Ums mit deinen Worten zu sagen: Sehe ich vollkommen anders. Da brauch ich dann auch nicht weiter herum zu diskutieren. Für mich ist es unverständlich wie du keinerlei Lorefortentwicklung bzw. DA Lore überhaupt in DAI sehen kannst. Templer Magier Konflikt existiert seit Origins im DA Universum und wird auch über Teil 3 hinaus bestehen. Der ist Bestandteil des Universums wie dessen Völker und das Nichts. Fokus diesbezüglich lag in DAI dann insbesondere darauf, wie die Kirche sich dazu weiter verhält. Durch die Wahl einer neuen Göttlichen wurden da neue Weichen für die Zukunft gestellt. Ob sich wirklich etwas ändern wird, wird man sehen. Ich bezweifle das noch.
Kern von DAI ist imho dann aber auch die namensgebende Inquisition, die in Teil 3 wieder aufgebaut wurde und am Ende eine neue Großmacht in Thedas ist. Dass dieses Faktum keine Erwähnung bei dir findet ist bezeichnend. Finde gerade das ist doch etwas geschichtlich extrem erwähnenswertes. Auch hier ist natürlich die Frage wie die Inquisition sich in der Folge weiter entwickelt und welchen Einfluss sie weiter auf die Geschicke der Welt hat. Insbesondere wenn der Inquisitor irgendwann mal stirbt.
Im Übrigen war es schon bei Origins so, dass ein Großteil der tieferen Lore nur in den Kodexeinträgen zu finden und nach zu lesen war. Diesbezüglich sehe ich keinen Bruch zu den Vorgängertiteln.
Ich kann für mich nur festhalten, dass ich dankbar sein muss, wie sehr mir das Spiel am Ende gefallen hat und es hat die Wunden die Teil 2 bei mir geschlagen hat geheilt. Einem Teil 4 bin ich nun wieder wesentlich aufgeschlossener wie ich es Teil 3 war. Und das ist gut so. Wie gesagt, über diverse Gameplaymängel kann man sich je nach Gewichtung unterhalten, aber zu behaupten DAI hätte mit DA quasi nichts mehr zu tun ist ein Witz.
Nope, das Problem, das du übersiehst, ist, dass z. B. der Templer-Magier Konflikt kurz vor einer kompletten Eskalation stand nach DA2, bzw. eigentlich schon am eskalieren war.
Beide Parteien wären nach damaligen Stand niemals auf eine friedliche Einigung gekommen, noch dazu darf man nicht vergessen, dass die Templer die Magier fest im Griff hatten. Im Falle eines Krieges hätten die Magier den Templern nur wenig entgegen zu setzen gehabt (außer sie setzten radikalste Maßnahmen ein wie Orsino).
Und jetzt springen wir auf einmal vorwärts zu Inquisition und es startet mit einem Treffen für Verhandlungen zwischen Templern und Magiern. Im Prinzip eine massive Entschärfung der bisherigen Geschehnisse, die aber nie stark spielerisch erläutert wird. Warum? Weil man andernfalls nie beide Parteien unter diesen Bedingungen an einen Ort hätte bringen können, damit der Plot von und um die "Inquistion" starten kann.
Und doch, die habe ich schon erwähnt. Auch wenn sie sich im Laufe des Spiels von der Kirche abkapselt, wird sie später doch unweigerlich wieder mit ihr zusammen geführt und wurzelt in der Kirche auch trotzdem immer noch. Und da sind wir wieder am Punkt, für eine potenziell so gefährliche Bewegung wie die Inquisition wird sie durchs ganze Spiel weg zu positiv dargestellt, hinterfragt wird sie auch viel zu selten.
Noch dazu kommt, dass überhaupt der Grund, warum genau nur die Inquisition uns retten kann, nie wirklich deutlich wird. Mal abgesehen vom Anker (der story-technisch durch reinen Zufall von der Seite der Inquisition erlangt wurde) wird nahezu alles andere mit rein physischer Kraft erreicht.
Mit anderen Worten: Würden sich die verschiedenen Reiche zusammen schließen und ihre Armeen vereinen, würden sie mind. genauso viel wie die Inquisition erreichen. Anders als in Origins, wo es ohne die grauen Wächter wirklich einfach nicht funktioniert hätte.
Heißt also die Inquisition ist eine "mit-dem-Kopf-durch-die-Wand" ins Spiel gezwungene Organisation, damit halt der Name des Spiels passt und weil man unbedingt mal ein religiöses Thema haben wollte.
Man könnte den Inquisitor auch in Großgeneral umbenennen und spielt auf Seiten der orlaisianischen Armee und rekrutiert Völker und dergleichen für einen Krieg und es würde sich bis auf ein paar Kirchenflaggen weniger (wobei das in Orlais noch nicht mal der Fall sein muss) kein bisschen anders spielen.
Besonders lustig finde ich aber den Punkt mit der Wahl der Göttlichen. Glaubst du wirklich, dass diese Wahl auch nur irgendeinen Einfluss in den Nachfolgern haben wird (ich mein nicht nur spielerisch, sondern auch storytechnisch)? Ich mein, in Origins haben wir teilweise mit geholfen das Staatsoberhaupt von Ferelden festzulegen, eine Person, die zumindest in eben Ferelden noch weitaus einflussreicher als die Göttliche sein sollten.
Genau wie viel des Spiels ändert sich, je nach Wahl aus Origins? Genau, im Prinzip nur eine Textzeile...
Das vertiefte Lore nur in Kodex Einträgen auftaucht, stimmt, aber das Grundkonzept hat man doch meistens erstmals über Dialoge kennengelernt. Beispiel aus Origins: Paragon Branka, man quatscht mit Oghren ein wenig über sie story-gebunden und erfährt automatisch ein paar basic Infos und danach hat man nen Kodexeintrag, der sich näher mit ihr beschäftigt, im Laufe des Geschehens von Zeit zu Zeit sogar mal erweitert wird (vor allem in DA2 war das so über die Jahre hinweg).
In Inquisition würde es so funktionieren, dass man nach ein paar Minuten in der Pampa rumrennen ein Buch mit nem Kodexeintrag zu ihr findet, mit etwas Glück neben einer Zwergenruine, das ist dann aber auch schon das höchste der Gefühle. Und in 90% aller Fälle war es das dann auch schon.
Heißt, für Bioware war die Background-Info nicht mehr essentiell genug um sie in die unausweichliche Hauptstory zu packen, sondern es war mehr so ein kleines Bonus-Beiwerk, dass man mal so finden kann.
Eine Entwicklung, die sich schon von beiden Vorgängern unterscheidet. In beiden Vorgängern hat man Unmengen an Lore-Infos alleine schon über Companion-Dialoge gekriegt, sei es die Verhältnisse der Sklaven bei Fenris, das Leben als Oberstadt-Zwerg mit Varric, die grundlegendsten Züge des Qun mit Sten und so weiter und so fort.
So etwas fehlt in den meisten Fällen in Inquisition, das Universum, die Rassen, der Konflikt und all das sind nicht mehr zentral des Spiels, sondern das sind große Landschaften, viel rumlaufen und hier und da mal ne Scherbe sammeln geworden. Das einzige, was vom Storyniveau gut geblieben ist, sind die Gespräche innerhalb der Party...