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Der Boulevardpresse Thread

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Zum Vonn Leak: So ein Eingriff in die Privatsphäre ist natürlich verwerflich aber gibt eben auch Einblicke in den leichtfertigen Umgang, den die Leute mit ihren sensiblen Daten pflegen. Besonders als Promi, die ein deutlich lukrativeres Ziel als der Random 0815 Bürger darstellen.

Genau das ist aber meines Erachtens auch das Problem: es ist "lukrativ", weil - und das sieht man ja auch an den geifernden Reaktionen hier - Leute wie dumm danach suchen und es anklicken, weil es im Internet ja nicht eh genug nacktes Fleisch zu sehen bekommt. Plus dieses Shaming und Abfeiern, weil es wieder "ne naive dumme Prominente erwischt hat "...

Und da sehe ich dann tatsächlich einen Unterschied: wenn ich mir online auf eBay was kaufe, kann es natürlich sein, dass das in Gerris Nachbarschaft gestohlen wurde. Könnte jetzt ne Rechnung oder Kaufvertrag sehen wollen... aber eher nicht. Weiß ichs...?

Wenn ich nach den gestohlenen Bildern suche, weiß ich sehr genau, dass es sich um geklautes Material aus einer Straftat handelt.
Das Suchen und Angucken dieser Bilder und die Schadenfreude daran sind imho eine Form von Gewalt gegen den weiblichen Körper.

Gute Punkte in einem Text von 2014: http://m.huffpost.com/us/entry/5745440
 
Leute wie dumm danach suchen und es anklicken, weil es im Internet ja nicht eh genug nacktes Fleisch zu sehen bekommt. Plus dieses Shaming und Abfeiern, weil es wieder "ne naive dumme Prominente erwischt hat "...

Naja, komm, Lindsey Vonn ist halt schon nochmal was anderes, als das 0815-Nacktmodel oder die 0815-Amateurin....

Außerdem: Gerade dass es "real" und nicht für die Veröffentlichung gedacht hat, macht es so interessant. :D
 
Für die Betroffenen ist das sicherlich eine Form von traumatischer Erfahrung und das Gefühl des Kontrollverlusts über intimste Fotos. Aber ich denke schon, dass man anmerken darf, dass es in der heutigen Zeit und nach so vielen Fällen als Prominenter etwas fahrlässig ist, solche Fotos auf dem Smartphone zu haben oder sogar in der Cloud zu speichern. Das heißt nicht, dass man ihnen damit auch gleichzeitig die Schuld an dem Vorfall gibt, die liegt weiterhin bei den Hackern.
 
@Alexicious

Da stimme ich mit dir teilweise überein. Habe selbst nicht nach den Bildern gesucht und werde sie mir auch in Zukunft nicht ansehen. Nicht weil es “Diebesgut“ ist, denn das ist mir hier für diese Entscheidung eigentlich egal, sondern weil ich einen gewissen Respekt vor der Intimsphäre anderer Menschen habe. Trotzdem halte ich mit dem Finger drauf und verweise auf den naiven Umgang mit eben dieser Intimsphäre aber ohne Schadenfreude.

Muss da auch sofort wieder an die Medien Threads hier denken. Im KT gibts ein vergleichsweise hohes Bewusstsein gegen (illegale) Streams, wo es im Grunde ums selbe geht. Material welches von jemanden unrechtmäßig entwendet wurde und man sich dann selbst ansieht. Bei diesen Nacktbildern jedoch ist es den Leuten dann wieder egal. Mir ist dann doch die Privatsphäre eines Menschen mehr wert als wirtschaftliche Interessen.
 
Für die Betroffenen ist das sicherlich eine Form von traumatischer Erfahrung und das Gefühl des Kontrollverlusts über intimste Fotos. Aber ich denke schon, dass man anmerken darf, dass es in der heutigen Zeit und nach so vielen Fällen als Prominenter etwas fahrlässig ist, solche Fotos auf dem Smartphone zu haben oder sogar in der Cloud zu speichern. Das heißt nicht, dass man ihnen damit auch gleichzeitig die Schuld an dem Vorfall gibt, die liegt weiterhin bei den Hackern.
Wenn das Opfer fahrlässig gehandelt hat, ist das eine Form der Mitschuld.
 
Wenn das Opfer fahrlässig gehandelt hat, ist das eine Form der Mitschuld.

Wenn du unter fahrlässig Nacktbilder auf einem zB dem Internet angeschlossenen Smartphone oder gar in einer Cloud gespeichert verstehst, dann ist dem wohl so. Würde da zwar nicht von einer Mitschuld sprechen aber auch nicht von einem bewussten Umgang mit der eigenen Intimsphäre.
 
