich damit aufgesetzt nicht bewegen.) Nintendo hatte keine Systemseller (kein Zelda, kein Metroid, lediglich Mario-Spinoffs, 3-D Tetris war noch das Highlight). Man war sozial isoliert und konnte nicht im Multiplayer spielen (der Link-Port unten am dedizierten Controller wurde nie genutzt). Die Verkaufszahlen waren miserabel (700'000 Einheiten innerhalb eines Jahres bei Einstellung nach nur 4 Monaten). Und dann wären da noch allerlei Bedenken hinsichtlich der Gesundheit.
Jetzt ist alles anders. (Oder auch nicht.)
Aber die Zeit ist reif. Sony läutet eine neue Ära ein. Für knapp 500€ bekommt man Kabelwirrwarr mit VR-Funktionalität an der PS4. Vergesst 4k/HDR und gewöhnt euch an sichtbare Pixel einer neuen Generation an Low Budget-Spielen ohne auch nur ein Prestige-Projekt. Der Android-Store ist dagegen eine feine Auslese an App-Pralinés. Mein GotY? Tetris Effect. VR macht den Unterschied. Und eine Million verkaufte Einheiten in nur einem Jahr zeigen wie erfolgreich die Zukunft sein kann.
Und noch einmal: Die Zeit ist reif.
Es ist verrückt wie nahe sich Nintendo und Sony bei der Einführung ihrer VR-Plattformen sind bei mehr als 20 Jahren Abstand voneinander. Trotzdem war der Virtual Boy der vielleicht größte Flop der Videospielindustrie und zumindest der größte Fehlschlag von Nintendo, während Sony als VR-Sieger gefeiert wird. Die Popularität kennt und macht hier auch keinen Unterschied. Es ist die Zeit – und nicht ein oder mehrere Unternehmen -, die Virtual Reality in unsere Freizeitunterhaltung mit aller Gewalt drängt.
Ich höre immer, VR sei ein Gimmick und es würde klassische Videospiele nicht ersetzen können. Das mag auch stimmen, solange man seinen Horizont nicht erweitert, indem man ein, zwei Schritte oder Jahrzehnte nach vorne geht. Anfang des letzten Jahrhunderts waren Filme ein Gimmick und konnten Bücher in keiner Weise ersetzen. Es war stumpfe, aber spektakuläre Unterhaltung. Vor fast 50 Jahren konnten Videospiele keine Tabletops-Games ersetzen. Wer hätte ahnen können, dass sich dieses Medium von Pong zu einem Red Dead Redemption 2 entwickelt und Büchern, Filmen und traditionellen Spielen nicht nur starke Konkurrenz macht, sondern die Unterhaltungsbranche dominiert? Es braucht nicht viel Fantasie, um zu sehen, dass wir kurz davor sind, zu beobachten wie Virtual Reality aus seinem Gimmick-Kokon schlüpft und sich als unaufhaltsame Zukunft entpuppt.
Die häßliche Raupe
Oder: Early Adopters – The Suffering
Die Early Adopter-Phase ist vorbei. Ich will nicht sagen, dass ich den Kauf zum Launch bereut habe, aber Gott, das Ding war ein überteuerter Schrotthaufen ohne auch nur einen Hauch von Support von irgendwem, wenn man von Sonys scummy Scam-Gadget-Gespamme absieht.
Hey, du hast für 400€ eine PSVR gekauft? Na, na, na, ohne Kamera für 60€ wird das nichts.
Warte. Hier ist eine neue bessere Cam für 60€.
Du willst weiterhin PSVR nutzen und bei deinen anderen Games nicht auf HDR verzichten, die gar nichts mit PSVR zu tun haben? Hol dir unsere neue PSVR Revision mit HDR-Passthrough.
Sorry, für dieses Spiel brauchst du Move Sticks. Du hast damals unseren Wii-Party-Konkurrenten zurecht ignoriert? Tja, damals hättest du zwei Sticks immerhin für 10€ bekommen. Viel Erfolg bei Kleinanzeigen welche für 50€ zu finden.
Lol. Sorry. Wir haben jetzt doch noch einmal Move Controller für VR mit Micro-USB statt Mini-USB herausgebracht. 100€. xD
Haha. Nein, die haben natürlich immer noch keinen Stick, also viel Spaß beim immersiven Teleportieren in VR. Einfach mit dem Fadenkreuz auf die Stelle zielen, wo du hingebeamt werden willst. Wie im echten Leben. Ist aber der letzte Controller. Versprochen. No more lies.
Du willst laufen und schießen? Hier ist der Aim Controller. Kostet nur 80€ und das einzige Spiel, das davon wirklich profitiert, ist unser Low-Budget-Shooter Farpoint. xDD
Demos gab es kaum welche, außer man sieht die 40€-Games mit ein oder zwei Stunden Spielzeit als Demos für eine bessere Zukunft.
