Hatte ne Woche Urlaub und neben einer Hochzeit im Ausland und jeder Menge an Terminen hab ich zunächst mal Metro 2033 und Last Light - jeweils in der Redux Version durchgehackt. War gut, wenn auch nicht bahnbrechend - aber ich hatte beide ja schon in der Urversion gespielt.
Jetzt ist jedenfalls Middleearth - Shadow of Mordor dran.
SoM war für mich wieder eines dieser typischen Spiele, welche ich mir in freudiger Erwartung am Day One für ein Heiden Geld zugelegt und einige Stunden angespielt habe, und dann irgendwie einfach habe liegen lassen, weil ich auf dauer einfach nicht damit warm geworden bin und mir die Motivation flöten gegangen ist... ...ohne das ich aber genau bezeichnen kann woran es eigentlich liegt.
Nun habe ich mir fest vorgenommen das Teil nicht als Leiche in der Library liegen zu lassen und endlich einen vollständigen Run zu machen.
Was ich bisher (4h Spielzeit) gut finde: Diese Nemesis Mechanik ist wirklich mal was neues, und macht auch echt ne Zeit lang Spass. Ich habe das Gefühl, es passiert wirklich was in den Reihen der Orks und Uruks und das Spiel stellt sich auf die Handlungen des Spielers ein, und baut die Welt um. Dazu die hervorragend gemachten Orks mit coolen Mimiken und dadurch wirklich dem Eindruck von Persönlichkeit. Die Grafik ist soweit auch wirklich OK - nichts aufregendes, wobei das auch am kargen Mordor Setting liegen mag, aber modern und gut umgesetzt.
...leider wars das aber auch schon.
Was mir eben nicht so gut gefällt: Ich schlage einen Captain tot, und 5min später läuft er mir wieder über den Weg. Das ist mir bei mind. 2 Pappenheimern nun schon mehrfach passiert. Grade gekillt mit super Hinrichtung zerlegt, und auf einmal steht er wieder hinter einem, wenn mans grade garnicht brauchen kann.
Wenn ich grade davon Spreche: Das Balancing und die Verteilung der "Bosse" ist in meinen Augen wirklich schlecht gelöst. Die Rennen ja Random überall rum, und wenn man pech hat, dann legt man sich mit einem an und mir nichts dir nichts, ohne Vorwarnung, hat mans Plötzlich mit 3-4 von den Typen + Gefolgschaft zu tun. Dann kann man entweder einen ewigen Kampf führen, den man schnell auch mal verliert, und der immer wieder umso eintöniger wird, je länger er dauert, oder muss flüchten und alles nochmal von vorne beginnen.
Ich hatte das Spiel damals grade gestartet, noch überhaupt nicht die Zeit für eine Lernkurve, springe vom ersten Turm direkt einem Captain + Gang in die Arme. Soweit so gut, der Kampf war garnicht so schlecht, bis auf einmal ein 2. Pack mit Capatain dazu kam und ich sang und klanglos unter ging. OK - kannte die Mechanik ja noch nicht - also nochmal dasselbe, diesmal aber vorsichtiger. Im 2. Kampf hatte ich es dann plötzlich - ohne zu wissen was passierte - mit 3 Captains zu tun, und habe erneut auf die Fresse bekommen. Sorry, aber so killt das bei mir den Spass. Man sollte dem Spieler erstmal die Chance geben sich ins Spiel reinzufinden, bevor man ihm dermaßen in den Arsch tritt. Wie ich zwischenzeitlich aber weiss, ist das völlig Random und man kann Glück haben, oder eben ein Problem kriegen.
Was mich auch stört, ist das die Welt für mich nicht wie eine glaubhafte OW wirkt. Ich kanns nicht fest machen woran das genau liegt, aber ich hab eher den Eindruck in einem weitläufigen Level - wie etwa bei Borderlands zu agieren, als in einer richtigen Lebendigen Welt. Klar, ich spiele erst 4h, aber ich hab zwischenzeitlich - zumindest in dem Bereich den ich so am Anfang sehe - alle Türme erkundet, und so ziemlich alles gesehen. Kann aber gut sein, dass es da noch weiter geht - für eine OW finde ich das aber ziemlich erbärmlich, und ich habe den Eindruck, dass das Spiel schon OW sein will.
Ansich sind auch die ganzen Mechaniken und der Spielablauf für mich wenig motivierend. Wenn ichs richtig sehe, gibts so 3-4-5 verschiedene Arten von Hauptquests, welche man anrennt, startet, und dann jeweils nach immer dem gleichen Schema abarbeitet. Hier Captain Killen (oder erschwert kurz vor dem Tod befragen), da Gollum hinterherrennen, hier nen Warchief plätten. Wenns dann mal was anderes sein darf, dann muss man nebenbei noch irgendwo durchschleichen, ein Gespräch von einem ganz bestimmten Punkt aus belauschen, oder ein paar Fässer Grog vergiften. Irgendwie wiederholt sich aber alles gefühlt extrem - viel extremer als in anderen, vergleichbaren Spielen.
Wenn wir grade von vergleichbaren Spielen sprechen: SoM ist so ziemlich die dreisteste Kopie von anderen Genrevertretern, die ich seit langem gesehen habe. Allen voran natürlich der Assassins Creed Reihe. In Hecken verstecken, schleichen, Gegner herpfeifen und hinterrücks Meucheln, Nahkampf und Fernkampf, Rennen und Klettern - die haben zum Teil 1:1 ein AC auf Mittelerde umgebaut - nur lange nicht so gut und tief und abwechslungsreich, wie beispielsweise ein Black Flag oder III wirkt.
Irgendwie werd ich also immernoch nicht warm mit dem Spiel. Ich werds jetzt aber weiter verfolgen, und hoffe auf eine positive Überraschung.