Ich habe es nicht fahrlässig genannt. Ich selber halte es nicht für fahrlässig.

Fahrlässig im alltagssprachlichen Sinne von unbedacht oder sorglos passt aber gut als ins Bild. Das “Fahrlässig“ im rechtlichen Sinne ist eine andere Sache aber auch sicher nicht das worauf sich die meisten Leute beziehen, wenn sie von fahrlässig im Alltag sprechen.
 
Das Suchen und Angucken dieser Bilder und die Schadenfreude daran sind imho eine Form von Gewalt gegen den weiblichen Körper.

Ich finde das doch sehr weit hergeholt.

Wenn man hört das irgendwelche geleakten Nackt-Bilder in Umlauf sind, erweckt das bei den meisten die pure Neugier. Die Neugier liegt in der Natur des Menschen, darum wird auch wie blöde nach den Bildern gesucht. Mach ich auch so, gebe ich zu. Solange man darauf nicht mit Schadenfreude reagiert, die Bilder kopiert und weiter verbreitet, finde ich das auch nicht verwerflich.
 
Letztendlich bin ich aber auch der Meinung, dass jeder eine gewisse Eigenverantwortung trägt, um seine Privatsphäre zu schützen. Hacker sind eine Seuche und sollten hart bestraft werden aber man sollte es ihnen auch nicht zu leicht machen.
 
Ich find's halt schade, wie darauf reagiert wird.

Im Game of Thrones Thread ist helle Aufruhr, weil eine geleakte Folge im Umlauf ist. Links dürfen nicht gepostet werden, ja es darf nicht einmal darüber diskutiert werden. Wer dagegen verstößt, wird gar bestraft.

Geleakte Nacktbilder von Promis scheinen dagegen kein Ding zu sein. Ein Link wird gepostet (ja, nur vom Spiegel, trotzdem wird die Info so weiterverbreitet), es wird offen zugegeben, die Bilder angeschaut zu haben und dann behaupten auch noch manche, man müsse sich ja nicht wundern, wenn man mit seinen persönlichen Daten so fahrlässig umgeht.

Als ich gestern etwas nachdachte, kam mir in den Sinn, was hier los wäre, wenn von einem Mädchen Nacktbilder an der Schule kursieren würden, weil sie jemand aus ihrem abgeschlossenen Spind (oder was auch immer verschlossenem) geklaut hat.
Die Situation würde wohl anders diskutiert werden. Warum? Genau, das ist die Frage. Warum.

Ich finde das doch sehr weit hergeholt.
Gewalt gegen den weiblichen Körper :lol: sure
Habt ihr denn den Artikel gelesen?
Alex hat ja nur geschrieben, es sein eine Form (von vielen) von Gewalt gegen den (weiblichen) Körper.
Gewalt muss in diesem Kontext natürlich nicht physisch sein, aber ein gewaltvolles Zerren von Fotos in die Öffentlichkeit könnte man durchaus auch als eine Form physischer Gewalt (psychischer sowieso) bezeichnen, wenn das Recht auf das eigene Bild (dabei auch noch intime Bilder) so missbraucht wird.
 
Den Artikel habe ich allerdings nicht gelesen, kann aber auch kein englisch.
Es geht, grob gesagt, darum, dass sexuelle Gewalt im Internet immer noch verharmlost ist und auch eine Form sexueller Gewalt ist.
Warum eben gerade im Digitalen die Schuld bzw. die Verantwortung beim Opfer gesucht wird.
Until we consider the violation of our digital privacy on par with the violation of our physical spaces, we perpetuate a cycle that encourages us to view female sexuality with scorn, and overt displays of sexual aggression from men as the norm. There are only three appropriate responses to this problem: disgust at the perpetrators, unconditional support for the victims, and refusal to reward with praise and attention those who find entertainment in the exploitation and humiliation of women.
"Bis wir die Verletzung unserer digitalen Privatsphäre gleichwertig mit der Verletzung unserer physischen Räume betrachten, bleiben wir gefangen in dem Rad, der uns dazu ermutigt, die weibliche Sexualität mit Hohn zu betrachten und deutliche Anzeichen sexueller Aggression als Norm ansehen. Es gibt nur drei angemessene Lösungen für dieses Problem: Die Täter mit Ekel zu betrachten, bedingungslose Unterstützung für die Opfer und das man sich weigert, Unterhaltung/Spaß an der Demütigung von Frauen findet."
 
Ach Marius...

Man kann die Eigenverantwortung beim Opfer suchen ("selber Schuld, wenn man Nacktbilder macht") oder aber auch bei sich selbst ("Nacktfotos, die gehackt wurden und dem Opfer psychischen Schaden zufügen, sollten mir keinen Spaß bereiten").
 
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