GG WP, Sony. Es ist das erste Mal, das ich mich wirklich abgezockt fühle. Das kann auch nicht mehr Unfähigkeit sein. Early Adopters wurden ausgepresst wie Zitrusfrüchte, um ihnen danach die Zitronensäure ins Gesicht zu spritzen. Mit dem Resultat, dass wir immer noch keinen vernünftigen VR-Controller haben und das Wohnzimmer aussieht wie ein Fisherprice-Lagerverkauf.
Kaufen? Nicht kaufen? Was kaufen?
Mittlerweile sieht es besser aus. Und ich bin an dem Punkt, wo ich eine PSVR weiterempfehlen kann. Ich glaube auch, es gibt keinen besseren Zeitpunkt, in VR einzusteigen, wenn man nicht auf die nächste Generation warten will.
Preis und Ausstattung – Kauft das Ding neu. Kauft es mir Garantie. Kauft ein Bundle mit V2 und Cam für unter 200€ oder für unter 250€ mit neuen Move Sticks. VR-Games sind billig. Astro Bot kriegt ihr für ca. 10€. Jedes andere Spiel kriegt ihr für 10-20€. Spart euch den Aim Controller. Gebt erst einmal kein Geld für VR-Multiplayer-Games aus. Sie sind überwiegend tot. Bleibt Basic, und holt euch erst einmal die besten Games.
Übelkeit? – Motion Sickness ist ein großes Problem bei VR. Nicht jeder wird im aktuellen Zustand VR genießen können. Das Problem ist, dass unser Gehirn glaubt, dass wir wirklich in einer Realität sind und Beschleunigungskräfte erfahren sollten. Tun wir aber nicht und das dreht uns dann den Magen um. Wem bereits beim Autofahren, auf Schiffen oder Flugzeugen und so schlecht wird, der sollte vorsichtig sein. Leichte Beschwerden kann die Zeit relativieren und viele VR-Spiele bieten Komfortoptionen gegen Motion Sickness. Spiele, die keine (oder zumindest keine schnelle) Bewegung des Körpers vorgaukeln, sollten relativ harmlos sein.
VR Experiences – VR Experiences sind eine Masche schnell Geld aus dem Markt zu pressen. Trotzdem gibt es einige gute Versuche und zum Glück gibt es ein großes kostenloses Angebot. Da kann man auch ruhig reinschauen und so langsam kommen auch bessere VR-Filme auf den Markt. Hollywood ist auch schon dran. Mein Tipp ist es, hier nicht zu viel Geld das Klo runterzuspülen, weil man einen großen Namen liest.
Games
Ich denke, ich habe die meisten VR-Games gespielt. Für Ladebalken konnte ich einen Großteil testen, den Rest habe ich gekauft. Ich würde also schon sagen, dass ich einen recht guten Überblick über das Software-Angebot habe. Ich bin aber natürlich keine alleinige Referenz und Meinungen sind unterschiedlich. VR allein flasht mich nicht. Ich brauche ein gutes Spiel dahinter. Wer Lust auf Küchensimulatoren und andere Quatschspiele hat, wird in meinen Empfehlungen eher nicht fündig.
Must-Haves
Ohne Move Controller
Astro Bot
Der Hype dreht durch. Nein, es ist spielerisch von einem Mario weit entfernt. Und noch weiter von Nintendos Production Values. Aber es ist trotzdem der beste Einstieg in VR, ein großartiges Jump'n'Run und für mich die spaßigste Überraschung in diesem Bereich.Jedes Level ist einzigartig und liebevoll gestaltet. Die VR-Funktionen wurden gekonnt umgesetzt. Man untersucht die Level mit natürlichen Kopfbewegungen, nutzt sein Pad als Wasserpistole oder Taschenlampe. Es ist eine völlig neue Erfahrung ohne irgendwelche Patzer.
Motion Sickness ist hier auch unwahrscheinlich, man macht sich auf intuitive Weise mit VR vertraut und man benätigt keine Move Sticks oder gar einen Aim Controller. Ihr wollt euch erst einmal ein Spiel zum Start holen? Astro Bot.
