So, ich hab's jetzt am Wochenende knapp 2-3 Stunden spielen können. Im Grunde ist es 'ne Visual Novel mit Brawler- und RPG-Einlagen, also viel Story, viele Dialoge und dazwischen läuft man durch ein bunt gestaltetes, aber auch sehr eng unterteiltes Akihabara und vermöbelt Männlein als auch Weiblein, indem man ihnen die komplette Montur vom Leib reißt. Viel Zeug zum Sammeln, Erbeuten und Kaufen, man muss/kann seinen Charakter ständig neu einkleiden und mit kuriosen Dingen bewaffnen. Die Geschichte als auch Charaktere sind schön inszeniert, man bewegt sich komplett im tiefsten Otaku-Universum mit Nerd-Freunden und Gesprächen um allen möglichen Kram wie Videospiele, Anime, Sammelfiguren und was nicht alles. Die putzige, aber hart nerdige, kleine Schwester ist bis jetzt einer mein Lieblingscharaktere im Spiel.
Das Artdesign gefällt mir generell sehr gut, die 2D-Zeichnungen sind wirklich wunderschön und die 3D-Cell-Shading-Grafik wirkt zumindest nicht hingeklatscht und überrascht mit Details. Animationen sind zweckmässig, aber das Spiel erzählt sich größtenteils eh nur über die obligatorischen Visual Novel Diskussionen. Steuerung wirkt anfangs etwas überladen, wobei die Kämpfe soweit ich das bis jetzt sagen kann eh nur Draufgekloppe sind, mit dem ein oder anderen rechtzeitig gedrückten Knopf für Kombos und Entkleidung.
Setting ist natürlich hart beknackt, aber warum sollte man so ein Spiel sonst kaufen? Künstlich erschaffene Vampire machen Akihabara unsicher und unser Protagonist, der zu Beginn unfreiwillig in einen solchen verwandelt und durch den Austausch diverser Körperflüssigkeiten zu einem Mischwesen wird, muss nun mit seiner Truppe aus Otaku-Freunden und -Verwandten die marodierenden Vampire kämpferisch entkleiden, damit die Sonne ihr übriges tut.
Begleitet wird die abgedrehte Handlung durch einen simulierten Twitter-Verschnitt, auf den man mit seinem Handy zugreifen kann, in etwa wie die Facebook-Parodie in Stick of Truth. Dort kann man regelmässig Diskussionen zwischen der Akihabara-Bevölkerung verfolgen, welche mit Trolls, Flamern, Rechtschreibfehlern, Emoticons und Web2.0-Sprache erstaunlich realistisch umgesetzt wurde und durch seine absurden Gesprächsverläufe ein kleines Highlight des Spiels ist. Zumal jeder User seine eigene Persönlichkeit und Marotten besitzt. Ebenfalls bekommt man permanent Emails von Freunden und Anderem auf sein Handy geschickt, das kann Spam sein, eine lustige Anfrage der kleinen Nerd-Schwester oder eine Mitteilung von "Xbay", das man doch bei einem Gebot auf eine Figur überboten wurde.
Generell wurde viel Arbeit in Details gesteckt, Akihabara ist im Spiel zwar keine große, frei begehbare Welt, sonder unterteilt sich in aneinandergereihte kleine Abschnitte, aber das Leveldesign scheint schon sehr originalgetreu zu sein, mit Bandenwerbung, Videowänden, Passanten und allen möglichen Aufstellern, Werbung, blinkenden Lichtern und Musik/Geräuschen aus allen Ecken. Bei weitem kein Yakuza-Niveau, zumal die Geschäfte nicht ausgebaut sind, sondern nur ein Dialogfenster mit einem Foto des Ladens im Hintergrund, aber immerhin fühlt sich die komplette Umgebung nicht tot an. Ansonsten technisch sauber, kein Ruckeln, es wirkt hochwertig und nicht billig hingekloppt wie manche NIS-Titel oder unfertig wie zuletzt noch Drakengard 3.
Das Spiel scheint wohl auch ein Social-System zu haben, die Auswahl an Begleitern und Antworten in Dialogen wirkt sich laut Spiel auf das Ende und auf die mögliche Romanze aus. Es gibt ein Schnellreisesystem, man kann Screenshots mit dem Handy machen, es gibt eine Enzyklopädie über wirklich alles und jeden, seltsame japanische (wohl real existierende) Werbung in den Ladescreens, man kann jederzeit speichern und laden, Mini-Games, Side-Missions, Arenakämpfe, Crafting und, und, und…noch Fragen?