Ich gehöre nicht zur "Früher war alles besser"-Fraktion. Dafür lebe ich zu gerne im hier und jetzt. Man muss sich auch einfach an die Gegebenheiten anpassen, denn das Leben steht nicht still.
Es gibt aber ein paar elementare Dinge, die mir damals besser gefallen haben.
Heute ist alles unheimlich schnelllebig und profitorientiert.
Früher hat man etwas bei Otto im Katalog bestellt und war zufrieden, wenn es zwei Wochen später von Hermes in einem Stück geliefert wurde. Wenn heute etwas bei Amazon bestellt wird und es ist am nächsten Tag nicht da, wird im Netz schon die Welle gemacht, damit auch ja jeder den eigenen Unmut mitbekommt.
Früher hat man mit dem 1. Advent auch schon das Jahr so halb abgeschlossen. Es wurde ruhiger, man konnte die Zeit etwas geniessen, mit Familie und Freunden auf einen Weihnachtsmarkt gehen. Heute beschleunigen die grossen Konzerne das Geschäft nochmals, Jahresziele müssen erreicht, am besten übertroffen werden. "Jahresendspurt" nennt man das dann. Konsequenz ist für mich, dass ich nach 12 Stunden Arbeit garkeinen Bock mehr auf Weihnachtsmarkt habe, die Nerven teils blank liegen, weil der Stress nochmals anwächst, statt zu sinken.
Früher war auch die Politik noch anders.
Mit AfD und Konsorten fange ich erst garnicht an. Aber ich habe gestern Norbert Blüm im TV gesehen. Auch wenn ich nicht sein allergrösster Fan bin, aber was war das noch eine Generation Politiker? Da muss man garnicht nostalgisch verklärt sein. Die Politik hat sich wohl der Gesellschaft angepasst...