Resident Evil 7
Ich gebe es zu. Ich bin ein Schisser. Ich liebe Horrorspiele und irgendwie habe ich Outlast, The Evil Within, P.T. und so durchgespielt, aber mit einem Puls jenseits der gesunden Werte, durchnässt von Angstschweiß und mit regelmäßigen Schreien. Resident Evil 7 ist eine andere Dimension. Es ist der blanke Horror und die gruseligste Erfahrung, die ich mir aktuell vorstellen kann.Aber es ist auch noch viel mehr. Resident Evil 7 ist das erste und bis heute einzige vollwertige AAA-VR-Spiel. Es ist nur ein simpler Port in VR, aber das ist mehr als uns sonst ein Publisher gönnt. Ob mit oder ohne VR, Resident Evil 7 ist für mich persönlich das beste Horrorspiel diese Generation. Und wer den Mumm hat, sollte sich die Erfahrung geben und dieses Meisterwerk in seiner besten Form erleben.
Tetris Effect
Es ist Tetris. Tetris in VR. Das Warten auf den "Langen". Und für Pros das Puzzlen für den T-Spin. Tetris Effect bietet nicht wirklich viele interessante Modi. Es ist und bleibt Tetris und wer mehr will, ist mit Puyo Puyo, Lumines und so besser bedient. Was Tetris Effect zum vielleicht besten Tetris-Spiel macht, ist die Präsentation. Die Musik und ihre Visualisierung und der Einfluss des Gameplays auf diese sind ein einziger Rausch. Ihr könnt euch nicht vorstellen wie geil es ist. Ich bin kein Tetris-Fan, aber Tetris Effect ist das LSD der Videospiele.Mit Move Controller
Beat Saber
Es ist ein Rhythmusspiel im Stil von Guitar Hero und Rockband. Nur mit Drums anstelle einer Gitarre. Und Lichtschwertern anstelle von Drum Sticks. Es ist purer Metal und das trotz elektronischer Musik. Es ist das erste VR-Spiel, das meine Freunde nicht weglegen können.Es ist schade, dass die Kampagne zweifelhaft designt ist und dass wir auf der PS4 keine Custom Tracks bekommen. (Wer auf dem PC VR hat, muss es sich für den PC holen.) Aber es spricht für das Spiel, wenn es selbst im Free Play ohne Progression und mit limitiertem Umfang (DLCs sind in Arbeit!) so süchtig macht. Mein VR-GotY. Keine Frage.
Superhot VR
In letzter Sekunde schnappt ihr euch die Whiskeyflasche von der Bar und zieht dem Angreifer eins über. Seine Schrotflinte fangt ihr noch im Fall und demoliert den anstürmenden Katana-Krieger. Sein Schwert stellt sich als nützlich heraus, wenn ihr direkt die Pistolenkugeln zerteilt, denen ihr nicht ausweichen könnt, um das Katana gezielt auf den letzten Schützen zu werfen. SUPER. HOT. SUPER. HOT. SUPER. HOT.Wahrscheinlich das Spiel, das am stärksten in VR verankert ist und so in 2D kaum zu realisieren wäre. Die Zeit steht still, solange ihr still steht. Also habt ihr genug Zeit auf unglaublich stilvolle Art eure Gegner zu bekämpfen. Superhot VR ist intuitiv, schweißtreibend und trotz abstrakter Grafik extrem immersiv. BUY. IT. NOW.
Honorable Mentions
The Invisible Hours - VR ist das perfekte Medium, um Geschichten zu erzählen. Mittendrin statt nur dabei und so. Leider enttäuschten die meisten Versuche bisher. The Invisible Hours hingegen erzählt eine spannende Detektivgeschichte rund um Teslas Tod aus mehreren Perspektiven und hat einen interessanten Gameplaytwist, der das Spiel zum besten Walking Simulator in VR macht.
Transference – Trotz allerlei Hilfe aus Hollywood enttäuschte Transference die Kritiker. Ich persönlich hatte viel Spaß mit dem Titel. Es ist eine Art P.T. im digitalen Raum. Die Rätsel sind wirr, die Ästhetik spannend, die Geschichte verläuft auf mehreren Ebenen und verfolgt einen höheren Anspruch. Wer auf das Genre steht, sollte es wagen.
Thumper – Ein sehr arcadiges Rhythmusspiel mit adrenalingeladener Horror-Visualisierung. Mit nur einer Taste und dem Analogstick steuert man zu irgendwie wahnsinniger Industrial-Musik einen schimmernden Käfer auf einer Art Achterbahn und besiegt dabei irgendwelche kranken Gottheiten. Tolles Spiel und in VR ähnlich wie Tetris Effect eine sehr eigene Erfahrung.
Statik – Ein ungewöhnliches Puzzlespiel, das sich die VR-Limitierungen zunutze macht und so zur Immersion beiträgt. In Statik ist man an einen Stuhl gefesselt und die Hände sind in einem Gerät gefangen, das wir quasi blind bedienen müssen. Dabei ist jedes Bedienelement des Dualshocks auch ein Bedienelement in bzw. an der Box. Ein kurzes Vergnügen, aber für Rätselfreunde mit PSVR ein Muss.
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